Le coeur perdu – Paris

Warum entscheidet das Abflussloch über Leben und Tod der Pflanze?

Beim Umtopfen lohnt der Blick auf den Boden. Manche Töpfe haben nur eine Vertiefung, die wie ein Loch aussieht, aber nicht durchgeht. Mit einem dünnen Draht oder Schraubendreher lässt sich prüfen, ob Wasser wirklich abfließt. Wer unsicher ist, stellt den Topf nach dem Gießen auf eine saugfähige Unterlage aus Holz oder Stoff. Bleibt dort nach einer Stunde ein nasser Fleck, ist der Abfluss verstopft oder nicht vorhanden. Dann hilft nur der Wechsel in einen Topf mit echtem Loch.

Kaum steht ein Topf mit frischer Erde auf der Fensterbank, sitzt die Katze davor und scharrt. Blumenerde fliegt in alle Richtungen, Wurzeln werden freigelegt, und junge Triebe verschwinden unter den Pfoten. Eine Kokosmatte, wie sie sonst vor der Haustür liegt, lässt sich dafür zweckentfremden. Sie ist grob, schwer und riecht neutral – Eigenschaften, die Katzen davon abhalten, direkt in der Erde zu graben. Wichtig ist, die Matte passend zuzuschneiden und richtig zu platzieren, sonst wird sie selbst zum Spielzeug.

Beim Neukauf lohnt es sich, gezielt nach ungiftigen Alternativen für den Halbschatten zu fragen. Geeignet sind zum Beispiel Bergpalme, Zyperngras, Frauenhaarfarn oder Grünlilie, sofern die Katze nicht übermäßig daran knabbert. Wichtig ist, die botanische Bezeichnung zu notieren und nicht nur den deutschen Trivialnamen zu verwenden, da derselbe Name regional für unterschiedliche Arten stehen kann. Wer unsicher ist, kann vor dem Einpflanzen ein Foto der Pflanze an eine tierärztliche Praxis oder eine Giftinformationszentrale senden und die Ungiftigkeit bestätigen lassen.

Diese fünf Gewächse gehören nicht in Reichweite Zu den häufigsten Giftpflanzen im Halbschatten zählen Efeu, die Goldregen, der Maiglöckchen, die Dieffenbachie und die Alpenveilchen. Efeu wächst selbst an schattigen Mauern und bildet Blätter sowie Beeren, die Saponine und Polyacetylene enthalten. Goldregen enthält Cytisin, das bereits in kleinen Mengen Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Maiglöckchen und Alpenveilchen sind beliebte Schattenpflanzen, deren Blüten und Wurzeln giftige Glykoside beziehungsweise Saponine speichern. Die Dieffenbachie steht oft im halbschattigen Zimmer und reizt mit ihren Calciumoxalat-Kristallen die Schleimhäute stark.

Zunächst wird die Matte auf die Größe der Topföffnung gebracht. Dazu den Topf auf die Rückseite der Matte stellen, den Umriss mit Kreide markieren und mit einer stabilen Schere oder einem Teppichmesser ausschneiden. Der Ausschnitt sollte etwa zwei Zentimeter größer sein als der Topfrand, damit die Matte später aufliegt und nicht hineinrutscht. Bei runden Töpfen schneidet man einen Kreis, bei eckigen entsprechend ein Rechteck. Ein zu enger Ausschnitt führt dazu, dass die Matte durchhängt und die Katze trotzdem an die Erde kommt.

Ein häufiger Fehler ist das Abzupfen statt Schneiden. Dabei reißt man oft Rinde oder Gewebe mit, und die Wunde heilt schlechter. Ein weiterer Fehler: zu viel auf einmal entfernen. Wer an einer Pflanze mehr als ein Drittel der Blattmasse in kurzer Zeit abschneidet, nimmt ihr die Fähigkeit zur Photosynthese. Die Folge sind Wachstumsstopp, dünne Triebe und erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten. Bei manchen Pflanzen, etwa Farnen oder Palmen, ist das Entfernen grüner Blätter besonders schädlich, weil sie ihre Blätter nur langsam ersetzen.

So bringt man einen geschlossenen Topf zum Atmen Ein Topf ohne Loch lässt sich nachträglich nicht immer durchbohren. Keramik springt, Kunststoff splittert, Glas bricht. Wer es trotzdem versuchen will, arbeitet mit einem Fliesenbohrer, langsam und ohne Druck, am besten mit einem Tropfen Wasser als Kühlung. Sicherer ist der Umweg: Die Pflanze kommt in einen Innentopf mit Löchern, der in den dekorativen Topf gestellt wird. Zwischen beiden bleibt ein Hohlraum. Nach dem Gießen wartet man zehn Minuten, hebt den Innentopf heraus und schüttet das Wasser aus dem Außentopf weg. Das ist der einzige verlässliche Schutz.

Wer genau hinsieht, erkennt das Problem an der Unterseite. Ein echtes Abflussloch sitzt am tiefsten Punkt des Bodens, meist mit einem Zentimeter Durchmesser. Fehlt es, sammelt sich Gießwasser in der untersten Erdschicht. Dort verrotten feine Wurzeln, und Fäulnisbakterien breiten sich aus. Ein Untersetzer oder ein Übertopf mit Wasser darin beschleunigt das, weil die Erde wie ein Docht ständig Feuchtigkeit nach oben zieht. Deshalb reicht es nicht, einfach weniger zu gießen – der Topf muss das Wasser aktiv abgeben können.

Standort, Substrat und Umtopfen Ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne ist ideal. Direkte Sommersonne verbrennt die Blätter, ein dunkler Flur lässt sie verkümmern. Das Substrat muss Wasser schnell abgeben. Handelsübliche Blumenerde verdichtet sich zu stark; besser ist eine Mischung aus zwei Teilen Kakteenerde, einem Teil Perlite und einem Teil grobem Sand. Umtopfen ist alle drei bis fünf Jahre nötig, wenn die Wurzeln den Topf sprengen. Der neue Topf sollte nur zwei bis drei Zentimeter größer sein. Ein zu großer Topf hält Feuchtigkeit zu lange und fördert Fäulnis.

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