Zuerst wird die Nadel mit einem passenden Nähfaden eingefädelt. Der Faden sollte reißfest sein, aber nicht zu dick für das Knopfloch. Ein Doppelknoten am Ende reicht; wer den Faden nur einfach verknotet, verliert ihn beim ersten Zug. Der abgefallene Knopf wird auf den Stoff gelegt und die Lage der Löcher mit einer Stecknadel markiert, damit er später nicht schief sitzt. Bei einem Knopf mit zwei oder vier Löchern bleibt die Nadel zunächst auf der Rückseite des Stoffs, zieht den Faden nach vorn und sticht durch das erste Loch wieder nach hinten. Ein kleiner Stich durch den Stoff an derselben Stelle verankert den Faden, ohne dass er durchrutscht.
Vor dem Wenden des Bezugs lohnt es sich, die Ecken schräg abzuschneiden, ohne dabei durch die Naht zu schneiden. Anschließend den Bezug wenden und die Kanten mit einem Holzstab oder Bleistiftende sauber ausformen. Wer mag, steppt die Öffnungskante noch einmal knapp ab – das hält die Überlappung flach und verhindert ein Verrutschen beim Aufziehen. Zum Schluss bügeln, Kissen einschieben und die Öffnung durch leichtes Schütteln schließen lassen.
Bevor die eigentliche Naht entsteht, wird der Riss an beiden Enden quer abgesteppt. Das ist der wichtigste Schritt: Ein kurzer Stich quer über die Rissrichtung verhindert, dass die Naht weiter aufreißt. Ohne diese Sicherung wandert der Riss beim nächsten Tragen weiter. Dafür reicht ein einfacher Vorstich mit doppeltem Faden. Wer eine Nähmaschine zur Hand hat, setzt zwei bis drei Stiche quer, mit kleiner Stichlänge. Zwei typische Fehler: zu großer Abstand vom Rissende – dann bleibt ein Rest, der weiter einreißt – und zu festes Ziehen am Faden, wodurch sich der Stoff kräuselt.
Jeder Stoff, der aus Naturfasern besteht oder einen hohen Naturfaseranteil hat, kann beim ersten Waschen oder Dampfen einlaufen. Baumwolle, Leinen, Wolle, Viskose und Mischgewebe mit diesen Fasern ziehen sich unterschiedlich stark zusammen – je nach Webart, Zwirnung und Ausrüstung. Wer direkt nach dem Kauf zuschneidet und erst nach dem Fertignähen wäscht, riskiert, dass das Kleidungsstück nach dem ersten Waschgang zu kurz und zu eng wird. Das Dekatieren vor dem Zuschnitt ist deshalb kein optionaler Luxus, sondern eine Versicherung gegen genau diesen Ärger.
Das Vernähen auf der Rückseite ist der zweite Punkt, an dem viele abbrechen. Der Faden wird nicht einfach abgeschnitten. Stattdessen sticht man zweimal durch eine kleine Stofffalte neben der Nähstelle, ohne den Stoff sichtbar zu raffen, und zieht den Faden durch die entstandene Schlaufe. Diesen Vorgang wiederholt man einmal, dann schneidet man den Faden dicht an der Schlaufe ab. So verschwindet das Ende im Gewebe, ohne dass ein Knoten auf der Haut drückt oder sich später löst.
Ein Kissenbezug mit Hotelverschluss kommt ohne Reißverschluss, Knöpfe oder Klettband aus. Das Prinzip: Die Rückseite des Bezugs wird nicht komplett zugenäht, sondern aus zwei überlappenden Stoffbahnen gebildet. Die eine Bahn schiebt sich beim Befüllen über die andere, ähnlich wie bei einem Briefumschlag. Dadurch bleibt die Öffnung geschlossen, ohne dass Metall oder Kunststoff auf der Kopfhaut landet. Genau das macht dieses Modell für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut interessant.
So entsteht die überlappende Öffnung Zuerst werden die beiden Rückenhälften an der Kante, die später die Öffnung bildet, zweimal schmal umgebügelt und festgesteppt. Dieser Saum verhindert Ausfransen und gibt der Überlappung Halt. Danach legt man das Vorderteil mit der schönen Seite nach oben, darauf die erste Rückenhälfte mit der schönen Seite nach unten, dann die zweite Rückenhälfte ebenfalls mit der schönen Seite nach unten. Die offenen Kanten liegen bündig. Nun werden alle vier Seiten mit geradem Stich zusammengenäht, die Ecken dabei leicht abrunden oder abschrägen.
Ein Schnittmuster besteht nicht aus einer Linie, sondern aus mehreren, die unterschiedliche Funktionen haben. Wer sie verwechselt, schneidet zu viel oder zu wenig Stoff ab. Die durchgezogene Außenlinie ist die eigentliche Nahtlinie – hier wird später genäht. Die gestrichelte Linie daneben ist die Schnittkante inklusive Nahtzugabe. Wer entlang der gestrichelten Linie näht, verliert die Zugabe und das Teil wird zu klein. Deshalb gilt: Erst prüfen, welche Linie welche ist, dann die Schere ansetzen.
Ein Knopf fällt ab, weil der Faden durchgescheuert ist oder weil er zu stramm am Stoff sitzt und jede Bewegung des Gewebes direkt auf die Nähstelle überträgt. Wer den Knopf nur flach aufpresst und den Faden stramm zieht, repariert ihn so, dass er in wenigen Wochen wieder abreißt. Der Unterschied zwischen einem haltbaren und einem schnell verlorenen Knopf liegt in zwei Dingen: einem gewickelten Stiel und einem sauber vernähten Fadenende auf der Rückseite.
Bruchkante, Stoffbruch und der Unterschied zur Na
Den Stiel wickeln statt den Knopf platt zu ziehen Jetzt kommt der entscheidende Teil. Zwischen Knopf und Stoff wird ein kleiner Abstand gelassen, der sogenannte Stiel. Dafür legt man einen Zahnstocher, eine dünne Stricknadel oder einen gefalteten Papierstreifen unter den Knopf, bevor man die Stiche durch die Löcher zieht. Der Faden wird mehrmals durch die gegenüberliegenden Löcher geführt und dabei leicht gespannt, aber nicht straff angezogen. Je nach Knopfgröße sind vier bis sechs Durchgänge üblich. Wer den Stiel vergisst, presst den Knopf auf den Stoff; bei Jacken, Mänteln und Hosen entsteht dadurch Spannung, und der Faden scheuert an der Kante des Knopflochs durch.
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