Le coeur perdu – Paris

Reißverschlussfuß oder normaler Nähfuß: wann sich der Wechsel lohnt

Flache, saubere Kanten entstehen nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch Vorbereitung. Wer eine Naht absteppt, will verhindern, dass sich der Stoff an der Kante wellt oder einrollt. Der häufigste Fehler passiert jedoch vor dem ersten Stich: Die Nahtzugabe wird nicht exakt zurückgeschnitten. Bleibt sie zu breit, schiebt sie sich unter dem Nähfuß zusammen. Bleibt sie zu schmal, franst der Stoff aus, bevor die Steppnaht greift. Schneide die Nahtzugabe nach dem Zusammennähen auf eine gleichmäßige Breite zurück, je nach Stoff zwischen drei und sieben Millimetern. Bei leichten, feinen Geweben reichen drei Millimeter, bei mittleren Baumwollstoffen sind fünf Millimeter eine sichere Wahl.

Die Wahl des richtigen Werkzeugs hängt also vom Stoff und vom Verwendungszweck ab. Für flüchtige Markierungen auf robusten Stoffen ist Kreide ideal. Trickmarker eignen sich für feine, präzise Linien, erfordern aber Vorsicht bei Hitze und Synthetik. Kopierpapier ist unschlagbar für das Übertragen von Mustern, aber nur auf glatten, festen Stoffen. Wer diese Unterschiede kennt, vermeidet Ärger und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: das Nähen.

Kreide ist das älteste und robusteste Werkzeug. Sie haftet auf Baumwolle, Leinen und den meisten Mischgeweben und lässt sich nach dem Nähen einfach ausbürsten oder auswaschen. Der Nachteil: Auf feinen Seiden, glatten Synthetics oder beschichteten Stoffen hinterlässt sie einen Schmierfilm, der sich nur schwer entfernen lässt. Ein weiterer typischer Fehler ist zu fester Druck. Wer die Kreide in den Stoff presst, bekommt keine dünne Linie, sondern einen dicken Strich, der die Nahtzugabe unbrauchbar macht. Besser ist es, die Kreide flach zu halten und nur leicht über die Oberfläche zu streichen. Vor dem Bügeln sollte die Kreide vollständig entfernt sein, sonst brennt sie sich in die Faser ein.

Transporteurhöhe und Stichplatte kontrollieren Als Nächstes die Transporteurhöhe. Ragt der Transporteur zu tief unter der Stichplatte, greift er den Stoff nicht. Ragt er zu hoch, klemmt der Stoff zwischen Zähnen und Nähfuß und wird ungleichmäßig vorgeschoben. Lege ein Lineal oder eine Fühlerlehre unter den Nähfuß, drehe das Handrad, bis die Zähne ihre höchste Stellung erreichen, und miss den Abstand zwischen Zahnspitze und Stichplattenoberfläche. Bei den meisten Haushaltsmaschinen sind rund ein Millimeter richtig. Weicht der Wert deutlich ab, justiere die Transporteurhöhe über die Exzenter- oder Schraubverbindung im Unterbau, oder lasse sie justieren, wenn kein Zugang besteht.

Ein häufiger Fehler ist eine zu große Stichlänge. Bei zwei bis zweieinhalb Millimetern bleibt die Naht stabil, ohne den schmalen Umschlag zu durchlöchern. Ein anderer Fehler: mit zu hohem Nähfußdruck arbeiten. Der Stoff wird gestaucht, und der Umschlag verschiebt sich. Reduziere den Druck und nähe langsam. Achte außerdem darauf, dass Ober- und Unterfaden zur Stofffarbe passen. Ein Kontrastfaden macht den unsichtbaren Saum sichtbar.

Der Reißverschlussfuß wird bei den meisten Maschinen einfach gegen den normalen Fuß getauscht. Wichtig ist, dass der Schaft des Fußes tatsächlich in die Halterung einrastet; ein nur halb sitzender Fuß verrutscht bei der ersten Naht. Die Nadelposition stellt man auf die Seite, auf der genäht werden soll. Bei feinen Stoffen hilft ein Stück dünnes Klebeband auf der Stichplatte, damit der Stoff nicht in die Transportzähne gezogen wird.

Bei sehr glatten, dünnen oder elastischen Stoffen reicht die Standardeinstellung oft nicht aus. Lege in solchen Fällen dünnes Seidenpapier unter die Naht, nähe mit leicht erhöhtem Nähfußdruck und reduziere die Geschwindigkeit. Ziehe den Stoff nicht mit der Hand nach, sondern führe ihn nur seitlich. Wer den Stoff zieht, übernimmt die Arbeit des Transporteurs und verschlimmert das Verschieben, weil die Zähne dann keinen gleichmäßigen Griff mehr aufbauen können.

Nach dem Nähen kontrolliert man die Naht von beiden Seiten. Sitzt der Verschluss wellig, liegt das meist daran, dass der Stoff beim Nähen gedehnt wurde. In diesem Fall trennt man die Naht auf und näht mit kürzerem Stich und ohne Zug neu. Ein Reißverschluss, der sauber läuft, braucht keine Nacharbeit – er braucht nur den richtigen Fuß und einen gleichmäßigen Abstand zur Zahnreihe.

Wenn der Transporteur den Stoff nicht fasst und ihn stattdessen unter der Nadel nach vorn oder zur Seite schiebt, liegt das fast immer an einer falschen Kombination aus Nähfußdruck, Transporteurhöhe und Stichplatte. Der Transporteur kann den Stoff nur greifen, wenn seine Zähne im richtigen Moment über die Stichplatte hinausragen und der Nähfuß den Stoff gleichzeitig fest genug gegen die Zahnreihen drückt. Fehlt einer dieser beiden Faktoren, rutscht der Stoff durch, statt weitertransportiert zu werden.

Die Stichplatte ist ein weiterer häufiger Fehlerherd. Eine abgenutzte, verbogene oder falsch montierte Platte lässt die Zähne nicht sauber austreten. Kontrolliere, ob die Platte plan aufliegt, ob das Loch für den Transporteur frei von Fusseln und Fadenresten ist und ob die Zähne ohne Schleifen durchlaufen. Schon ein kleiner Grat an der Kante kann den Stoff zur Seite drücken. Reinige den Bereich regelmäßig mit einem Pinsel, niemals mit Druckluft, weil diese Fusseln in das Innere der Maschine bläst.

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