Le coeur perdu – Paris

4 Regeln für die Stichlänge bei dünnen und dicken Stofflagen

Zuerst wird das Leinenstück gründlich, aber ohne Schrubben gewaschen. Zu viel Waschmittel, Weichspüler und ein zu hoher Schleudergang sind die häufigsten Ursachen für aufgeraute Oberflächen. Ein normaler Waschgang bei mittlerer Temperatur, danach nur leicht anschleudern und das Stück noch feucht weiterverarbeiten, ist die beste Ausgangslage. Wer das Leinen trocken in den Schrank legt und erst Tage später dekatieren will, muss es vollständig durchfeuchten – am besten mit einer Sprühflasche, gleichmäßig auf beiden Seiten.

Bei dicken Lagen, etwa Jeans, Wolle oder Kunstleder, liegt die Stichlänge meist zwischen 3,0 und 4,0 Millimetern. Kürzere Stiche von 2,5 Millimetern sind möglich, wenn die Nadel es schafft, aber sie erhöhen den Widerstand und die Bruchgefahr. Längere Stiche ab 4,5 Millimetern sind bei Sichtnähten üblich, halten aber schlechter, wenn Zug auf die Naht kommt. Die Nadelstärke muss zur Stichlänge passen: Eine dünne Nadel verbiegt bei 4 Millimetern Stichlänge in dickem Leder, eine zu dicke Nadel hinterlässt sichtbare Löcher in feinem Stoff.

Die richtige Technik entscheidet über das Ergebn

Typische Fehler: Die Falte wird auf einem weichen Bügelbrett gelegt, wodurch die Kante rund wird. Oder es wird zu heiß gebügelt, sodass synthetische Fasern glänzen und die Falte dauerhaft sichtbar bleibt. Ein weiterer Fehler ist das Verschieben des Stoffes beim Bügeln. Wer die Falte mit der Hand festhält und gleichzeitig das Eisen zieht, verzieht den Fadenlauf. Auch das Aufbügeln auf einer bereits zugeschnittenen Einzelteil-Grundform ist riskant: Die Nadelmarkierungen verrutschen, und die Falte liegt nicht mehr auf der geplanten Linie.

Zunächst wird der Stoff auf einer ebenen, harten Fläche ausgebreitet. Weiche Unterlagen wie Teppiche oder Bügelbretter ohne festen Bezug verhindern, dass die Falte scharf wird. Die linke Seite liegt oben. Alle Knicke und Falten aus dem Ballen werden mit Dampf geglättet, bevor überhaupt eine Kante gelegt wird. Ein Bügeleisen mit Dampffunktion reicht aus; zu viel Feuchtigkeit lässt Baumwolle einlaufen und Wolle verfilzen.

Die Stichlänge ist keine feste Größe. Wer bei jeder Naht dieselbe Einstellung nutzt, produziert entweder Wellen im feinen Stoff oder Nähte, die dicke Lagen nicht halten. Die Faustregel lautet: Die Stichlänge muss sich nach der Gesamtdicke der Lage richten, nicht nach der Stoffart allein. Dünne, einlagige Stoffe brauchen kurze Stiche, dicke, mehrlagige brauchen lange Stiche. Dazwischen liegt die eigentliche Arbeit.

Bei einer Lage dünner Baumwolle oder Seide liegt die sinnvolle Stichlänge zwischen 1,5 und 2,0 Millimetern. Kürzere Stiche von 1,0 bis 1,5 Millimetern sind nur nötig, wenn die Naht stark belastet wird oder eine feine Ziernaht entsteht. Längere Stiche ab 2,5 Millimetern führen bei dünnem Stoff schnell zu Zugwellen und reißen leichter aus. Der Nähfußdruck muss bei diesen Materialien reduziert werden, sonst schiebt der Transporteur den Stoff vor sich her.

Die gefaltete Kante wird mit Stecknadeln senkrecht zur Falte fixiert, etwa alle zehn Zentimeter. Nadeln schräg einzustecken verschiebt den Stoff. Dann wird gebügelt: Das Eisen drückt die Falte, es schiebt sie nicht. Mit der Spitze des Eisens in die Falte hineinarbeiten, nicht mit der gesamten Sohle quer darüberfahren. Bei empfindlichen Stoffen ein feuchtes Tuch dazwischenlegen. Nach dem Bügeln vollständig abkühlen lassen, bevor die Nadeln entfernt werden. Warmes Gewebe nimmt keine scharfe Kante an.

Die Webkante als Lineal nutzen Die Webkante ist die feste, gewebte Längskante des Stoffes. Sie ist die zuverlässigste Orientierungslinie. Eine Bügelfalte wird parallel zu ihr gelegt, nicht parallel zur Schnittkante des Ballens. Dafür den Stoff an der Webkante greifen und die gegenüberliegende Kante darüberklappen. Die beiden Webkanten müssen exakt aufeinandertreffen. Wer stattdessen die schräg abgeschnittene Ballenkante als Maß nimmt, erhält eine Falte, die um mehrere Grad abweicht. Bei einem Rock von einem Meter Länge ergibt ein Grad Abweichung bereits fast zwei Zentimeter Versatz am Saum.

Bügelfalten vor dem Zuschnitt entscheiden darüber, ob ein Schnittmuster symmetrisch sitzt oder ob ein Ärmel verdreht hängt. Wer den Stoff zuerst zuschneidet und danach falten will, arbeitet gegen die Webkante. Die Webkante verläuft parallel zum Fadenlauf. Eine saubere Falte muss genau diesem Fadenlauf folgen. Liegt sie schief, wandert die Naht später und der gesamte Zuschnitt verschiebt sich.

Bei Karo- und Streifenstoffen muss die Falte zusätzlich am Muster ausgerichtet werden. Hier reicht die Webkante nicht. Die Streifen werden auf beiden Stofflagen zur Deckung gebracht, erst dann wird gebügelt. Nach dem Falten wird die Kante mit einem langen Lineal kontrolliert: Der Abstand zur Webkante muss über die gesamte Länge gleich bleiben. Abweichungen von mehr als zwei Millimetern erfordern ein erneutes Auslegen. Erst wenn die Falte sitzt, wird das Schnittmuster aufgelegt und zugeschnitten.

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