Le coeur perdu – Paris

Ab dem zweiten Jahr lohnt sich ein gezielter Aufbau. Von den neuen Trieben werden die kräftigsten als künftige Gerüsttriebe ausgewählt, alle übrigen an der Basis entfernt. So entsteht eine luftige Grundform, die von innen belichtet ist und weniger Krankheitsdruck hat. Bleibt der Strauch stattdessen dicht und verfilzt, sind Pilzkrankheiten und ein erneuter Rückschnitt vorprogrammiert. Ein Strauch, der nach einem radikalen Schnitt richtig aufgebaut wird, blüht meist im dritten Jahr wieder vollständig.

Der einäugige Zapfen ist die kürzeste Schnittform im Weinbau. Man lässt am Bogen oder an der Kordonstange nur ein einziges Auge stehen. Aus diesem einen Auge treibt im Frühjahr ein Trieb aus, der die Trauben trägt und gleichzeitig die Funktion des Zapfens für das Folgejahr übernimmt. Wer diese Form wählt, verzichtet bewusst auf einen eigenen Bogen und ein eigenes Zapfenauge. Die Rebe wird dadurch jedes Jahr aufs Neue gezwungen, aus einer einzigen Knospe den gesamten Ertrag und den nächstjährigen Zapfen zu bilden. Genau diese Konzentration hält die Pflanze dauerhaft produktiv und gesund.

Der richtige Zeitpunkt liegt nach der Ernte, etwa Ende August bis Mitte September. Dann sind die Knospen für das Folgejahr bereits angelegt, aber noch nicht voll differenziert. Ein Eingriff jetzt kostet weniger Ertrag als im Frühjahr. Alternativ kann man im Juni schneiden, solange die Triebe noch weich sind; dann heilen die Wunden schnell. Wer im Winter schneidet, riskiert zusätzlich Gummifluss und Infektionen, weil die Wunden bei Frost nicht verheilen.

Schneiden nach Blühgruppe: alte oder neue Trieb

Ab dem zweiten Jahr lohnt sich ein gezielter Aufbau. Von den neuen Trieben werden die kräftigsten als künftige Gerüsttriebe ausgewählt, alle übrigen an der Basis entfernt. So entsteht eine luftige Grundform, die von innen belichtet ist und weniger Krankheitsdruck hat. Bleibt der Strauch stattdessen dicht und verfilzt, sind Pilzkrankheiten und ein erneuter Rückschnitt vorprogrammiert. Ein Strauch, der nach einem radikalen Schnitt richtig aufgebaut wird, blüht meist im dritten Jahr wieder vollständig.

Was beim Schnitt schiefgeht und die Blüte kost

Typische Fehler beim einäugigen Zapfen sind schnell aufgezählt. Viele Winzer schneiden das Auge zu weit vom alten Holz ab, sodass ein langer Zapfen mit mehreren schlafenden Augen stehen bleibt. Aus diesen treiben dann Konkurrenztriebe aus, die dem Haupttrieb Wasser und Nährstoffe entziehen. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt in zu junges, unreifes Holz. Solche Augen treiben zwar aus, aber schwach und anfällig für Pilzkrankheiten. Auch das Belassen von zwei Zapfen pro Rebe führt dazu, dass die Pflanze überlastet wird und im nächsten Jahr kaum Fruchttriebe bildet. Wer dagegen konsequent nur ein Auge stehen lässt, hält den Stock klein und die Traubenqualität hoch.

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