Ein häufiger Fehler ist das Dekatieren von Leinen, das bereits genäht ist. Nähte und Kanten fusseln dann besonders stark, weil die Nadel die Faser aufgeraut hat. Wer vor dem Waschen versäubert und alle Kanten mit Zickzackstich oder Overlock versieht, reduziert den Faserabrieb deutlich. Ein weiterer typischer Fehler: das Bügeln im nassen Zustand mit zu heißem Eisen. Leinen sollte nur leicht feucht und auf mittlerer Stufe gebügelt werden, besser noch mit einem Bügeltuch dazwischen.
Kopierpapier, oft als Durchschlag- oder Rädchenpapier bezeichnet, ist die genaueste Methode für komplexe Formen, weil sie exakte Linien liefert. Es überträgt aber nicht nur Farbe, sondern auch Druck. Wer mit dem Rädchen zu kräftig arbeitet, drückt die Fasern platt, und diese Stelle erscheint später als glänzende oder vertiefte Bahn, die beim Bügeln nicht mehr aufgeht. Noch problematischer ist das Papier auf empfindlichen Oberflächen: Die Wachs- oder Pigmentschicht kann kleine Partikel abgeben, die sich mit der Nadel des Rädchens in den Stoff drücken. Bei dünnen, transparenten Stoffen legt man deshalb ein Stück Seidenpapier zwischen Rad und Papier oder wählt eine andere Methode.
Für leichte, fein gewebte Stoffe wie Chiffon, Batist oder Voile eignen sich Nadeln der Stärken 60 bis 70. Der Faden sollte ebenfalls dünn sein, etwa ein Feinfaden mit 120er Stärke. Zu dicke Nadeln ziehen hier Fäden und hinterlassen auffällige Einstichlöcher, die sich nicht mehr schließen. Ein häufiger Fehler ist der Griff zur Universalgarnstärke 100 in Kombination mit einer 80er Nadel – das Ergebnis sind wellige Nähte und ein unsauberes Stichbild.
Ein häufiger Fehler betrifft die Nahtzugabe an der Bruchkante. Sie wird nicht addiert, weil die Falte selbst keine Naht ist. Wer hier eine Zugabe einzeichnet, verschiebt die Passform. Umgekehrt gilt: An der Schnittkante außen muss die Zugabe immer mitgedacht werden, auch wenn sie im Muster nicht extra eingezeichnet ist. Viele Muster enthalten sie bereits, andere nicht – das steht meist in der Anleitung. Ohne diese Information wird aus einem gut sitzenden Teil schnell eines, das spannt oder zu weit ist.
Zum Schluss wird die Hose auf links gedreht und die neue Naht von außen kontrolliert. Sie sollte nicht sichtbar sein, wenn der Saum wieder umgeklappt ist. Die Kante muss glatt liegen und darf nicht einrollen. Wer den Saum zu stark dehnt, bekommt eine wellige Kante. Wer zu wenig dehnt, bekommt eine steife Kante. Das richtige Maß liegt dazwischen. Nach dem Waschen setzt sich der Stoff, und die Kante sieht aus wie original. Wer diese Schritte beachtet, vermeidet den Fehler, der die Kante ruiniert.
Nach dem ersten Dekatieren lässt man das Leinen vollständig trocknen, bevor es weiterverarbeitet wird. Restfeuchtigkeit führt beim späteren Nähen zu ungleichmäßigem Faserflug. Wer diese Schritte einhält, stellt fest, dass die Faser nach zwei bis drei Waschgängen kaum noch nachgibt. Fusseln ist kein unvermeidbarer Begleiter des Dekatierens, sondern das Ergebnis zu vieler mechanischer und thermischer Belastungen in kurzer Zeit.
5. Versiegeln oder lackieren Sie die Kante. Rohe BCR-Kanten sind porös und nehmen Feuchtigkeit auf. Eine Versiegelung mit einem geeigneten Harz oder Klarlack schützt vor Ausfransen und verbessert die Optik. Tragen Sie dünn auf und lassen Sie zwischen den Schichten aushärten. Typische Fehler sind zu dicker Auftrag, unzureichende Reinigung vor dem Lackieren oder das Verwenden unverträglicher Produkte.
Was beim Waschen und Trocknen wirklich zählt Beim Dekatieren selbst ist die Temperatur entscheidend, nicht die Dauer. Leinen verträgt Waschgänge bei 40 bis 60 Grad, aber nicht bei 90 Grad, wenn die Faser noch empfindlich ist. Ein zu heißer Gang löst die äußere Schicht der Faser an, wodurch kurze Fasern frei werden und später abfallen. Waschmittel ohne Bleiche und ohne Enzyme sind besser geeignet, weil sie die Faser weniger angreifen. Weichspüler sollte man weglassen: Er legt sich auf die Faser, bindet aber keine abstehenden Fasern, sondern macht sie nur schwerer entfernbar.
Leinen fusselt nach dem Dekatieren besonders dann stark, wenn die Faser vor dem Waschen mechanisch gereizt wurde. Wer den Stoff vor dem ersten Kontakt mit Wasser nur kurz aufschneidet, aber nicht versäubert oder fixiert, verliert viele kurze Fasern an die Oberfläche. Der wichtigste Schritt gegen Fusseln beginnt deshalb nicht im Waschgang, sondern bei der Schnittkante und beim Zuschnitt.
Vor dem Dekatieren sollte Leinen nicht trocken gebügelt oder gar heiß gepresst werden. Trockene Hitze bricht die Faser und macht sie spröde. Besser ist es, den Stoff vorher zu befeuchten, entweder durch kurzes Eintauchen in lauwarmes Wasser oder durch Einwickeln in ein feuchtes Tuch für etwa eine Stunde. So quillt die Faser gleichmäßig auf, und der spätere Schrumpf fällt geringer aus. Wer Leinen direkt in die Maschine gibt, ohne es vorher zu befeuchten, riskiert ungleichmäßiges Einlaufen und zusätzliche Fusseln durch Reibung an der Trommelwand.
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