Ein häufiger Fehler ist der Einsatz einer Drahtbürste auf einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer. Die hohe Umdrehungszahl trägt das Fugenmaterial in Sekunden ab und beschädigt die Fliesenkanten. Wer dennoch mechanisch arbeiten will, sollte zu einer Nylonbürste mit mittlerer Härte greifen und diese mit niedriger Drehzahl führen. Für die meisten Fugen im Haushalt reicht jedoch eine Handbürste mit Kunststoffborsten, kombiniert mit einem geeigneten Reiniger. Bei Kalkablagerungen hilft ein saurer Reiniger, bei Fett ein alkalischer. Die Bürste ist dann nur noch für die Mechanik zuständig, nicht für die Chemie.
Sinnvoll ist es, mit einem Raum zu beginnen, dessen Zustand die anderen Arbeiten behindert. Ein Flur oder ein Vorraum, den man ständig durchquert, sollte früh fertig sein, damit späterer Materialtransport nicht über empfindliche Böden führt. Ebenso gehören Räume mit Feuchtigkeitsproblemen nach vorn, also Bad oder Küche, weil dort Fliesen, Rohre und Elektrik ineinandergreifen. Wer zuerst das Schlafzimmer streicht und erst danach das Bad saniert, trägt Staub und Feuchtigkeit in einen fertigen Raum und muss ihn erneut abkleben.
Wichtig ist die richtige Entnahmestelle. Pro Raum sind mehrere Bohrlöcher über die Fläche verteilt nötig, nicht nur eine Stelle am Rand. Die Probe wird aus der unteren Hälfte des Estrichs entnommen, weil sich dort die Feuchtigkeit sammelt. Randbereiche, Heizungsrohre und Türdurchgänge sind gesondert zu prüfen, da sie unterschiedlich abtrocknen. Ein einzelner Messwert sagt nichts über die gesamte Fläche aus.
So wird die Restfeuchte zuverlässig gemessen Für eine belastbare Aussage gibt es zwei anerkannte Verfahren. Das Darrverfahren entnimmt eine Probe aus dem Estrich, wiegt sie, trocknet sie bei definierter Temperatur und wiegt sie erneut. Aus der Differenz ergibt sich der Feuchtegehalt in Prozent. Dieses Verfahren ist genau, dauert aber einige Tage. Alternativ messen elektronische Feuchtemessgeräte die dielektrische Eigenschaft des Materials. Sie liefern schnell Werte, sind aber nur so gut wie ihre Kalibrierung. Für ein verbindliches Ergebnis sollte immer das Darrverfahren herangezogen werden.
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen den Räumen ohne Abschluss. Man beginnt im Bad, lässt Fliesenarbeiten halbfertig liegen und geht ins Wohnzimmer, weil dort die Farbe schon bereitsteht. Dadurch trocknet nichts richtig durch, Baustaub verteilt sich über die ganze Wohnung und die Übersicht geht verloren. Besser ist es, einen Raum vollständig abzuschließen, bevor der nächste begonnen wird, zumindest alle staubintensiven Arbeiten. Nur bei größeren Sanierungen lohnt es sich, gleichartige Arbeiten zu bündeln, etwa alle Elektroleitungen in mehreren Räumen an einem Tag, weil dann das Werkzeug nur einmal bereitsteht.
Schließlich sollte die Länge zur geplanten Nutzung passen. Für eine Reihe von Büchern reicht oft ein Meter, für Küchenutensilien sind 60 Zentimeter ausreichend, für Handtücher im Bad können 80 Zentimeter genügen. Wer zu großzügig plant, füllt das Regal mit Dingen, die dort nicht hingehören, und ärgert sich später. Besser ist es, die tatsächlich benötigte Länge zu messen, indem die Gegenstände probeweise auf dem Boden aufgereiht werden. So zeigt sich schnell, ob 90 oder 120 Zentimeter realistisch sind.
Zementfugen in Bodenfliesen aus Feinsteinzeug oder Keramik vertragen eine Drahtbürste in der Regel nicht. Die Borsten aus Metall kratzen die oberste Zementschicht auf, sodass die Fuge rau und porös wird. In diesen Mikrokratzern setzt sich Schmutz schneller fest als vorher. Ein weiteres Problem: Die Fugenbreite wird ungleichmäßig ausgewaschen, und angrenzende Fliesenkanten können absplittern. Selbst bei sehr hartem Zementmörtel ist der Einsatz nur bei grober Verschmutzung sinnvoll, und dann ausschließlich mit sanftem Druck und einer weichen Messingbürste, nicht mit Stahldraht.
Zuerst wird der Bereich um die Bohrstelle untersucht. Steckdosen, Lichtschalter, Heizkörper und Wasserhähne verraten viel über den Verlauf der Leitungen. Ein Blick auf den Grundriss oder die Baupläne hilft, wenn sie vorhanden sind. Fehlen sie, bleibt nur die messtechnische Prüfung. Dabei ist wichtig: Kein einzelnes Verfahren erkennt alles. Stromleitungen lassen sich mit einem Leitungssucher orten, der auf metallische Adern und Spannungsfelder reagiert. Wasser- und Heizungsrohre aus Kunststoff erkennt ein solches Gerät dagegen oft nicht, weil sie kein Metall enthalten. Hier braucht es einen speziellen Rohrortungssensor oder eine Wärmebildkamera, die bei warmem Wasser die Wärmesignatur sichtbar macht.
Besonders kritisch sind saugfähige Untergründe wie frischer Putz, Gipskarton, unbehandeltes Holz oder alte, kreidende Dispersionsfarben. Saugt der Untergrund stark, zieht er das Wasser und einen Teil des Bindemittels aus der Farbe. Die Folge: Der Anstrich trocknet zu schnell, wird ungleichmäßig und bildet eine schwache Schicht, die kaum mechanisch belastbar ist. Bei Gipskarton ohne Grundierung können die Kartonschichten aufquellen, und die Fugenbänder zeichnen sich später als Schatten ab. Bei rohem Holz wiederum schlagen Harze, Gerbstoffe oder Farbstoffe durch und verfärben den Decklack.
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