Le coeur perdu – Paris

Nadelstärke und Faden: warum die Stoffart die Wahl bestimmt

Mehrere Lagen verlangen längere Stic

Warum Dämmen so wichtig ist – Vorteile und Nutzen einfach erklärtEin weiterer Fehler: Nadel und Faden nur nach Gewicht wählen. Ein schwerer Stoff kann eine feine Nadel vertragen, wenn der Faden dünn ist. Ein leichter Stoff braucht eine dünne Nadel, auch wenn der Faden dicker erscheint. Immer beide Werte zusammen prüfen. Wer die Nadelstärke nach Stoffart und Faden getrennt einstellt, näht sauberer und schont die Maschine.

Für leichte, dehnbare Stoffe wie Jersey oder Single-Jersey eignen sich Kugelspitzen. Sie drücken die Maschen zur Seite, statt Fasern zu durchtrennen, und verhindern Laufmaschen. Bei fester Baumwolle, Leinen oder Canvas ist eine normale Spitze richtig, oft in einer Stärke höher als beim Jersey. Feine Seide und Chiffon verlangen eine Mikrotextil- oder Universalnadel mit schlanker Spitze, sonst zieht der Stoff Fäden. Wolle und Walkstoffe brauchen eine Nadel mit verstärkter Klinge, damit die dichte Faser nicht gestaucht wird.

Der Faden verschiebt die Grenze nach oben oder unten. Ein Polyesterfaden mit 40er Stärke läuft auf Jersey sauber mit einer 70er Nadel. Derselbe Faden auf Canvas braucht eine 90er oder 100er Nadel, sonst bricht er. Ein Baumwollfaden mit 50er Stärke verlangt eine 60er oder 70er Nadel, auch auf mittelschwerem Gewebe. Merke: Je dicker der Faden, desto größer die Nadel, aber nie größer als der Stoff es zulässt. Ein zu großes Nadelöhr schneidet bei feinem Gewebe Löcher.

Beim Einfädeln hilft eine Sicherheitsnadel, aber sie verhakt sich gern an der Nahtzugabe. Besser: Stecke eine kleine Büroklammer durch das Kordelende, oder wickle Klebeband um die Spitze. Führe die Kordel immer von einer Seite ein und ziehe sie mit kurzen, gleichmäßigen Bewegungen durch, statt ruckartig zu ziehen. Ein Ruck zieht Nahtzugaben mit, die sich dann im Kanal verkeilen.

Sobald zwei oder mehr Lagen dünnen Stoffes aufeinandertreffen, zum Beispiel bei einer Saumkante oder einer französischen Naht, darf die Stichlänge nicht mehr so kurz sein. Drei Millimeter sind hier ein guter Ausgangswert. Zu kurze Stiche drücken das Material zusammen, die Nadel sticht mehrfach in dieselbe Stelle und der Stoff wellt sich entlang der Naht. Besonders bei leichten Webstoffen hilft es, die Stichlänge um einen halben Millimeter zu erhöhen und den Nähfußdruck leicht zu verringern.

Die Nadelstärke wird nicht allein nach der Garnnummer gewählt. Entscheidend sind das Gewebe, die Webart und die Fadenbeschaffenheit. Ein dünner Faden in einer zu starken Nadel rutscht unsauber durch das Gestrick und hinterlässt Löcher. Ein dicker Faden in einer zu feinen Nadel wird gequetscht, franst aus und reißt an der Öhrkante. Wer beide Faktoren getrennt betrachtet, produziert Fehler. Die Stoffart gibt die Nadelspitze und das Material vor, der Faden bestimmt die Stärke.

Die Stichlänge ist kein fester Wert, der für jedes Projekt gleich bleibt. Sie hängt davon ab, wie viele Stofflagen unter der Nadel liegen, wie schwer der Stoff ist und wie stabil die Naht am Ende sitzen soll. Wird die Länge falsch gewählt, reißen Nähte auf, der Stoff wellt sich oder die Naht wirkt unsauber. Wer die folgenden Regeln beachtet, vermeidet die häufigsten Fehler.

Die Entscheidung hängt vor allem von der Zugrichtung ab. Nähknöpfe eignen sich für leichte Blusen, Kinderkleidung oder dehnbare Materialien, weil der Faden etwas nachgibt. Schlagknöpfe sitzen starr und sind für Jacken, Taschen, Leder und stark beanspruchte Verschlüsse gedacht. Wer einen Schlagknopf an dehnbarem Jersey befestigt, riskiert, dass der Stoff rund um den Knopf ausreißt. Umgekehrt ist ein Nähknopf auf einer Segeljacke nach kurzer Zeit abgerissen.

Zum Schluss: Verknote die beiden Kordelenden miteinander, bevor du sie durch den Tunnel ziehst. So kannst du den Beutel später nicht versehentlich ganz öffnen und die Kordel verlieren. Ein Stopper aus einem kleinen Stück Gummiband oder ein doppelter Knoten verhindert, dass sich der Zug von selbst löst. Wer diese fünf Punkte beachtet, hat einen Beutel, dessen Kordelzug auch nach vielen Waschgängen noch leicht gleitet.

Der Tunnel entsteht, indem du den oberen Rand des Beutels zweimal nach innen bügelst. Die erste Falte legst du so breit an, dass sie später die Kordel sauber umschließt, plus etwa fünf Millimeter Luft. Diese Luft ist entscheidend: Ohne sie presst der Stoff die Kordel fest. Die zweite Falte schlägst du schmaler, etwa einen Zentimeter, und nähst sie knappkantig ab. Wichtig ist, dass du vor dem Nähen die gesamte Kante gründlich bügelst. Ein ungebügelter Tunnel verzieht sich beim Nähen, und genau dort klemmt später die Kordel.

Ein Beutel mit Kordelzug steht und fällt mit einer einzigen Eigenschaft: Der Zug muss sich mit zwei Fingern öffnen und schließen lassen, ohne dass der Stoff klemmt oder die Kordel reißt. Wer schon einmal einen Beutel genäht hat, bei dem der Tunnelzug nach dem ersten Gebrauch blockierte, weiß, dass die Ursache selten am Knoten liegt. Sie liegt fast immer im Tunnel selbst, in der Nahtzugabe und in der Wahl der Kordel.

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