Le coeur perdu – Paris

4 Fehler beim Schnitt der Forsythie nach der Blüte vermeiden

Die Schere bleibt trotzdem im Werkzeugkasten. Für dünne Zweige, Wurzeln und grünes Holz ist sie schneller und sauberer. Doch sobald der Widerstand steigt, wechselt das Werkzeug. Ein Schnitt mit der Säge dauert länger, erzeugt aber eine glatte Fläche. Ein Schnitt mit der Schere hinterlässt Quetschungen, die das Holz aufreißen lassen. Wer Totholz für den Ofen oder für den Bau von Beeten vorbereitet, sollte deshalb prüfen, ob die Säge wirklich scharf ist. Ein kurzer Test: mit leichtem Druck über einen trockenen Ast streichen. Bleibt die Säge hängen und zieht Späne, ist sie bereit. Rutscht sie ab, wird weiter gefeilt.

Vor dem Schnitt den Baum von allen Seiten betrachten. Zuerst alle kranken, abgestorbenen und sich kreuzenden Äste entfernen. Diese bringen weder Ertrag noch Licht. Danach das sogenannte Wasserschoss oder die steil nach oben wachsenden Triebe in der Kronenmitte ausdünnen. Ein Drittel bis die Hälfte der dichten Mitte darf weg. So fällt Licht auf das verbleibende Holz, und die Früchte können im Folgejahr ausreifen.

Totholz ist nicht gleich Totholz. Ein dürrer Ast am Boden lässt sich oft mit einer scharfen Gartenschere abtrennen. Sobald das Holz jedoch verwittert, Risse zeigt oder eingetrocknete Harzgallen enthält, stößt die Schere an ihre Grenze. Sie arbeitet mit zwei Klingen, die sich gegenseitig überdehnen. Bei hartem, trockenem Holz rutschen die Klingen ab, das Material wird gequetscht statt getrennt. Die Säge dagegen nimmt Späne ab. Genau deshalb muss die Säge schärfer sein als die Schere: Sie hat mehr Zähne, dünnere Schneiden und weniger Kraftreserven pro Zahn.

Was zuerst weicht und was stehen bleibt Nach den nach innen wachsenden Ästen kommen die sich kreuzenden und die reibenden. Wo zwei Äste sich berühren, entsteht eine Wunde, in die Holz und Rinde hineinwachsen. Einer der beiden muss weg, und zwar der schwächere, der ungünstiger steht oder in die falsche Richtung zeigt. Sind zwei gleich starke Äste betroffen, bleibt derjenige, der flacher abgeht und mehr Platz zur Seite hat. Alle Schnitte erfolgen auf Astring, also knapp am verdickten Übergang zum Stamm oder zum tragenden Ast.

Der wichtigste Schnitt beginnt im Winter, sobald die Reben vollständig in Vegetationsruhe sind. Man schneidet den einjährigen Trieb des Vorjahres auf ein kräftiges, gut ausgereiftes Auge zurück. Das Auge sollte an der Basis des Triebes sitzen, also nah am alten Holz. Schwache, dünne oder grüne Triebspitzen werden vollständig entfernt. Der Schnitt erfolgt etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Auge, damit dieses nicht austrocknet, aber auch nicht zu viel altes Holz stehen bleibt. Ein zu langer Zapfen aus vielen Augen produziert viele kleine Trauben und erschöpft die Rebe.

Die Forsythie gehört zu den ersten Sträuchern, die im Frühjahr Farbe in den Garten bringen. Ihr leuchtend gelber Flor erscheint noch vor dem Laubaustrieb, meist zwischen März und April. Wer den Strauch direkt nach der Blüte schneidet, sichert sich nicht nur eine üppige Blüte im nächsten Jahr, sondern hält die Pflanze auch kompakt und gesund. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Ein Schnitt zu spät im Jahr entfernt bereits angelegte Blütenknospen für die kommende Saison.

Stehen bleiben die kräftigen Leitäste, die gleichmäßig nach außen und oben streben. Sie bilden das Gerüst und tragen in den Folgejahren die Hauptlast der Ernte. Auch kurze, gut belichtete Fruchttriebe im äußeren Kronenbereich bleiben, denn sie sind die Grundlage für den Ertrag des nächsten Jahres. Man kürzt sie nicht, sondern lässt sie wachsen und entfernt nur das, was zu dicht steht. Ein häufiger Fehler ist das zu starke Einkürzen der Leitäste: Der Baum reagiert mit langen, unverzweigten Trieben, die erst recht wieder Licht rauben.

Ein Apfelbaum, der über Jahre nicht geschnitten wurde, bildet eine Krone, in der sich Äste gegenseitig bedrängen. Das Innere verkahlt, das Licht fehlt, die Früchte bleiben klein und sitzen nur noch außen. Bevor man zur Säge greift, sollte man den Baum von zwei Seiten betrachten und die problematischen Äste mit farbigem Band markieren. Wer blind losschneidet, nimmt später oft einen Hauptast heraus, den er eigentlich hätte stehen lassen sollen.

Ein weiterer typischer Fehler ist der Schnitt zur falschen Zeit. Wer im Herbst oder Winter bei Frost schneidet, riskiert Frostrisse an den Wunden und Pilzbefall. Besser ist der späte Winter oder das zeitige Frühjahr, kurz bevor die Knospen schwellen. Bei starkem Befall mit Mehltau oder Krebs schneidet man befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurück und desinfiziert die Schere zwischen den Schnitten, damit die Sporen nicht auf die nächste Wunde gelangen.

Nach dem Auslichten sollte man das Schnittgut aus der Anlage entfernen, besonders wenn es von kranken Ästen stammt. Im selben Jahr trägt der Baum oft weniger, weil die verbliebenen Früchte besser ernährt werden und größer ausfallen. Wer die Kronenmitte frei hält und jedes Jahr nur wenige Äste nimmt, hält den Baum dauerhaft gesund, ohne ihn in einem einzigen Eingriff zu überfordern.

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