Le coeur perdu – Paris

Streifen in Ecken oder Ansätze an Kanten: der Unterschied

Die Entscheidung hängt also nicht vom Tapezieren selbst ab, sondern vom Untergrund. Wer saugende, staubige oder unebene Flächen vorbereitet, spart sich später das Nacharbeiten. Wer auf die Grundierung verzichtet, obwohl sie nötig wäre, riskiert Blasen, offene Nähte und in schweren Fällen Schimmel hinter der Tapete. Ein kurzer Wassertest und ein Blick auf die Oberfläche reichen aus, um zu wissen, was zu tun ist.

Zuerst wird das Loch gesäubert. Staub und lose Putzreste mit einem kleinen Pinsel oder einem Staubsauger entfernen. Sitzt der Dübel noch drin, zieht man ihn mit einer Zange heraus. Bei einem alten, ausgefransten Loch den Rand mit einem Cuttermesser leicht anschrägen, damit die Spachtelmasse Halt findet. Ist das Loch tiefer als einen Zentimeter, füllt man es in zwei Arbeitsgängen, sonst reißt die Masse beim Trocknen.

Typische Fehler wiederholen sich: der Kopf wird in den Nacken gelegt, statt den Oberkörper zu neigen. Die Schulter wird hochgezogen, statt sie unten zu halten. Es wird zu viel Material aufgenommen, weil man schneller fertig werden will. Und es wird zu lange ohne Pause durchgearbeitet. Nach etwa zwanzig Minuten über Kopf sollte die Position gewechselt werden – ein kurzer Schritt zurück, Arme ausschütteln, Schultern kreisen. Das kostet weniger Zeit als eine Verspannung, die den restlichen Arbeitstag verdirbt.

Zunächst muss der alte Belag fest sitzen. Klopfe die Flächen systematisch mit dem Handballen oder einem Holzstiel ab. Klingt es hohl, ist der Verbund zum Untergrund bereits gestört. Solche Stellen lassen sich nicht durch Überkleben retten. Lose Fliesen müssen entfernt, der freigelegte Bereich neu gespachtelt und nach dem Trocknen mit einer Ausgleichsmasse egalisiert werden. Erst wenn der gesamte Bestand satt und ohne Hohlklang haftet, kommt ein Überkleben überhaupt in Frage.

Ein zweiter Anstrich ist meist unvermeidbar, aber er darf nicht zu spät erfolgen. Die Herstellerangaben zur Überstreichzeit sind einzuhalten; wird zu früh gestrichen, löst der Pinsel die darunterliegende Schicht an, wird zu spät gestrichen, bildet sich keine Verbindung. Nach dem Trocknen hilft ein Kontrollblick mit einer Lampe, die flach über die Decke streicht. Zeigen sich trotz sorgfältigem Arbeiten feine Streifen, liegt es fast immer an zu wenig Farbe pro Quadratmeter oder an einer zu trockenen Rolle – nicht an der Technik allein.

Wer über Kopf arbeitet, sollte außerdem die Fläche im Blick behalten, nicht die Rolle. Der Blick auf die Rolle verleitet zu kurzen, hektischen Bewegungen. Der Blick auf die Fläche erlaubt gleichmäßige Züge und zeigt sofort, wo Material fehlt oder zu dick steht. Bei Decken und hohen Wänden lohnt es sich, in Bahnen zu arbeiten und die Rolle immer in dieselbe Richtung zu führen. Kreuz- und Querbewegungen über Kopf führen fast immer zu ungleichmäßigem Auftrag und mehr Tropfen.

Erst wenn die Fläche trocken und staubfrei ist, wird gestrichen. Die Farbe sollte nicht zu dünn aufgetragen werden, sonst schimmert die Spachtelstelle durch. Bei stark saugenden Untergründen zuerst eine Grundierung aufbringen. Ein typischer Fehler ist, nur die reparierte Stelle zu überstreichen. Das fällt später als Fleck auf, weil die neue Farbe anders altert als die alte. Besser die gesamte Wandfläche in einem Zug rollen, dann verschwindet die Reparatur vollständig.

Ein letzter Hinweis: Bei sehr großen Löchern oder in tragenden Wänden sollte vor dem Verschließen geprüft werden, ob die Stelle später wieder gebraucht wird. Ein Dübel, der nur verputzt wurde, hält nicht mehr. Wer unsicher ist, setzt einen neuen Dübel in die reparierte Fläche oder wählt eine andere Befestigungsstelle.

Welche Spachtelmasse wofür geeignet ist Für kleine Löcher bis etwa acht Millimeter reicht fertige, gebrauchsfertige Spachtelmasse aus der Tube oder dem Eimer. Sie trocknet langsam, lässt sich aber gut glattziehen. Für größere Vertiefungen oder Risse nimmt man Pulverspachtel, der mit Wasser angerührt wird. Gips spachtel härtet schnell und ist ideal für Innenwände, darf aber nicht in feuchten Räumen verwendet werden. In Küche und Bad gehört eine wasserfeste Reparaturmasse ins Loch. Ein häufiger Fehler: zu viel Material auf einmal auftragen. Besser ist eine dünne Schicht, die nach dem Trocknen nochmals überzogen wird.

Auftragen lässt sich die Masse mit einem Spachtel oder einer breiten Klinge. Man drückt sie schräg ins Loch und zieht sie dann kreuzweise ab, damit keine Wulst entsteht. Der Spachtel sollte breiter sein als das Loch, sonst zieht man die Ränder mit hoch. Nach dem Trocknen – je nach Produkt zwischen einer und mehreren Stunden – steht das Schleifen an. Schleifpapier mit Körnung 120 bis 180 reicht für normale Wandfarbe. Zu grobes Papier hinterlässt Riefen, die nach dem Streichen sichtbar bleiben. Beim Schleifen entsteht viel Staub; ein Staubsauger mit feinem Filter oder ein angefeuchtetes Tuch direkt darunter hilft.

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