Vor dem Wechsel steht die Planung. Besorge rechtzeitig ein feinkörniges, abgerundetes Substrat mit einer Körnung unter drei Millimetern. Größere Steine können beim Fressen verschluckt werden und den Darm verstopfen. Sand ist ideal, sofern er nicht scharfkantig ist. Spüle das neue Material so lange in einem Eimer, bis das Wasser klar bleibt. Schwebstoffe im Becken reizen die Kiemen. Plane den Wechsel an einem Tag, an dem du mehrere Stunden Zeit hast, denn Hektik führt zu Fehlern.
Während der Fahrt steht der Behälter möglichst waagerecht, am besten auf dem Boden des Fahrzeugs oder in einer mit Handtüchern ausgepolsterten Kiste. Jede unnötige Bewegung im Wasser bedeutet für den Axolotl eine Störung. Direkte Sonneneinstrahlung und Heizungsluft sind zu vermeiden. Im Sommer empfiehlt es sich, den Behälter in eine Kühltasche ohne Kühlakkus zu stellen, oder ein Kühlakku in ein Handtuch gewickelt daneben zu legen. Das Wasser darf nicht unter etwa zehn Grad und nicht über zwanzig Grad Celsius geraten.
Das größte Problem ist die Wassertemperatur. Axolotl sind Kaltwasserbewohner und fühlen sich zwischen 16 und 18 Grad Celsius wohl. Dauerhaft über 22 Grad werden sie anfällig für Pilzinfektionen, Stress und Verdauungsprobleme. Ein normaler Aquarienheizer ist deshalb tabu. Kühlen lässt sich das Wasser mit einem Ventilator über der Oberfläche, mit Kühlaggregaten oder indem der Behälter in einem kühlen Kellerraum steht. Im Sommer sind tägliche Kontrollen Pflicht.
Die Wassertemperatur ist ohnehin der kritischere Wert als die Tiefe. Axolotl vertragen dauerhaft nur 16 bis 20 Grad Celsius, kurzzeitig bis 22 Grad. Wer die Wassertiefe erhöht, muss die Temperatur täglich messen, weil größere Volumen träger reagieren. Ein 30 Zentimeter tiefer Wasserstand in einem 80-Zentimeter-Becken ist für zwei ausgewachsene Tiere eine vernünftige Größe, sofern die Grundfläche mindestens 80 mal 40 Zentimeter beträgt.
Typische Fehler, die immer wieder passieren: den Filter gleichzeitig reinigen, zu viel neues Wasser auf einmal einfüllen, den Axolotl während der Arbeiten in einem kleinen Behälter ohne Sauerstoff lassen oder das neue Substrat nicht genug wässern. Auch das komplette Entfernen des alten Wassers ist riskant. Wer den Bodengrund wechselt, sollte in den zwei Wochen danach keine weiteren Veränderungen vornehmen. Keine neuen Pflanzen, keine neuen Tiere, keine Filterumstellung. Der Kreislauf braucht Zeit, sich an die neue Oberfläche anzupassen.
Der Stickstoffkreislauf muss vor dem Einzug stehen. Das bedeutet: Becken einfahren lassen, Nitrit messen, erst bei stabilen Werten besetzen. Wer den Axolotl sofort ins frische Wasser setzt, riskiert eine Vergiftung durch Ammoniak und Nitrit. Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa einem Drittel halten die Werte stabil. Dabei das Wasser vorher entchloren und auf gleiche Temperatur bringen.
Typische Fehler: Das Becken bis zum Rand füllen, weil es optisch besser aussieht. Den Filter auf maximale Leistung stellen und die Tiere gegen die Strömung ankämpfen lassen. Oder umgekehrt nur 15 Zentimeter Wasser einfüllen, weil man Axolotl für Flachwasserbewohner hält – dann wird das Wasser schnell warm und die Wasserwerte schwanken stark. Prüfe die Tiefe immer zusammen mit der Grundfläche und der Temperatur, nicht isoliert.
Transportbehälter: klein, dunkel, stabil Für den eigentlichen Transport eignet sich ein stabiler Kunststoffbehälter mit Deckel, der etwa das Vier- bis Fünffache des Tierkörpers an Wasservolumen fasst. Das Wasser sollte aus dem alten Aquarium stammen, nicht frisch aus der Leitung. Es wird nur so hoch eingefüllt, dass der Axolotl bequem stehen kann, ohne dass Wasser bei jeder Bewegung über den Rand schwappt. Der Behälter wird mit einem dunklen Tuch abgedeckt, damit das Tier nicht ständigem Licht ausgesetzt ist. Ein Eimer mit Deckel oder eine verschließbare Transportbox sind geeigneter als ein offener Beutel, weil sie nicht auslaufen und keine scharfen Kanten haben.
Warum zu tiefes Wasser mehr Probleme schafft als es löst Ein hoher Wasserstand wirkt auf den ersten Blick großzügig, bringt aber drei konkrete Nachteile. Erstens steigt der Druck auf die Kiemenäste nicht, wohl aber der Weg zur Oberfläche: Axolotl holen regelmäßig Luft, und in 60 Zentimetern Tiefe kostet jeder Aufstieg spürbar Kraft. Zweitens verteilt sich die Strömung aus dem Filter über ein größeres Volumen, was die Sauerstoffversorgung am Boden verschlechtert, wenn die Filterleistung nicht angepasst wird. Drittens kühlt ein tiefes Becken langsamer ab, aber es erwärmt sich auch langsamer – bei einem Sommerhitze-Einbruch ist das ein Vorteil, bei falscher Heizungseinstellung ein Risiko.
So läuft der Wechsel ohne Zusammenbruch der Wasserwerte Bereite zwei Behälter mit entchlortem Wasser vor, einen für den Axolotl, einen für das abgesaugte Wasser. Setze den Axolotl vorsichtig mit einem weichen Netz oder besser mit einer Kunststoffschale um. Fange ihn nie mit den Händen, die Haut ist empfindlich. Lass das alte Wasser im Eimer stehen, es enthält Bakterien und hilft, das neue Becken anzumpfen. Entferne nun das alte Substrat vollständig, sauge Mulm ab, aber spüle den Filter nicht aus. Filtermedien enthalten einen erheblichen Teil der nitrifizierenden Bakterien.
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