Warum sich der meiste Schlamm am Boden samme
Während der Dunkelkur bleibt die Filterung in Betrieb, aber ohne CO2-Zufuhr und ohne Düngung. Die Fische bekommen kein Futter, gesunde Tiere überstehen drei bis fünf Tage problemlos. Eine Belüftung mit Ausströmerstein ist sinnvoll, weil nachts der Sauerstoffgehalt sinken kann. Nach der Dunkelkur folgt ein großer Wasserwechsel von mindestens der Hälfte, danach vorsichtig mit reduzierter Beleuchtungsdauer starten – zunächst sechs Stunden täglich, dann langsam steigern.
Wer Schwimmpflanzen als Rückzugsraum für Tiere nutzen will, muss auf die Wuchsform achten. Schwimmendes Laichkraut, Wasserlinsen und Hornkraut bilden dichte Teppiche, in denen sich Jungfische, Kaulquappen und Insektenlarven verstecken. Diese dichten Bestände dürfen jedoch nicht die gesamte Oberfläche einnehmen, sonst erstickt der Gasaustausch. Ein freier Bereich von mindestens einem Drittel der Fläche bleibt immer offen – dort kann das Wasser atmen, und Futterreste sinken ab, ohne sofort zu faulen.
Bevor man eingreift, muss man den Nährstoffhaushalt prüfen. Cyanobakterien profitieren von einem Ungleichgewicht: viel gelöster organischer Kohlenstoff, hohe Phosphatwerte bei gleichzeitig niedrigem Nitrat, dazu wenig Sauerstoff und schwache Strömung. Typische Auslöser sind überfütterung, zu wenig Wasserwechsel, ein überbesetzter Besatz, verdichteter Bodengrund und abgestorbene Pflanzenteile. Wer nur die Algen entfernt, aber diese Faktoren nicht ändert, bekommt sie nach wenigen Wochen zurück.
Wer das Wässern überspringt, weil „das Holz ja trocken aussieht”, bekommt die Quittung später: Die Gerbstoffe reagieren mit Metall, hinterlassen Flecken auf angrenzenden Oberflächen und stören jede spätere Lack- oder Ölschicht. Besonders kritisch ist das bei Eiche, Robinie, Kastanie und Nussbaum, aber auch bei Lärche und Douglasie. Nadelhölzer geben zusätzlich Harze ab, die sich als klebriger Film absetzen.
Häufige Fehler: Die Dunkelkur wird zu kurz gemacht, die Abdeckung ist nicht wirklich lichtdicht, oder man düngt direkt danach wieder stark. Auch der Bodengrund wird oft vergessen – dort sitzen die Bakterien tief. Nach der Kur sollte man die Strömung erhöhen und für mehr Sauerstoff sorgen. Ein dauerhaft stabiles Verhältnis von Nitrat zu Phosphat, regelmäßige Wasserwechsel und maßvolle Fütterung verhindern den nächsten Ausbruch wirksamer als jedes Mittel gegen die Algen selbst.
Wässern richtig ansetzen: Wechseln statt warten Der häufigste Fehler ist, das Holz tagelang in derselben Brühe liegen zu lassen. Dann sättigt sich das Wasser mit Extraktstoffen, und der Effekt kehrt sich um: Das Holz nimmt die gelösten Stoffe wieder auf. Besser ist ein rhythmischer Wechsel. Das Holz vollständig untertauchen, nach sechs bis zwölf Stunden das Wasser komplett ablassen, frisches Wasser einfüllen und den Vorgang zwei- bis viermal wiederholen, bis das Wasser klar bleibt. Bei stark gerbstoffhaltigen Hölzern kann das mehrere Tage dauern. Ein umgedrehtes Blech oder beschwerte Kanthölzer verhindern, dass das Holz aufschwimmt.
Die Beckengröße und die Versteckzahl lassen sich nicht getrennt planen. Ein Meter Beckenlänge mit sechs Tieren und neun Verstecken funktioniert nur, wenn zusätzlich die Sichtachsen gebrochen sind. Das bedeutet: Bepflanzung bis zur Wasseroberfläche, Wurzeln, die den Vordergrund vom Hintergrund trennen, und freie Sandflächen für die Brutpflege. Wer zu viele Höhlen auf zu kleinem Raum setzt, erzeugt Streit um die besten Plätze. Wer zu wenige setzt, erzeugt Streit um jeden Platz. Die Kunst liegt in der Verteilung, nicht in der Menge.
Dunkelkur richtig durchführen Die Dunkelkur ist die zuverlässigste Methode, um Cyanobakterien großflächig zu schwächen. Dafür wird das Aquarium vollständig abgedunkelt – nicht nur das Licht ausgeschaltet, sondern das Becken mit einer lichtundurchlässigen Decke oder Folie umhüllt. Wichtig ist, dass kein Tageslicht und kein Restlicht der Raumbeleuchtung eindringt. Vorher entfernt man so viel Belag wie möglich per Schlauch, saugt Mulm ab und macht einen Wasserwechsel von etwa der Hälfte des Volumens.
Frisch geschlagenes Holz gibt beim ersten Kontakt mit Wasser braune bis rötliche Farbstoffe ab. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern Physik und Chemie: Im Splintholz stecken Gerbstoffe, Zucker, Stärke und wasserlösliche Extraktstoffe, die beim Trocknen an der Oberfläche auskristallisieren oder im Zellgewebe verbleiben. Sobald Wasser eindringt, lösen sich diese Stoffe und wandern mit der Flüssigkeit aus. Deshalb färbt sich das Wasser, und deshalb schäumt es bei manchen Hölzern zusätzlich.
Blaualgen, genauer Cyanobakterien, sind keine Algen im botanischen Sinn, sondern Bakterien. Sie bilden einen dunkelgrünen bis blauschwarzen, schleimigen Belag, der oft nach feuchter Erde oder Moder riecht. Wer sie einmal hatte, erkennt sie schnell wieder: Der Belag lässt sich in zusammenhängenden Fetzen abziehen, wächst über Pflanzen, Scheiben und Bodengrund und breitet sich innerhalb weniger Tage stark aus. Ein bloßes Absaugen hilft kurzfristig, beseitigt aber nicht die Ursache.
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