Le coeur perdu – Paris

Radikaler Rückschnitt: welche Gehölze treiben zuverlässig neu aus

Die zweite Gruppe – Rispenhortensien und Schneeballhortensien – blüht am neuen Holz. Ihre Knospen entstehen erst im Frühjahr an den frisch austreibenden Trieben. Diese Sorten vertragen einen kräftigen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, solange kein starker Frost mehr droht. Ein Rückschnitt auf 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden fördert kräftige Neutriebe und große Blütenrispen. Wer hier im Spätsommer schneidet, nimmt der Pflanze die Anlage für das nächste Jahr. Ein weiterer Fehler: Ein zu später Schnitt im Mai, wenn die neuen Triebe schon Knospen tragen, entfernt diese ebenfalls.

Typische Fehler sind ein zu tiefer Schnitt direkt über dem Wurzelhals, ein Schnitt in der Vegetationszeit und das gleichzeitige Zurücksetzen aller Triebe bei jungen oder geschwächten Pflanzen. Auch der Schnitt an einem Standort mit Staunässe oder tiefem Schatten kostet viele Gehölze die Kraft zum Neuaustrieb. Wer düngt und wässert, fördert die Regeneration, sollte aber auf zu viel Stickstoff verzichten, weil das weiches, krankheitsanfälliges Holz produziert.

Was am Schnitttag konkret zu tun i

Nicht jeder Baum verzeiht den radikalen Rückschnitt. Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer und Zypresse treiben aus altem Holz kaum oder gar nicht wieder aus und bleiben nach dem Kahlschlag dauerhaft kahl. Auch Birke, Buche, Kastanie, Walnuss und Zierkirschen reagieren empfindlich. Bei ihnen führt der Schnitt auf den Stock oft zum Absterben. Wer sich unsicher ist, sollte zunächst nur einen Teil der Triebe zurücksetzen und den Neuaustrieb beobachten, bevor der ganze Strauch fällt.

Der Schnitt erfolgt in zwei Stufen. Zuerst sägt man den Ast ein Stück außerhalb des Kragens von unten an, dann von oben, bis er herunterfällt. Diese Kerbe verhindert, dass die Rinde beim Abbrechen in den Stamm hineinreißt. Erst danach setzt man den eigentlichen Schnitt direkt am äußeren Rand des Astkragens an, ohne ihn zu verletzen. Die Säge oder Schere bleibt parallel zur Stammachse, nicht schräg nach innen. Ein leicht ovaler Schnitt senkrecht zur Astachse ist richtig, ein konkaver Hohlraum falsch.

Der Entlastungsschnitt setzt oberhalb

Schneide mit einer scharfen Säge oder Astschere glatt und ohne Quetschungen, etwa zehn bis zwanzig Zentimeter über dem Boden. Arbeite mit leicht schräger Schnittführung, damit Wasser ablaufen kann, und lasse keine Stummel von mehr als einer Handbreite stehen. Bei mehrstämmigen Sträuchern setzt du nicht alle Triebe gleichzeitig auf den Stock, sondern lässt ein bis zwei starke Triebe stehen. Diese dienen als Saftleiter und sichern den Neuaustrieb, falls der eigentliche Stumpf schwächelt.

Efeu an der Fassade sieht jahrzehntelang harmlos aus, bis er an Fensterrahmen, Dachrinnen und Fugen ankommt. Wer ihn dort entfernt, wo er Putz und Mörtel gefährdet, muss verstehen, wie die Pflanze haftet. Anders als Ranken mit Saugfüßchen bildet der Gemeine Efeu keine Haftwurzeln, die in den Stein eindringen. Er kriecht mit feinen Wurzeln in mikroskopisch kleine Risse und Unebenheiten. Solange der Putz intakt ist, bleibt der Schaden gering. Sobald jedoch Feuchtigkeit in Hohlräume gelangt, sprengt Frost den Untergrund – und der Efeu beschleunigt diesen Prozess, weil er Wasser speichert und die Wand langsamer abtrocknet.

Wer den Efeu dauerhaft in Schach halten will, sollte ihn nicht direkt an die Fassade pflanzen. Setzen Sie ihn in ein Pflanzbeet mit einer Wurzelsperre, die mindestens 60 Zentimeter tief reicht. Alternativ lässt sich Efeu an einem freistehenden Rankgerüst ziehen, das etwa 20 Zentimeter vor der Wand steht. So kann Luft zirkulieren, und Feuchtigkeit trocknet schneller ab. Kontrollieren Sie außerdem einmal im Jahr die Fugen mit einem schmalen Schraubendreher. Lockere Mörtelreste lassen sich mit einer Mörtelfuge aus Kalkmörtel nachbessern – Zementmörtel ist zu hart und sprengt den alten Putz.

Schnittmaßnahmen sollten den Efeu nicht bis zum Boden zurücknehmen. Ein radikaler Rückschnitt auf das alte Holz führt oft dazu, dass die Pflanze aus dem Wurzelstock neu austreibt und dann umso schneller wieder die Fassade erreicht. Besser ist ein regelmäßiger Form- und Erhaltungsschnitt: Kappen Sie Triebe, die in Fensternähe, an Fallrohren oder unter Dachüberständen wachsen, etwa eine Handbreit über dem letzten Blattansatz. So bleibt ein dichter, aber flacher Bewuchs, der die Wand nicht aufreißt. Zwischen Efeu und Fugen sollte stets ein Abstand von mindestens zehn Zentimetern eingehalten werden.

Worauf es beim Schnittzeitpunkt und der Technik ankommt Der richtige Zeitpunkt entscheidet mit über den Erfolg. Setze Gehölze am besten im Spätwinter, zwischen Ende Januar und Anfang März, auf den Stock. Dann ist die Pflanze in der Winterruhe, die Wunden sind vor Spätfrösten geschützt und der Austrieb startet mit voller Kraft. Ein Schnitt im Herbst ist riskant, weil frische Schnittflächen Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt sind und Pilze leicht eindringen können. Ausnahmen bilden nur frostharte, robuste Arten wie Weide oder Hartriegel, die auch einen etwas späteren Termin tolerieren.

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