Le coeur perdu – Paris

Wenn Hochglanzfronten streifenfrei bleiben sollen, zählt die richtige Technik

Zunächst muss klar sein, was tatsächlich beschädigt ist. Bei Rigips unterscheidet man drei Fälle: kleine Löcher bis etwa fünf Millimeter, größere Bohrlöcher mit beschädigter Pappschicht und Risse, die oft an den Stößen der Platten verlaufen. Jeder Fall verlangt ein anderes Vorgehen. Ein wichtiger Punkt: Vor jeder Reparatur lose Gipskrümel und Staub entfernen, sonst hält kein Spachtel. Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz reicht dafür völlig.

Vor dem Lackieren alle Vertiefungen, Fugen und Kanten prüfen. Kleine Risse mit Holzspachtel schließen, der zur späteren Lackfarbe passt. Nach dem Trocknen planschleifen. Für ein gleichmäßiges Ergebnis die Tür flach legen und mit einer Schaumstoffrolle oder einem Pinsel in dünnen Schichten arbeiten. Zwei bis drei dünne Schichten sind besser als eine dicke. Zwischen den Schichten leicht anschleifen, damit die nächste Schicht greift. Beim Lackieren der Kanten zuerst, dann die Flächen – so laufen keine Tropfen über die Kanten.

Typische Fehler: zu wenig Reinigung, kein Anschleifen, fehlender Haftgrund, Überstreichen von Silikonfugen, zu dicke Farbschichten und zu kurze Trocknungszeiten. Wer diese Punkte ignoriert, produziert eine Oberfläche, die nach wenigen Wochen abblättert oder Risse zeigt. Auch die Wahl der falschen Farbe – etwa normale Dispersionsfarbe – führt zu einem unbrauchbaren Ergebnis. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Farbe für Fliesen und Feuchträume geeignet ist. Testen Sie an einer unauffälligen Stelle, ob die Haftung stimmt. Erst dann streichen Sie die gesamte Fläche.

Zur Pflege gehört auch der Umgang mit Feuchtigkeit an Kanten und Griffmulden. Nach dem Wischen die Bereiche um Griffe, Kanten und Übergänge mit einem trockenen Tuch nachgehen. Stehendes Wasser ist der größte Feind von Hochglanzfronten an den Schnittstellen. Wer diese einfachen Regeln einhält – erst staubwischen, dann feucht reinigen, mit sauberem Mikrofaser nachtrocknen und gelegentlich einen Schutzfilm auftragen –, hält die Oberfläche dauerhaft streifenfrei und reduziert sichtbare Fingerabdrücke erheblich, ohne den Lack anzugreifen.

Nach dem Wechsel prüfen Sie alle Anschlüsse auf Dichtheit. Ein tropfender Duschkopf verschwendet mehr Wasser als ein verstopfter. Bei Niederdrucksystemen kann ein Wassersparmodell den Durchfluss zu stark reduzieren. Testen Sie daher zunächst, ob der Wasserdruck für Ihre Dusche ausreicht. Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, bewahren Sie den alten Duschkopf auf, um ihn beim Auszug wieder anzubringen. So vermeiden Sie Diskussionen mit dem Vermieter.

Für die eigentliche Reinigung reicht in den meisten Fällen lauwarmes Wasser mit einem Spritzer neutralem Spülmittel. Ein Schuss Spiritus im Wasser hilft, Fettfilm und Fingerabdrücke zu lösen, sollte aber nur bei lackierten oder gläsernen Oberflächen zum Einsatz kommen und nicht bei geölten oder gewachsten Fronten. Das Tuch wird nur feucht, nicht nass ausgewrungen, denn Wasser, das in Kanten oder Kassetten läuft, hinterlässt Randbildung und kann aufquellende Pressspanbereiche verursachen. Anschließend wird mit einem zweiten, trockenen Mikrofasertuch nachgewischt, um Restfeuchtigkeit aufzunehmen. Wer nur mit einem Tuch arbeitet, verteilt Schmutz und Wasser erneut.

Fingerabdrücke lassen sich vermeiden, indem nach der Reinigung ein dünner Antistatikfilm aufgetragen wird. Dafür gibt es spezielle Pflegemittel für Hochglanzflächen, die einen unsichtbaren Schutzfilm hinterlassen und das Anfassen weniger sichtbar machen. Ein alternativer Hausmittel-Tipp ist ein Tropfen Babyöl auf einem trockenen Tuch, mit dem die Front dünn abgerieben wird. Auch hier gilt: weniger ist mehr. Zu viel Öl zieht Staub an und schmiert. Nicht geeignet sind Scheuermilch, Essigreiniger in hoher Konzentration, Azeton oder chlorhaltige Reiniger, da sie Lacke anlösen oder matt machen können.

Mikrokratzer entstehen fast immer durch falsche Handhabung, nicht durch normale Nutzung. Deshalb gilt: niemals trocken reiben, sondern immer mit Feuchtigkeit arbeiten. Keine Schwämme mit rauer Seite, keine Bürsten, keine Stahlwolle. Beim Abwischen von Fettspritzern in der Küche zuerst einweichen lassen, damit der Schmutz sich löst, statt ihn mit Druck abzuschaben. Wer regelmäßig reinigt, braucht keinen Kraftaufwand. Kontrollieren lässt sich das Ergebnis am besten bei schräg einfallendem Licht – dort zeigen sich Streifen und Kratzer sofort, während sie bei direktem Licht oft unsichtbar bleiben.

Streifen entstehen nicht durch fehlende Kraft, sondern durch falsche Tücher Häufigste Fehlerquelle sind fusselnde oder bereits verschmutzte Tücher. Ein Mikrofasertuch, das nach dem Reinigen in der Maschine mit Weichspüler gewaschen wurde, verliert seine Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, und hinterlässt Schlieren. Weichspüler lagert sich auf den Fasern ab und macht sie wasserabweisend. Ebenso problematisch sind Papiertücher oder Geschirrtücher mit harter Kante, die beim Wischen Kratzer setzen. Für Hochglanz geeignet sind kurzflorige, saubere Mikrofasertücher, die ausschließlich für diesen Zweck genutzt werden. Nach dem Waschen kalt oder bei niedriger Temperatur trocknen, ohne Weichspüler und ohne Trocknerblätter.

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