Le coeur perdu – Paris

5 Maßnahmen gegen Hohlstellen beim Fliesenlegen im Neubau

Typische Fehler im Neubau sind zu frühes Verlegen auf nicht ausreichend getrocknetem Estrich, fehlende Bewegungsfugen an Wandanschlüssen und das Überspringen der Haftprüfung. Ebenfalls problematisch: Fliesen mit stark profilierter Rückseite ohne zusätzliches Hinterspachteln verlegen. Prüfen lässt sich die Hohlstellenfreiheit nach dem Abbinden durch Abklopfen oder mit einem Kugelschreibergriff. Klingt es hohl, muss die Fliese entfernt und neu gesetzt werden. Wer diese Kontrolle direkt nach dem Verlegen durchführt, kann Fehler korrigieren, bevor der Kleber ausgehärtet ist.

Untergrund vorbereiten, nicht überspringen Bevor die erste Fliese gesetzt wird, muss die Wand sauber, tragfähig und trocken sein. Tapete restlos entfernen, lose Putzschichten abschlagen, Fett und Silikonreste mit einem geeigneten Reiniger abwaschen. Saugende Untergründe wie Gipskarton oder Kalkputz werden mit einem Tiefengrund vorgestrichen, sonst zieht der Kleber zu schnell an und die Fliese sitzt nicht mehr plan. Auf Fliesen, die bereits an der Wand sind, hält Montagekleber nur, wenn die alte Oberfläche angeraut und entfettet wurde. Ein Fliesenkreuz oder Klebebandstreifen markiert vorab die Außenkante des Rahmens, damit die Fliesen nicht wandern.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Schraube, sondern in dem, was die Wand dem Dübel entgegensetzt. Vollmaterial wie Beton oder Vollstein kann den Druck, den ein Dübel beim Eindrehen erzeugt, großflächig aufnehmen. Der Dübel spreizt sich, presst sich gegen das Bohrloch und hält durch Reibung und formschlüssige Verankerung. Hohlraumwände dagegen – Gipskarton, Hohlblock aus Leichtbeton, Spanplatten – haben kaum Materialstärke. Ein normaler Spreizdübel findet dort keinen Widerstand, er dreht sich leer und fällt heraus. Deshalb arbeitet der Hohlraumdübel mit einer völlig anderen Mechanik: Er stützt sich hinter der Platte ab, nicht in ihr.

Typische Fehler zeigen sich meist nach einigen Monaten. Ein häufiger Fehler ist zu wenig Kleber: Wer nur vier kleine Punkte setzt, bekommt Spannungen, weil sich das Gewicht auf wenige Stellen konzentriert. Ein anderer Fehler ist das sofortige Andrücken mit voller Kraft – der Kleber braucht Zeit, um abzubinden, und wer zu früh nachjustiert, zerstört die Haftung. Bei Spiegeln im Gäste-WC kommt Feuchtigkeit hinzu. Wer dort auf wasserfesten Kleber verzichtet, riskiert, dass sich der Spiegel langsam löst. Nach dem Anbringen den Spiegel mindestens einen Tag nicht belasten, besser zwei.

Nass in nass arbeiten, nicht in Bahnen denk

Beim Einlegen der Fliese zählt gleichmäßiger Druck über die gesamte Fläche. Fliesen nicht nur in die Mitte drücken, sondern mit einem Gummihammer oder einem geeigneten Andrückwerkzeug vom Zentrum nach außen arbeiten. Das verteilt den Kleber bis in die Ecken. Besonders bei großformatigen Fliesen und bei Verlegung im Dünnbett reicht das einfache Einschieben nicht aus. Wer sofort nach dem Setzen leicht anhebt, sieht, ob der Kleber die Rückenstruktur vollständig benetzt. Trockene Stellen bedeuten später Hohlräume.

Ein Spiegel im Gäste-WC oder über der Küchenarbeitsplatte wirkt erst dann fertig, wenn er einen Rahmen aus Fliesen bekommt. Viele greifen dabei zu einem Fliesenkleber aus dem Restbestand der letzten Badsanierung. Genau das ist der häufigste Fehler. Spiegel werden an der Rückseite mit einer dünnen Schutzschicht versehen, die auf Feuchtigkeit und chemische Weichmacher empfindlich reagiert. Ein zementärer Fliesenkleber härtet alkalisch aus und greift diese Schicht an. Nach wenigen Monaten zeigen sich am Rand schwarze Flecken, die sogenannte Spiegelpest. Sie lässt sich nicht mehr entfernen, der Spiegel muss ersetzt werden.

Ein durchdachter Ablauf verhindert Hohlstellen zuverlässiger als jedes Nacharbeiten. Untergrund vorbereiten, Kleber korrekt anmischen, vollflächig auftragen und die Fliese mit Druck einbetten – diese vier Schritte greifen ineinander. Im Neubau lohnt es sich, vor dem Verlegen eine kleine Testfläche anzulegen und nach dem Abbinden abzuklopfen. So zeigt sich früh, ob Material, Werkzeug und Technik zusammenpassen.

Die erste Prüfung ist die Klopfprobe. Mit dem Knöchel oder einem Gummihammer leicht gegen die Wand klopfen. Klingt es hohl und dumpf zugleich, sitzt hinter einer dünnen Platte ein Hohlraum – typisch für Ständerwerk mit Gipskarton. Klingt es hell und hart, ist die Wand massiv. Ein dumpfes, kurzes Geräusch ohne Nachhall deutet auf verputztes Mauerwerk oder Beton. Wichtig: Nicht auf eine einzelne Stelle verlassen. Alle 30 bis 40 Zentimeter klopfen, denn Übergänge zwischen Materialien sind häufig.

Der Untergrund muss sauber, tragfähig und saugfähig sein. Zement- und Calciumsulfatestriche im Neubau sind oft mit Trennmitteln, Staub oder Gipsresten verunreinigt. Diese Schichten saugen kein Wasser auf und verhindern die Haftung. Vor dem Verlegen den Estrich abschleifen, gründlich absaugen und mit einer Grundierung passend zum Untergrund vorstreichen. Bei Calciumsulfatestrich ist eine sperrende Grundierung nötig, damit die Feuchtigkeit aus dem Fliesenkleber nicht zu schnell entzogen wird. Ohne diese Vorarbeit kann selbst ein teurer Flexkleber keine dauerhafte Verbindung aufbauen.

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