Le coeur perdu – Paris

Wer die Spreewald-Regeln ignoriert, angelt teuer

Wer den Kahn regelmäßig nutzt, sollte die Außenhaut einmal pro Jahr kontrollieren, bevor gestrichen wird. Alte Farbschichten müssen ab, sonst staut sich Feuchtigkeit darunter. Kleine Risse lassen sich mit Holzmehl und wasserfestem Leim schließen, größere Schäden gehören in die Werkstatt. Wer diese Punkte beachtet, hat einen Kahn, der Jahrzehnte hält – und keinen, der nach drei Saisons nur noch als Brennholz taugt.

Mit welchem Ticket man im Spreewald tatsächlich weiterkommt Für die Anreise mit dem Zug lohnt sich ein Länder- oder Verbundticket, das die Strecke bis Lübbenau oder Lübben abdeckt. Wer nur innerhalb des Spreewalds unterwegs ist, braucht kein Fernverkehrsticket. Vor Ort gibt es Buslinien, die die Dörfer verbinden, aber sie fahren unregelmäßig und oft nur bis zum frühen Abend. Typischer Fehler: sich auf eine späte Rückfahrt mit dem Bus verlassen und dann kein Taxi mehr bekommen. Besser ist es, die letzte Verbindung des Tages vorher zu notieren und sich nicht auf spontane Fahrten zu verlassen.

Plane die Route so, dass du immer innerhalb von zwanzig Minuten ein sicheres Ufer oder eine Siedlung erreichst. Sag jemandem, wo du ein- und aussteigst, und vereinbare eine Rückmeldung. Fahre nie allein auf unbekannten Fließen. Wenn dich friert, brich ab – Zittern ist ein Warnsignal, kein Zeichen von Härte. Nach der Tour: Boot und Ausrüstung mit Süßwasser spülen, Gummis und Reißverschlüsse trocknen, damit sie nicht porös werden.

Sobald das Wasser offen ist, ändert sich der Grundklang des Flusses. Das gleichmäßige Rauschen wird unregelmäßiger, weil Treibgut und Eisreste die Strömung brechen. Dieses veränderte Plätschern ist das zweite Signal. Es ist lauter als im Winter, aber noch gleichmäßig, ohne Pausen. Kurz darauf setzt der erste Froschruf ein, meist von Grasfröschen oder Moorfröschen in flachen, sonnigen Buchten. Verwechsle diese Rufe nicht mit dem späteren Konzert der Wasserfrösche: Die frühen Rufe sind kurz, knarrend und einzeln, nicht in langen Ketten. Ein häufiger Fehler ist, den Froschchor als erstes Frühlingszeichen zu deuten, obwohl das Tauwetter akustisch schon vorher begonnen hat. Wer die Froschrufe hört, kann davon ausgehen, dass die Wassertemperatur in Ufernähe mehrere Tage über vier Grad lag.

Die erste Regel lautet deshalb: mit der Bahn anreisen und den Wagen zu Hause lassen. Die Regionalzüge halten in Lübben, Lübbenau und Vetschau, dazu gibt es Buslinien zwischen den Dörfern. Vom Bahnhof Lübbenau sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Kahnanleger. Wer aus Berlin oder Cottbus kommt, sitzt oft schneller im Zug als im Stau auf der A13. Ein Fehler, den viele machen: das Auto am Bahnhof stehen lassen und dann doch für jede Strecke einsteigen. Bahnhofsparkplätze sind begrenzt, und wer sein Fahrzeug tagelang abstellt, blockiert anderen die Anreise.

Vor dem ersten Einsatz im Frühjahr prüft man die Fugen, nicht nur die Oberfläche. Ein trockener Kahn muss vor dem Zu-Wasser-Lassen gewässert werden, sonst läuft er voll. Wer ihn einfach ins Wasser schiebt und wartet, bis er sich schließt, riskiert, dass Wasser in die noch offenen Fugen eindringt und das Holz von innen aufweicht. Besser ist es, den Kahn ein bis zwei Tage vorher zu wässern oder kontrolliert einzusetzen und die Fugen danach nachzudichten.

Ein Kahn im Spreewald ist kein Ausstellungsstück, sondern ein Arbeitsgerät. Wer regelmäßig durch die Fließe stakt, spürt nach zwei Saisons genau, ob der Rumpf aus dem richtigen Holz gebaut wurde. Die Holzart entscheidet über Gewicht, Verformung und Lebensdauer mehr als jede Lackschicht. Wer hier spart oder falsch wählt, zahlt später mit Rissen, Fäulnis und ständigem Nacharbeiten.

Die Busse im Spreewald fahren selten, oft nur alle ein bis zwei Stunden, und am Wochenende noch seltener. Wer ohne Auto unterwegs ist, muss die Fahrpläne vorher lesen und nicht darauf vertrauen, dass schon irgendwann ein Bus kommt. Ein häufiger Fehler: an Feiertagen planen wie an Werktagen. An manchen Tagen fällt der Bus ganz aus. Flexibler ist man mit dem Rad, das man auch in der Bahn mitnehmen kann, sofern ausreichend Platz ist. In der Hauptsaison sind die Züge voll, und wer sein Rad spontan mitnehmen will, steht manchmal vor verschlossenen Türen. Deshalb früh am Tag fahren oder außerhalb der Stoßzeiten.

Die besten Plätze im Spreewald sind nicht die offensichtlichen. Die Hauptspree ist stark befahren und trüb, dort halten sich Fische meist in Ufernähe oder unter überhängenden Erlen auf. Erfolgversprechender sind die kleinen Fließe mit langsam fließendem, klarem Wasser. Im Frühjahr stehen Hechte in flachen Buchten, die sich schnell erwärmen. Im Sommer ziehen Zander in tiefere Rinnen mit Strömung. Ein typischer Anfängerfehler: zu weit werfen. Im Spreewald reicht oft ein kurzer, präziser Wurf direkt an die Schilfkante. Auch das Füttern mit großen Mengen ist kontraproduktiv, weil das Wasser nährstoffarm ist und die Fische schnell satt sind.

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