Für den Blindsaum mit der Maschine gibt es zwei gängige Wege: den echten Blindstich, den viele Nähmaschinen als eigenen Stich anbieten, und den unsichtbaren Saum mit einem einfachen Geradstich in Kombination mit einem versäuberten Rand. Beim Blindstich arbeitet die Maschine mit einer speziellen Nadel- und Greiferbewegung, die den Stoff nur an wenigen Punkten durchsticht. Beim Geradstich-Verfahren wird der Stoff zuvor versäubert und dann von Hand oder mit einem schmalen Zickzackstich so gefasst, dass die Naht auf der Außenseite flach bleibt. Welcher Weg besser ist, hängt vom Stoff, von der Maschine und vom gewünschten Effekt ab.
Beim Nähen selbst hilft es, langsam zu arbeiten und die Stichlänge gegebenenfalls während der Naht zu ändern. Viele Maschinen erlauben das über ein Rad oder eine Taste. Wer an der Übergangsstelle kurz anhält, die Nadel im Stoff lässt, den Nähfuß anhebt und die Stichlänge neu einstellt, vermeidet einen sichtbaren Sprung. Keinesfalls sollte während des Nähvorgangs am Stoff gezogen werden, um den Transport zu unterstützen — das verzieht die Naht und belastet das Getriebe.
Typische Fehler tauchen immer wieder auf. Häufig wird die Nadelstärke falsch gewählt: Für zwei Nadeln gilt, dass jede einzeln dünner sein muss als bei einer Einzelnadel, sonst durchstechen sie den Stoff nicht sauber. Eine 80er Zwillingsnadel für leichte Stoffe, eine 90er für mittlere – das reicht meist. Ein zweiter Fehler ist das Nähen über dicke Quernähte. Treffen die beiden Nadeln auf eine Kante, brechen sie leicht. Hier hilft es, die Naht vorher zu verriegeln und die Stelle per Hand zu übernähen.
Druck, Zahnung und Nadel im Zusammenspiel prüfen Reicht die Höhe, aber der Stoff rutscht weiter, ist der des Nähfußes zu gering. Der Fuß muss den Stoff gleichmäßig auf die Zahnung drücken, ohne ihn zu bremsen. Bei zu wenig Druck hebt der Stoff beim Einstechen leicht ab, die Zahnung verliert den Griff. Bei zu viel Druck werden feine Stoffe gequetscht und die Zahnung hinterlässt Abdrücke. Der Druck wird über die Stellschraube an der Nadelstange justiert, meist in kleinen Vierteldrehungen. Zwischen den Einstellungen immer wieder eine kurze Naht nähen, nicht nur einmal.
Wer eine Spule mit locker aufliegendem Faden wickelt, produziert Schlaufen, noch bevor der erste Stich fällt. Das Problem entsteht nicht an der Maschine, sondern auf der Spule. Ein Faden, der sich nicht gleichmäßig und mit leichtem Zug aufbaut, kann beim Abziehen nicht sauber ablaufen. Er springt, verknotet sich mit den Nachbarwindungen und zieht eine Fadenschlaufe mit nach unten in den Stoff. Diese Schlaufe landet im Nahtbild und lässt sich nachträglich kaum korrigieren.
Ein häufiger Fehler ist eine abgenutzte oder falsch gewählte Transporteurzahnung. Feine Zahnung ist für dünne, glatte Stoffe gedacht, grobe Zahnung für feste, schwere Materialien. Wird eine grobe Zahnung auf feinem Stoff verwendet, verschiebt sie das Gewebe, statt es zu führen. Umgekehrt greift eine feine Zahnung auf Leder oder Canvas kaum. Auch die Nadel darf nicht zu dick sein: Eine zu starke Nadel drückt den Stoff nach unten und hebt ihn vom Transporteur ab. Nadelstärke und Fadenstärke sollten zum Material passen, nicht zur Maschineneinstellung.
Ein Blindsaum ist eine Saumtechnik, bei der die Naht von der rechten Stoffseite aus kaum oder gar nicht sichtbar ist. Der Stoff wird dabei nur am Rand erfasst, sodass auf der Außenseite lediglich ein winziger Einstich oder eine leichte Vertiefung entsteht. Genau das macht ihn für Hosen, Röcke, Kleider und Vorhänge interessant, bei denen ein sauberer Abschluss gewünscht ist, Raumteiler ohne Sichtschutz dass eine Naht das Bild stört. Wer ihn beherrscht, kann Säume an Kleidungsstücken reparieren oder kürzen, ohne dass die Änderung auffällt.
Typische Fehler entstehen durch zu viel Stoff unter der Nadel. Wird zu tief eingestochen, erscheint auf der Außenseite eine deutlich sichtbare Naht. Wird zu flach eingestochen, hält der Saum nicht und die Kante löst sich nach wenigen Wäschen. Ein weiterer häufiger Fehler ist eine zu hohe Fadenspannung: Sie zieht den Stoff zusammen und erzeugt Wellen entlang der Saumkante. Auch die Wahl der Nadel spielt eine Rolle – eine zu dicke Nadel hinterlässt sichtbare Löcher, besonders bei feinen oder empfindlichen Stoffen. Vor dem Nähen lohnt sich immer ein Test auf einem Stoffrest.
Der Riss wird zuerst gesichert, nicht sofort vernä
Bei elastischen Stoffen wie Jersey oder Strickwaren funktioniert der klassische Blindstich oft schlecht, weil die Naht bei Dehnung reißt. Hier ist ein elastischer Stich oder eine schmale Zickzacknaht die bessere Wahl. Bei festen, schweren Stoffen wie Wolle oder Jeans sollte die Saumkante vorher ausgedünnt werden, damit sie nicht als dicke Wulst durch den Stoff drückt. Wer zum ersten Mal einen Blindsaum näht, sollte mit einem mittelschweren, nicht dehnbaren Stoff beginnen – Baumwollköper oder Leinen eignen sich gut, weil sie formstabil sind und Fehler verzeihen.
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