Die zweite Route führt von Burg über Werben nach Peitz. Sie ist kürzer, aber technisch anspruchsvoller, weil mehrere Holzbrücken und enge Kurven zwischen den Fließen liegen. Wer hier zügig fährt, gefährdet Fußgänger und sich selbst. Besser ist es, zwischen 12 und 14 Uhr eine längere Pause einzulegen. In dieser Zeit sind die Wege voll, und die Mittagshitze macht den Torfboden weich. Ein früher Start um 8 Uhr löst das Problem: Man ist vor der Masse unterwegs und kommt mit trockenen Wegen zurück.
Nach dem Sammeln waschen Sie alles gründlich unter fließendem Wasser – im Spreewald keine Selbstverständlichkeit, denn zwischen Halmen und Blattunterseiten sitzen oft kleine Insekten oder Sand. Trocknen Sie die Kräuter auf einem Tuch. Für den rohen Verzehr eignen sich Bärlauch, Giersch, Löwenzahn und Brennnessel – letztere vorher kurz überbrühen, sonst brennt sie. Ein weiterer Fehler: alle Kräuter gleich behandeln. Bärlauch verliert beim Kochen viel Aroma, Giersch und Brennnessel sind dagegen hitzestabil. Braten Sie Bärlauch nur kurz an oder geben ihn roh in Salat und Pesto.
Ein typischer Fehler ist die Verwechslung von Hochwasser und Frühling. Im Spreewald kann der Pegel auch im Winter stark steigen, etwa nach langen Regenfällen. Dann ist das Wasser hoch, aber kalt und klar. Der Frühling zeigt sich anders: Das Wasser ist hoch, trüb und wärmer, und an den Ufern erscheinen die ersten grünen Spitzen. Wer diese Unterscheidung nicht trifft, wartet entweder zu lange oder ruft den Frühling zu früh aus. Am besten notiert man über einige Wochen den Pegelstand und die Farbe des Wassers, um den Unterschied zu sehen.
Für Wanderungen eignen sich vor allem die höher gelegenen Wege und die Randbereiche des Spreewalds. Dort ist der Boden meist fester. Wer durch die Auenlandschaft läuft, sollte auf Wege achten, die nicht direkt am Wasser verlaufen. Besonders nach Regenfällen können sumpfige Stellen gefährlich werden. Ein ruhiger Spaziergang entlang der Fließe ist oft die bessere Wahl als eine lange Tour quer durch das Feuchtgebiet. Planen Sie außerdem mehr Zeit ein als im Sommer, denn die Wege sind langsamer zu begehen.
Die Wege im Biosphärenreservat sind nicht durchgängig beschildert, und manche als „barrierefrei” ausgewiesenen Strecken enden plötzlich an einer Stufe oder einem Holzgitter. Wer allein mit dem Rollstuhl unterwegs ist, sollte eine Begleitperson dabeihaben. Für Rollatoren sind breite Reifen mit Profil sinnvoll; kleine harte Rollen bleiben im Sand stecken. Ein typischer Fehler ist die Wahl der falschen Jahreszeit: Im Frühjahr sind viele Wege aufgeweicht, im Hochsommer staubig und uneben.
Die Übernachtung sollte man im April nicht zu knapp buchen. Viele Pensionen öffnen erst ab Mitte des Monats, und die Auswahl ist geringer als in der Hauptsaison. Gleichzeitig sind die Preise moderat und die Orte ruhiger. Wer die Natur ohne Menschenmassen erleben will, findet im April gute Bedingungen – vorausgesetzt, man plant wetterfest und bleibt flexibel. Ein Blick auf die Wettervorhersage am Morgen ist Pflicht, denn die Bedingungen können sich innerhalb weniger Stunden ändern. Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Geduld ist der Spreewald im April ein lohnendes Ziel für alle, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen.
Für Kahnfahrten gilt: Nicht jedes Boot ist geeignet. Einsteigen bedeutet meist einen Schritt über den Bootsrand, oft auf schmalen Stegen. Wer nicht sicher gehen kann, sollte beim Anbieter vorab fragen, ob ein flacher Einstieg, eine Rampe oder ein breiteres Boot vorhanden ist. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass jede Kahnfahrt automatisch barrierefrei ist. Auch die Sitzbänke im Kahn haben keine Lehne und sind niedrig. Ein Kissen oder eine Sitzschale hilft. Für Rollstühle gibt es nur wenige Boote mit Auffahrrampe; diese müssen lange im Voraus reserviert werden.
Toiletten, Wege und typische Stolperfallen Barrierefreie Toiletten sind rar. In Lübbenau gibt es eine am Großparkplatz und eine am Hafen, in Burg am Markt und in Lübben am Bahnhof. Außerhalb dieser Punkte muss man oft auf gastronomische Betriebe ausweichen, die aber nicht immer einen rollstuhlgerechten Zugang haben. Ein häufiger Fehler: Man plant die Toilettenpause erst, wenn es dringend wird. Besser ist es, vor der Tour die wenigen bekannten Standorte einzuplanen und dazwischen großzügige Puffer zu lassen.
Der Spreewald ist flach, aber nicht automatisch barrierefrei. Die Wege bestehen oft aus Sand, Wiesenpflaster oder Holzplanken. Wer mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs ist, sollte vorher wissen, welche Abschnitte befestigt sind und welche nach Regen tief und weich werden. Feste Wege finden sich vor allem rund um Lübben, Lübbenau und Burg. Dort verlaufen breite, wassergebundene Decken und asphaltierte Uferpromenaden. Abseits der Orte wird der Untergrund schnell sandig, Wurzeln und Schlaglöcher kommen hinzu.
Was im April wirklich lohnt – und was nicht Radfahren ist im April nur bedingt zu empfehlen. Viele Wege sind noch aufgeweicht oder teilweise überflutet, besonders im inneren Spreewald. Wer trotzdem fahren möchte, sollte sich auf matschige Abschnitte einstellen und wasserdichte Schuhe tragen. Deutlich angenehmer sind Spaziergänge auf den befestigten Dammwegen, etwa entlang der kleineren Kanäle. Dort lässt sich die erwachende Natur beobachten, ohne im Schlamm zu versinken. Ein weiterer Irrtum: zu glauben, im April sei schon alles geöffnet. Einige Ausflugsziele und Gaststätten haben noch verkürzte Öffnungszeiten oder Ruhetage.
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