Le coeur perdu – Paris

5 Fehler bei der Trockenzeit zwischen zwei Anstrichen

Wo die Fuge verschwindet und wo sie sichtbar blei

Der wichtigste Schritt beginnt vor dem Schleifen. Wer die Fläche vorher leicht anfeuchtet, etwa mit einem feinen Sprühnebel, bindet einen Großteil des Staubs bereits an der Oberfläche. Zu viel Wasser ist jedoch kontraproduktiv: Bei Gipskarton oder Spachtelmasse kann die Feuchtigkeit das Material aufweichen. Eine dünne Nebelschicht reicht. Ebenso hilft es, Türen und Fenster zu schließen, um den Staub nicht in andere Räume zu tragen, und angrenzende Bereiche mit Folie abzukleben.

Ein häufiger Fehler ist, eine Grundierung nur nach Gefühl aufzutragen oder ganz wegzulassen, weil die neue Farbe „doch deckt”. Das rächt sich bei stark saugenden Untergründen: Die erste Schicht wird ungleichmäßig aufgesogen, die zweite Schicht deckt dann nicht sauber, und am Ende braucht man mehr Farbe als geplant. Ebenso problematisch ist eine zu dicke Grundierung. Sie läuft an senkrechten Flächen, bildet Nasen und verlängert die Trockenzeit unnötig. Dünn und gleichmäßig auftragen, mit Rolle oder Bürste, ist die richtige Vorgehensweise.

Die Entscheidung, ob eine Grundierung nötig ist, hängt nicht vom Bauchgefühl ab, sondern von drei messbaren Eigenschaften des Untergrunds: Saugfähigkeit, Haftung und Beschaffenheit der Oberfläche. Wer diese drei Punkte prüft, bevor die erste Farbe gerührt wird, spart sich später Blasen, Abblättern und fleckige Deckkraft. Die Prüfung dauert keine fünf Minuten und erfordert kein Spezialwerkzeug.

Ein häufiger Fehler ist, die erste Reihe Stück für Stück aneinanderzuklicken und erst danach auszurichten. Besser: Die gesamte erste Reihe trocken auslegen, ausrichten und dann Reihe für Reihe weiterarbeiten. Beim Klicken wird die Diele flach in die Nut geschoben, nicht schräg eingedreht. Ein Gummihammer hilft nur bei hartnäckigen Verbindungen, und dann nur mit Schlagklotz, sonst platzt die Kante.

Dehnungsfugen sind kein Luxus. Laminat arbeitet bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. An allen Wänden, an Türrahmen und um Rohre bleibt ein Abstand von acht bis zehn Millimetern. Wer die Dielen press an die Wand legt, riskiert, dass sich der Boden nach Wochen aufwölbt. Diese Fuge wird später mit Sockelleisten verdeckt, nicht mit Silikon gefüllt.

Wer die Wartezeit richtig einschätzt, spart nicht nur Material, sondern auch Nacharbeit. Prüfen Sie die Fläche vor jedem weiteren Anstrich mit dem Fingertest, halten Sie die Umgebungsbedingungen stabil und richten Sie sich nach der Überstreichzeit auf dem Gebinde, nicht nach der Uhr. Dann hält die Oberfläche länger und sieht gleichmäßig aus – ohne Flecken, ohne Blasen, ohne sichtbare Übergänge.

Die richtige Körperhaltung beginnt bei den Füßen. Wer direkt unter der zu streichenden Fläche steht und den Arm senkrecht nach oben streckt, überstreckt die Halswirbelsäule und blockiert die Blutzufuhr. Besser ist ein leichter Ausfallschritt: Der Körper bleibt stabil, der Oberkörper wird leicht nach hinten geneigt, der Blick geht schräg nach oben zur Rolle, nicht senkrecht zur Decke. So bleibt der Nacken in einer natürlichen Linie, und die Schulter muss nicht gegen die Schwerkraft arbeiten. Zwischen den Bahnen immer wieder kurz den Arm senken, den Kopf langsam nach vorne rollen und die Schulter kreisen.

Typische Fehler wiederholen sich: zu dicke Schichten auftragen, weil man die Wartezeit verkürzen will; den zweiten Anstrich auf eine noch klebrige Fläche setzen; oder die Farbe bei Hitze zu schnell trocknen lassen. Ein weiterer Fehler ist das Streichen mit zu viel Druck. Die Rolle oder der Pinsel drückt dann in die untere Schicht und erzeugt Riefen. Besser ist es, den zweiten Anstrich dünn und gleichmäßig aufzutragen.

Für glatte Böden ist Wischen mit klarem Wasser und einem Schuss Spülmittel meist ausreichend. Parkett und Laminat vertragen nur wenig Feuchtigkeit, hier arbeitet man mit einem gut ausgewrungenen Mopp. Teppiche lassen sich schwer vollständig befreien; sie sollten während der Arbeiten abgedeckt oder aus dem Raum entfernt werden. Auf glatten Flächen, die später gestrichen werden, lohnt sich ein zusätzlicher Wischgang, weil zurückbleibende Partikel die Haftung der Farbe mindern.

Nach dem Schleifen von Wänden oder Böden liegt der feine Staub nicht nur auf dem Boden. Er schwebt minuten- bis stundenlang in der Luft, setzt sich auf Fensterbänken, Heizkörpern und in Ritzen ab und wird beim nächsten Luftzug erneut aufgewirbelt. Wer nur mit dem Besen kehrt oder kurz mit dem Staubsauger darüberfährt, verteilt die Partikel erst recht. Entscheidend ist, den Staub an der Entstehungsstelle zu erfassen und die Raumluft anschließend zu reinigen.

Vor dem ersten Brett steht die Untergrundprüfung. Der Boden muss eben sein: Auf zwei Metern Länge darf die Abweichung nicht mehr als zwei Millimeter betragen. Unebenheiten lassen die Klickverbindung aufgehen, später knarzt es oder die Fugen öffnen sich. Ebenso wichtig ist die Feuchtigkeit. Ein einfacher Feuchtemesswert zeigt, ob der Untergrund trocken genug ist. Auf Estrich gehört eine Dampfsperre, auf Holzuntergründen reicht meist eine Trittschalldämmung.

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