Le coeur perdu – Paris

Wenn die Katze die Blumenerde ausgräbt, hilft ein zweites Beet

Vermehrungsfähige Ableger sind dann bereit für einen neuen Topf, wenn sich an der Basis mehrere kräftige Wurzeln gebildet haben. Ein Faustwert: Die Wurzeln sollten mindestens drei bis fünf Zentimeter lang sein und den Rand des Anzuchtgefäßes erreichen. Wer zu früh umtopft, riskiert, dass die jungen Wurzeln abbrechen und der Steckling eingeht. Wer zu lange wartet, bekommt verfilzte Wurzelballen, die sich nur schwer lösen lassen.

Typische Fehler sind zu große Matten, die über den Topfrand hinausstehen und von neugierigen Pfoten leicht angehoben werden. Auch zu dünne oder billige Kokosmatten werden schnell durchgekratzt. Achte auf eine dichte, feste Webart. Eine weitere Gefahr: Die Matte liegt zu locker und wird von der Katze einfach zur Seite geschoben. Dann hilft es, die Matte mit kleinen Steinen oder Holzstücken zu beschweren. Diese dürfen aber nicht zu schwer sein, sonst wird die Erde zu stark verdichtet. Bei Hunden, die gerne graben, kann eine zusätzliche Schicht aus grobem Kies auf der Matte helfen. Der Kies liegt dann zwischen Matte und Pfote und macht das Graben unangenehm.

Ein zweiter Fehler ist verdichtete Erde. Wenn die Oberfläche hart wird, läuft Wasser seitlich ab und staut sich unten. Dadurch bleibt der Wurzelballen dauerhaft nass. Lockern Sie die oberste Schicht vorsichtig mit einer Gabel auf, ohne Wurzeln zu verletzen. Bei stark verdichteter Erde hilft nur Umtopfen in ein lockeres Substrat mit grober Struktur. Mischen Sie Blumenerde mit Perlit, Sand oder feiner Rinde, damit Luft an die Wurzeln kommt.

Zunächst gilt es, den tatsächlichen Wurzelbereich zu kennen. Bei den meisten Kübelpflanzen reicht der Ballen bis etwa zwei Fingerbreit an die Topfwand heran; im Freiland gehen die Wurzeln oft weiter, als der sichtbare Blattkranz vermuten lässt. Graben Sie also nicht blind, sondern ertasten Sie mit einem dünnen Holzstab die Randzone. Erst wenn der Stab ohne Widerstand in die Tiefe gleitet, ist der Platz für die Stütze gefunden. Ein Standort direkt am Topfrand oder am äußeren Beetrand ist fast immer sicherer als die Mitte.

Letztlich gibt es keine Methode, die bei jeder Katze sofort wirkt. Am zuverlässigsten ist die Kombination aus Abdeckung, geeignetem Substrat und einem sauberen, gut erreichbaren Katzenklo. Wer beobachtet, wann und wo die Katze gräbt, erkennt das Muster schnell: meist direkt nach dem Fressen oder in den frühen Morgenstunden. Genau dann hilft es, die Pflanze für eine Stunde aus dem Weg zu räumen oder die Abdeckung noch einmal zu kontrollieren. Mit etwas Geduld und ohne Strafen verschwindet das Graben in den meisten Haushalten innerhalb weniger Wochen.

Die einfachste Methode ist eine Abdeckung. Grobe Kieselsteine mit einem Durchmesser von mindestens drei Zentimetern, eine Schicht Tongranulat oder dekorative Glassteine auf der Erde verhindern, dass die Pfoten überhaupt in den Boden eindringen. Wichtig ist, dass die Steine dicht an dicht liegen und keine Lücken bleiben, sonst wird genau dort weitergescharrt. Bei Töpfen mit empfindlichen Wurzeln oder kleinen Sämlingen legt man die Steine erst auf, wenn die Pflanze kräftig genug ist. Eine dünne Lage hilft nicht, die Katze gräbt sie innerhalb von Sekunden zur Seite.

Ein weiterer typischer Fehler: zu häufiges Gießen. Der Boden darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. Staunässe im Untersetzer sollte man nach zehn Minuten entfernen. Zeigen sich welke oder gelbe Blätter, ist das meist ein Zeichen von zu viel Wasser, nicht von zu wenig. Werden die Blätter dagegen schlaff und die Erde ist trocken, fehlt Wasser. Beobachten ist wichtiger als ein starrer Gießplan.

Ein häufiger Fehler ist der Griff zu scharfen Gewürzen, Zitronenschalen oder Essig. Diese Hausmittel vertreiben die Katze kurzfristig, schädigen aber auf Dauer die Wurzeln und verändern den pH-Wert der Erde. Auch Alufolie oder Klebeband auf der Fensterbank sind nur scheinbar praktisch: Sie rascheln, erschrecken das Tier und werden oft einfach beiseitegeschoben. Wer die Katze mit Wasser bespritzt, riskiert, dass sie den Topf mit Strafe verbindet und erst recht heimlich gräbt, sobald niemand hinsieht. Besser ist es, die Ursache zu beseitigen, nicht das Symptom.

Ein häufiger Fehler ist das Gießen direkt nach dem Setzen. Frisch gestörte Erde sackt zusammen und zieht die Stütze mit. Warten Sie einen Tag, drücken Sie die Erde leicht an und gießen erst dann. Ein weiterer Fehler: die Stütze zu kurz wählen. Die Pflanze wächst weiter, und nach wenigen Wochen hängt der oberste Trieb wieder ohne Halt. Planen Sie die Endhöhe der Pflanze ein und wählen Sie die Stütze mindestens einen Handbreit länger. Bei Ranken, die sich selbst winden, reicht eine dünne Stange; bei schweren Früchten braucht es einen stabilen Rahmen aus Holz oder Metall.

Wer mehrere Pflanzen besitzt, sollte nicht alle gleich behandeln. Große Kübelpflanzen mit festem Wurzelballen vertragen eine Kiesschicht problemlos. Kleine Töpfe mit frisch eingesäter Erde stellt man am besten für einige Wochen hinter eine geschlossene Glastür oder in einen Raum, den die Katze nicht betritt. Junge Triebe sind besonders gefährdet, weil die Erde dort noch locker und warm ist. Ein engmaschiges Gitter aus Kunststoff, direkt auf die Erde gelegt und an den Topfrändern eingehakt, ist eine unsichtbare Lösung für empfindliche Kulturen. Es lässt Wasser und Luft durch, hält aber die Pfoten fern.

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