Le coeur perdu – Paris

Schimmel weg, Kaution zurück: was Mieter falsch machen

Zuerst muss geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt. Typische Ursachen sind falsches Lüften, undichte Fensterfugen, ein defektes Abflussrohr in der Wand oder eine mangelhafte Wärmedämmung. Ohne diese Einordnung ist jede Entfernung nur eine Frage der Zeit, bis der Fleck zurückkommt. Mieter sollten den Befall fotografieren, das Datum notieren und den Vermieter schriftlich informieren. Das ist wichtig, weil bei Baumängeln die Beseitigung Sache des Vermieters ist, nicht des Mieters.

Ein häufiger Fehler ist die Dämmung nur des sichtbaren Rohrabschnitts. Auch Ventile, Absperrungen und Wasserzähler kühlen aus und bilden Tropfen. Diese Bauteile brauchen passende Formteile oder zumindest eine sorgfältig zugeschnittene Umhüllung. Ebenso falsch ist es, die Dämmung nachträglich zu komprimieren, weil dadurch die Dämmschicht dünner wird und die Oberflächentemperatur wieder sinkt. Wer aus Platzmangel dünner dämmt als nötig, muss mit erneuter Kondensation rechnen.

Vor der Ausführung lohnt ein Blick auf die Entwässerungssatzung der Kommune und die technischen Anschlussbedingungen des Versorgers. Rückstauklappen sind in Kellerräumen oft vorgeschrieben, Schallschutz ist bei Wänden zu Nachbarräumen zu beachten. Wer alle Maße, Zuständigkeiten und Arbeitsschritte vorab schriftlich festhält, vermeidet Nachbesserungen und Streit. Der Anschluss ist dann keine Überraschung, sondern eine geplante Baumaßnahme.

Die sechs Schritte, die den Befall stoppen Schritt 1: Schutz anlegen. Atemmaske, Handschuhe und eine Schutzbrille verhindern, dass Sporen eingeatmet werden. Fenster während der Arbeit öffnen, aber nicht dauerhaft kippen. Schritt 2: Fläche trocken abtragen. Kein Wasser, kein feuchtes Tuch, sonst verteilen sich die Sporen. Trocken abkratzen oder abschleifen, den Staub mit einem Sauger mit Feinfilter aufnehmen. Schritt 3: Desinfizieren. Spiritus oder ein handelsüblicher Schimmelentferner auf Alkoholbasis. Auftragen, einwirken lassen, abtrocknen. Chlorhaltige Mittel nur bei starkem Befall und mit guter Lüftung, weil sie Reizstoffe freisetzen.

Lüften Sie morgens und abends für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster, idealerweise mit Durchzug. Dauerhaft gekippte Fenster bringen kaum Luftaustausch und kühlen die Wand zusätzlich aus. Vermeiden Sie es, Wäsche im Schlafzimmer zu trocknen. Feuchte Handtücher und Bettwäsche geben große Mengen Wasser an die Luft ab. Wer darauf nicht verzichten kann, sollte zumindest einen Luftentfeuchter nutzen oder die Wäsche in einem anderen Raum trocknen. Auch Pflanzen mit großen Blättern erhöhen die Luftfeuchtigkeit, ebenso Aquarien ohne Abdeckung.

Die häufigste Ursache ist aufsteigende Feuchtigkeit. Sie tritt auf, wenn die Horizontalsperre im Mauerwerk fehlt, beschädigt oder nicht durchgängig ist. Typische Anzeichen sind ein dunkler, scharf abgegrenzter Feuchterand im unteren Wandbereich, abplatzender Putz bis etwa einen halben Meter über dem Boden und weiße, mehlige Salzablagerungen. Ein einfacher Test: Kleben Sie ein Stück Alufolie mit den Rändern luftdicht auf die Wand und beobachten Sie nach ein bis zwei Tagen, ob sich auf der Innenseite Kondenswasser bildet. Feuchtigkeit hinter der Folie deutet auf aufsteigendes Wasser hin, Kondensat auf der Außenseite eher auf Tauwasser aus der Luft.

Wenn keine Unterseite erreichbar ist, bleibt die Methode mit Schrauben von oben. Verwenden Sie Schrauben mit Teilgewinde, damit der Kopf die Diele festhält und das Gewinde im Balken greift. Setzen Sie zwei Schrauben pro Diele und Balken – eine links, eine rechts –, um ein Verdrehen zu verhindern. Nach dem Verschrauben treten Sie die Stelle mehrfach ab. Kein Geräusch mehr? Dann haben Sie es richtig gemacht. Tritt es erneut auf, sitzt die Diele nicht satt oder eine zweite Reibungsstelle ist übersehen worden.

Die relative Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sollte dauerhaft unter 60 Prozent bleiben, besser bei 50 bis 55 Prozent. Über 65 Prozent wird es kritisch, besonders nachts, wenn die Temperatur absinkt. Ein Hygrometer allein genügt nicht, wenn die Wand kalt ist: Bei 18 Grad Raumtemperatur und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 10 Grad. Eine Außenwand, die im Winter 12 Grad erreicht, bleibt dann trocken. Sinkt sie auf 8 Grad, bildet sich Kondenswasser. Deshalb ist es sinnvoll, die Raumtemperatur nachts nicht unter 16 Grad fallen zu lassen.

Schimmel in der Mietwohnung ist kein reines Schönheitsproblem. Er greift Bausubstanz an, belastet die Atemwege und führt bei Auszug oft zu Streit über die Kaution. Entscheidend ist, wie schnell und wie sauber reagiert wird. Wer den Befall nur überstreicht, verliert im Zweifel die Argumentation gegenüber dem Vermieter, weil die Ursache weiterarbeitet. Die folgende Methode lässt sich mit einfachen Mitteln umsetzen und macht jeden Schritt nachvollziehbar.

Schritt 4: Nachbehandeln. Nach dem Abtrocknen eine mineralische Farbe oder ein Antischimmelmittel dünn auftragen. Keine Dispersionsfarbe, sie schließt die Wand ab und staut Feuchtigkeit. Schritt 5: Ursache abstellen. Heizung und Lüftung anpassen: mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten stoßlüften, nicht dauerhaft kippen. Möbel mit Abstand zur Wand stellen, damit Luft zirkulieren kann. Schritt 6: Kontrolle. Zwei Wochen lang täglich prüfen, ob Flecken zurückkehren. Bleibt es trocken, war die Ursache beseitigt. Kommt der Schimmel wieder, liegt ein Baumangel vor, der gemeldet werden muss.

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