Die erste Wurzel erscheint je nach Art nach einer bis sechs Wochen. Weiche Kräuter wie Minze oder Basilikum wurzeln schnell, verholzte Triebe von Zimmerpflanzen brauchen länger. Warte, bis mehrere Wurzeln mindestens zwei bis drei Zentimeter lang sind. Setze den Steckling dann in feuchte, lockere Erde und halte sie in den ersten zwei Wochen gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Wer zu früh umtopft, bricht die empfindlichen Wurzelspitzen ab und verliert den gesamten Vorgang.
Ein weiterer Irrtum betrifft das Gießen von oben. Wer in einen geschlossenen Topf gießt, bis Wasser an der Oberfläche stehen bleibt, hat bereits zu viel gegeben. Besser ist es, die Erde mit dem Finger zu prüfen: Die oberen zwei bis drei Zentimeter müssen trocken sein, bevor neues Wasser kommt. Bei Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln, etwa Farnen oder Zitrusgewächsen, sollte man lieber häufiger kleine Mengen geben als selten große. Ein geschlossener Topf verzeiht keinen einzigen Gießfehler.
Bevor du zur Bekämpfung greifst, trenne befallene Pflanzen von gesunden. Wollläuse wandern aktiv von Topf zu Topf, und schon ein kurzer Kontakt reicht, um sie zu verschleppen. Isoliere die Pflanze in einem anderen Raum oder zumindest mit deutlichem Abstand. Prüfe auch benachbarte Pflanzen gründlich, besonders solche mit weichen Blättern und engen Blattachseln. Ein Befall bleibt selten auf ein einziges Exemplar beschränkt, weil die Tiere sich im Verborgenen vermehren.
Weiße, watteartige Klümpchen in den Blattachseln, an Triebspitzen oder entlang der Blattadern sind fast immer ein sicheres Zeichen für Wollläuse. Anders als Blattläuse oder Spinnmilben sitzen diese Schmierläuse gut versteckt und geben ein weißes, fädiges Wachs ab, das wie kleine Baumwollflocken aussieht. Wer nur die oberirdischen Pflanzenteile kontrolliert, übersieht den Befall oft wochenlang. Deshalb gehört eine gründliche Kontrolle der Blattachseln, der Blattunterseiten und der Triebspitzen zur Routine, sobald eine Zimmerpflanze kränkelt.
Nach der mechanischen Reinigung folgt eine gründliche Dusche. Spüle die Pflanze – mit Ausnahme der Erde – unter lauwarmem Wasser ab, sodass auch die Blattunterseiten erfasst werden. Anschließend behandelst du die Pflanze mit einer Seifenlösung aus Schmierseife und Wasser oder mit Paraffinöl, das die Atemöffnungen der Läuse verstopft. Sprühe am Abend, nicht in der prallen Sonne, sonst entstehen Blattschäden. Wiederhole die Behandlung im Abstand von fünf bis sieben Tagen mindestens dreimal, weil aus Eiern und überlebenden Larven immer wieder neue Tiere schlüpfen.
Vermehrungsfähige Ableger sind dann bereit für einen neuen Topf, wenn sich an der Basis mehrere kräftige Wurzeln gebildet haben. Ein Faustwert: Die Wurzeln sollten mindestens drei bis fünf Zentimeter lang sein und den Rand des Anzuchtgefäßes erreichen. Wer zu früh umtopft, riskiert, dass die jungen Wurzeln abbrechen und der Steckling eingeht. Wer zu lange wartet, bekommt verfilzte Wurzelballen, die sich nur schwer lösen lassen.
Alternativen sind Tannenzapfen, grobe Rindenstücke oder dekorative Steine. Sie funktionieren ähnlich, solange sie locker genug bleiben, damit die Pflanze atmen kann, und fest genug sitzen, damit die Katze sie nicht einfach wegscharrt. Vermeide scharfkantige Materialien, die Pfoten verletzen können. Auch Folie oder Vliesstoffe scheiden aus: Sie stauen Feuchtigkeit und lassen die Wurzeln faulen.
Was tatsächlich gegen Wollläuse hilft und was du dabei falsch machen kannst Beginne mit Mechanik statt Chemie: Tupfe die sichtbaren Watteklumpen mit einem Wattestäbchen ab, das du zuvor in Spiritus oder hochprozentigen Alkohol getaucht hast. Der Alkohol löst das Wachs an und tötet die darunter sitzenden Tiere. Arbeite dabei systematisch von oben nach unten und kontrolliere jede Blattachsel. Wichtig: Nicht einfach die Watte abstreifen und wegwerfen, denn die Larven sitzen oft direkt daneben und werden so nur verteilt. Wechsle das Wattestäbchen häufig, sonst verschmierst du die Tiere auf neue Blattbereiche.
Ein typischer Fehler ist, nur einmal zu sprühen und dann aufzuhören. Genauso problematisch ist es, auf die Blattoberfläche zu zielen. Wollläuse sitzen bevorzugt in geschützten Winkeln, unter Blättern und in den Achseln – genau dort, wo Sprays kaum hinkommen. Arbeite deshalb mit einem Pinsel oder Wattestäbchen nach, um die Lösung direkt in die Verstecke zu bringen. Auch zu starkes Verdünnen der Seifenlösung bringt nichts: Halte dich an die angegebene Mischung, sonst wäscht du nur den Belag ab, ohne die Tiere zu töten.
Nach zwei bis drei Wochen sollte der Spuk vorbei sein, wenn du konsequent kontrollierst. Tritt weiterhin weißes Wachs auf, prüfe den Wurzelbereich: Manche Wolllausarten leben an den Wurzeln und wandern erst bei starker Vermehrung nach oben. In diesem Fall hilft nur Umtopfen in frisches Substrat, wobei die Wurzeln gründlich von alter Erde befreit werden. Danach die Pflanze für einige Tage schattig stellen und erst nach dem Anwachsen wieder düngen. Vorbeugend hältst du die Luftfeuchtigkeit moderat, düngst nicht zu üppig und kontrollierst neue Pflanzen beim Kauf sofort in den Blattachseln.
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