Le coeur perdu – Paris

Warum Schildläuse ohne Chemie abkratzen statt sprühen?

Nach dem Umtopfen brauchen die jungen Pflanzen eine Übergangsphase. Sie sind empfindlich gegen pralle Sonne und Zugluft. Für ein bis zwei Wochen an einen hellen, aber geschützten Platz stellen. Die Luftfeuchtigkeit hoch halten, ohne zu sprühen: eine durchsichtige Haube oder ein Beutel mit Luftlöchern schützt vor Austrocknung. Täglich lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Erst wenn neuer Austrieb sichtbar ist, langsam an normale Bedingungen gewöhnen. In dieser Zeit nicht düngen. Die Wurzeln sind noch nicht in der Lage, Nährsalze zu verarbeiten, und Überdüngung verbrennt sie.

Werkzeug und Tiefe richtig wähl

Im Beet ist der Wurzelballen meist weiter ausgedehnt als oberirdisch sichtbar. Graben Sie zunächst ein flaches Loch von etwa einer Handspanne Tiefe, aber nicht direkt am Wurzelhals. Der Abstand zur Pflanze sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Führen Sie den Stab schräg ein, sodass er die Pflanze später stützt, aber die Hauptwurzelzone umgeht. Ein schräger Winkel von 30 bis 45 Grad ist oft besser als ein senkrechter Pfahl, weil er tiefere Wurzelschichten seitlich passiert. Prüfen Sie vor dem Einschlagen mit einem dünnen Draht oder einem Holzstab, ob Widerstand kommt. Stoßen Sie auf dickere Wurzeln, setzen Sie den Pfahl versetzt an.

Zuerst muss der Befall genau eingeschätzt werden. Schildläuse sitzen bevorzugt in Rindenritzen, Astgabeln und an der Unterseite von Blättern. Mit einer Lupe oder einer scharfen Taschenlampe lassen sich die braunen, grauen oder weißen Schilder erkennen. Ein wichtiger Test: Mit dem Fingernagel vorsichtig über eine verdächtige Stelle kratzen. Lässt sich der Belag als klebrige oder trockene Kruste abheben, handelt es sich meist um Schildläuse. Bleibt nur ein glatter, grüner oder brauner Fleck, ist es oft eine Verkorkung oder Algenbelag.

Vor dem Umtopfen alles bereitlegen: saubere Töpfe mit Abzugsloch, ein grobes Substrat aus Torf, Rinde und Perlit, eine Sprühflasche mit Wasser, eine Schere. Die Töpfe dürfen nur wenig größer sein als der bisherige Wurzelraum. Zu große Gefäße halten Wasser, das die zarten Wurzeln nicht aufnehmen können, und fördern Fäulnis. Das Substrat leicht anfeuchten, nicht durchnässen. Wer mehrere Ableger umtopft, arbeitet am besten an einem schattigen Platz, damit die Wurzeln nicht austrocknen.

So werden die Tiere mechanisch entfernt Für die Mechanik eignen sich weiche Bürsten, Zahnbürsten, Schwämme mit rauer Seite oder ein Holzspatel. Bei dünnen Stämmen und Trieben wird mit sanftem Druck in eine Richtung gestrichen, nicht hin und her geschrubbt. Wichtig ist, die Rinde nicht zu verletzen – offene Stellen sind Eintrittspforten für Pilze. Bei dickeren Stämmen kann ein stumpfes Messer oder eine Spachtel helfen, mit der Klinge flach zur Rinde. Die abgelösten Schilder und Tiere müssen sofort aufgefangen werden, zum Beispiel mit einem darunter gehaltenen Tuch oder einem Stück Pappe, sonst fallen sie in die Erde und wandern später wieder nach oben.

Gelbtafeln sind klebrige, gelbe Kunststofftafeln. Sie werden in die Erde gesteckt oder an Stäben befestigt, knapp über der Oberfläche. Die Farbe lockt die Trauermücken an, die dann festkleben. Wichtig ist die richtige Position: nicht zu tief in die Erde, sonst sind sie wirkungslos. Eine Tafel pro Topf reicht meist, bei starkem Befall zwei. Tauschen Sie die Tafeln aus, sobald sie voll sind oder nicht mehr kleben. Ein häufiger Fehler ist, die Tafeln nur aufzustellen und den Rest zu vergessen. Die Fliegen sterben, aber die Larven fressen weiter. Gelbtafeln zeigen nur, wie stark der Befall ist, und reduzieren die Zahl der Erwachsenen.

Das Südfenster ist die heißeste und hellste Stelle. Hier gedeihen nur Pflanzen, die volle Sonne vertragen: Sukkulenten, Kakteen, Aloe, Wolfsmilch und einige Kräuter wie Rosmarin. Wichtig ist der Abstand zur Glasscheibe. Im Sommer kann die Temperatur direkt hinter der Scheibe stark ansteigen und Blätter verbrennen. Manche Pflanzen brauchen dann einen halben Meter Abstand oder einen Vorhang aus hellem Stoff. Ein typischer Fehler ist, Schattenpflanzen an das Südfenster zu stellen. Sie bekommen gelbe, verbrannte Blätter und stellen das Wachstum ein.

Typische Fehler: zu früh umtopfen, wenn die Wurzeln noch zu kurz sind; zu spät, wenn sie bereits den Topf durchziehen und beim Herausnehmen abbrechen; zu festes Andrücken der Erde; Gießen mit kaltem Wasser; sofortige Sonnenbestrahlung. Auch wer den Ableger nach dem Umtopfen in zu große Töpfe setzt, riskiert Staunässe. Besser ist es, schrittweise umzutopfen, sobald der Wurzelballen den Topf durchwurzelt hat. Kontrollieren lässt sich das, indem der Topf vorsichtig auf den Kopf gedreht und der Ballen herausgehoben wird.

Nach dem Abkratzen folgt eine gründliche Reinigung. Ein Wasserstrahl mit mäßigem Druck spült lose Reste weg. Wer will, kann anschließend mit einer schwachen Seifenlauge nachwischen – reine Schmierseife, kein Spülmittel mit Duftstoffen. Danach muss die Stelle gut abtrocknen. Feuchte Rinde fördert neue Besiedlung. Ein häufiger Fehler ist, nach dem Kratzen sofort zu wässern oder zu düngen. Das treibt die Pflanze aus, aber auch die Schildläuse profitieren vom weichen Neuaustrieb.

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