Le coeur perdu – Paris

Wurzeln kürzen oder lassen: So sitzen Aquarienpflanzen richtig fest

Ein dauerhaft stabiles Becken hält den Schneckenbestand von selbst niedrig. Dazu gehören sparsame Fütterung, regelmäßige Wasserwechsel, eine dichte Bepflanzung und eine Reinigung, die Mulm nicht aufwirbelt, sondern absaugt. Wer neu eingerichtete Becken einlaufen lässt, bevor Fische einziehen, verhindert von Anfang an überschüssige Nährstoffe. Treten trotzdem massenhaft Schnecken auf, ist das ein Hinweis auf ein anderes Problem im Becken, nicht auf die Tiere selbst. Wer zuerst die Ursache beseitigt, muss Schnecken weder bekämpfen noch aus dem Becken verbannen.

Bevor der Abzieher überhaupt zum Einsatz kommt, muss die Scheibe vorgereinigt werden. Lose Partikel wie Sand, Staub oder Pollen wirken wie Schleifpapier. Zuerst mit klarem Wasser abspülen, dann mit einem Schwamm und einem Tropfen Spülmittel die Fläche lösen. Erst danach mit dem Abzieher arbeiten. Wer direkt nach dem Einweichen abzieht, verteilt den Schmutz und zieht ihn in das Gummi. Besonders an der Unterkante und in den Ecken sammelt sich feiner Abrieb, der beim nächsten Zug Kratzer hinterlässt.

Abstand ist der am häufigsten unterschätzte Faktor. Pflanzen wachsen in die Breite, und wer sie nach dem Aussehen im Verkaufsbecher setzt, hat nach acht Wochen einen undurchdringlichen Teppich. Als Faustregel gilt: mindestens die halbe spätere Wuchsbreite zwischen den Exemplaren lassen. Bei niedrigen Vordergrundpflanzen reichen fünf Zentimeter, bei großen Solitärpflanzen deutlich mehr. Gruppen derselben Art wirken dichter, wenn man sie in unregelmäßigen Blöcken setzt statt in einer Reihe.

Zuerst die Steinwolle. Sie dient im Handel nur als Transportpolster und hat im Becken nichts zu suchen. Reste verrotten im Bodengrund und setzen Nährstoffe frei, die Algen begünstigen. Die Wolle lässt sich am besten unter lauwarmem Wasser abspülen: die Pflanze am Wurzelhals halten, die Wolle mit den Fingern Strähne für Strähne abziehen. Einzelne Fasern zwischen den Wurzeln mit einer Pinzette herausziehen. Nicht mit Gewalt reißen, sonst bricht der empfindliche Wurzelhals. Bleiben trotzdem Reste hängen, ist das kein Drama — sie verschwinden meist von selbst.

Während der Dunkelkur fütterst du nicht oder nur minimal, damit kein Futter zerfällt und Nährstoffe nachliefert. Sauerstoff muss weiter zugeführt werden, also Strömungspumpe oder Sprudelstein laufen lassen. Belüfte das Wasser stärker als sonst, denn in der Dunkelheit produzieren die Pflanzen keinen Sauerstoff. Filter und Heizung bleiben in Betrieb. Prüfe täglich die Tiere: Atemnot oder auffälliges Verhalten bedeutet Abbruch.

Beim Futter gilt: weniger ist mehr. Zwerggarnelen fressen ständig kleine Mengen, aber eine überfütterte Portion belastet das Wasser. Ein bis zwei kleine Futtergaben pro Tag reichen, besser alle zwei Tage eine Portion, die innerhalb von zwei Stunden verschwindet. Geeignet sind spezielle Garnelenfutter, blanchiertes Gemüse wie Zucchini oder Spinat und Laub. Futtertabletten für Fische enthalten oft zu viel Phosphat und sollten nicht die Hauptnahrung sein. Proteinreiches Futter ein- bis zweimal pro Woche unterstützt die Häutung, zu viel davon führt aber zu schnellem Wachstum und Problemen. Reste immer absaugen.

Beim Kürzen der Wurzeln gehen viele zu zaghaft vor. Zu lange Wurzeln lassen sich schlecht im Bodengrund verankern und faulen im unteren Substratbereich ab. Kürzen auf etwa zwei bis drei Zentimeter ist üblich und unproblematisch. Sauberer Schnitt mit einer scharfen Schere, nicht quetschen. Bei kräftigen Rosettenpflanzen wie Echinodorus schneidet man die starken Hauptwurzeln mit, seitliche Faserwurzeln bleiben dran. Nach dem Schnitt die Pflanze kurz wässern, damit sie sich erholt.

Transformierbare und platzsparende Möbel ▶3Nach dem Abziehen bleibt oft ein feiner Rand an den Seiten und unten. Diesen nicht mit dem Abzieher nachbessern, sondern mit einem fusselfreien Tuch trocken tupfen. So vermeidest du, dass Wasser in die Rahmenfuge läuft und dort später wieder austritt. Kontrolliere die Lippe nach jeder Reinigung und tausche sie aus, sobald sie hart wird oder Risse zeigt. Ein sauberer Abzieher, die richtige Technik und etwas Geduld ergeben streifenfreie Scheiben ohne Kratzer.

Beim Einsetzen neuer Aquarienpflanzen entscheidet die Vorbereitung darüber, ob sie anwachsen oder nach wenigen Wochen faulen. Drei Dinge werden dabei fast immer falsch gemacht: die Wurzeln bleiben zu lang, die Steinwolle wird nur grob abgezupft, und die Pflanzen stehen zu dicht beieinander. Wer diese drei Punkte bewusst angeht, spart sich später Ausfälle und Algenprobleme.

Verstecke einrichten, die wirklich angenommen werden Zwerggarnelen brauchen Rückzugsorte, sonst sitzen sie permanent unter Stress und häuten sich schlecht. Bewährt haben sich Mooskugeln, feinfiedrige Wasserpflanzen, Tonröhren und Laubblätter. Eichen- oder Buchenlaub, vorher abgebrüht, sinkt nach ein bis zwei Tagen und bildet natürliche Verstecke. Ein dichter Pflanzenwuchs in den Ecken ist wichtiger als eine große Höhle in der Mitte. Wichtig: keine scharfen Kanten an Steinen oder Wurzeln, sonst verletzen sich die Tiere bei der Häutung. Typischer Anfängerfehler ist ein zu leeres Becken mit nur einer Pflanze. Die Garnelen stehen dann sichtbar am Glas und wirken scheu.

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