Ein häufiger Fehler beim Überdecken ist der Verzicht auf eine Feuchtigkeitssperre. Gerade im Altbau kann Feuchtigkeit aus dem Untergrund aufsteigen und den neuen Belag von unten zerstören. Eine Dampfbremse ist deshalb Pflicht. Ebenso wichtig: Dehnungsfugen an den Wänden einhalten, sonst wölbt sich der Boden bei Wärme. Wer diese Punkte beachtet, hat lange Freude an der Lösung – egal ob geschliffen oder überdeckt.
Alte Fensterlaibungen sind selten gerade. Mauerwerk aus Ziegel oder Bruchstein wurde oft von Hand verputzt, der Putz ist über die Jahrzehnte ausgebeult, gerissen oder teilweise abgeplatzt. Wer hier dünne Holzplatten aufbringen will, muss zuerst den Untergrund ehrlich beurteilen. Klopfen Sie den Putz mit dem Knöchel ab: Hohl klingende Stellen entfernen, sonst brechen die Platten später wieder ab. Lose Farbschichten und Kalkputzreste mit einer Spachtel abschaben, staubige Flächen grundieren. Dünne Platten verzeihen keine Unebenheiten, weil sie sich nicht wie Gipskarton spachteln lassen, ohne dass die Kanten sichtbar werden.
Schließlich sollten Sockelleisten und Türrahmen in derselben Farbe wie die Wand gestrichen werden, nicht in Weiß. Weiße Leisten ziehen eine sichtbare Linie um den Raum und betonen die Begrenzung. Wer sie mit der Wandfarbe überstreicht, lässt die Wandfläche optisch nach außen laufen. Das ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um ein kleines Wohnzimmer größer erscheinen zu lassen, und sie kostet nur etwas Farbe und Zeit.
Wann Schleifen wirklich sinnvoll ist Schleifen lohnt sich, wenn die Dielen massiv sind, noch genug Substanz haben und die Oberfläche nur optisch abgenutzt ist. Man arbeitet in mehreren Durchgängen mit grober, mittlerer und feiner Körnung. Wichtig ist, immer in Richtung der Holzfasern zu arbeiten und die Maschine gleichmäßig zu führen, sonst entstehen Rillen. Nach dem Schliff wird der Staub gründlich abgesaugt, dann erfolgt der erste Anstrich mit Hartwachsöl oder Lack. Zwischen den Schichten wird leicht angeschliffen. Wer hier zu viel Material abträgt, zerstört die Nutzschicht – ein typischer Anfängerfehler, der sich nicht rückgängig machen lässt.
Farbtiefe statt Farbmenge Ein weiterer typischer Fehler ist die Annahme, dass nur sehr helle Farben einen Raum größer machen. Das stimmt nur bedingt. Ein Raum wirkt dann größer, wenn die Farbe an allen Wänden gleichmäßig und ohne Unterbrechung aufgetragen wird. Sogenannte Farbverläufe oder das Abkleben einzelner Wandabschnitte erzeugen Muster, die den Raum optisch verkleinern. Wer hingegen eine mitteldunkle, aber klare Farbe wie ein gedecktes Salbeigrün oder ein warmes Taupe an allen Wänden verwendet, erzeugt Tiefe. Die Wand tritt nicht in den Vordergrund, sondern bildet einen ruhigen Hintergrund, vor dem Möbel und Licht besser wirken.
Bei sehr alten, kalkhaltigen Putzen kann auch verdünnte Kalkfarbe als erste Schicht dienen. Sie ein und verfestigt die Oberfläche. Wer Mineralfarbe verwendet, sollte ebenfalls stark verdünnt beginnen. Dispersionsfarben sind für stark saugende Altbauwände weniger geeignet, weil sie zu schnell anziehen. Wer sie dennoch nutzt, muss mit einem speziellen Haftgrund arbeiten – oder eben doch grundieren. Ohne Grundierung steigt das Risiko, dass die Farbe später wie eine Folie abzieht.
Achten Sie auf die Fensterfuge. Eine Laibung ist keine reine Dekorfläche, sondern Teil der luftdichten Ebene. Wird sie mit Holz verkleidet, darf die Fuge zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk nicht überdeckt, sondern muss zugänglich bleiben. Dämmschnüre und Dichtbänder gehören vor die Verkleidung, nicht dahinter. Wer die Fuge einfach zubaut, riskiert Feuchtigkeitsstau und Schimmel im verborgenen Hohlraum. Prüfen Sie außerdem, ob Anschlüsse an Heizungsrohre oder Elektroleitungen in der Laibung verlaufen.
Über der Badezimmertür bleibt oft eine ungenutzte Fläche von 30 bis 50 Zentimetern Höhe und 60 bis 80 Zentimetern Breite. Genau dort lassen sich schmale Regale montieren, die Handtücher, Toilettenpapier oder Pflegeprodukte aufnehmen, ohne den Raum zu verstellen. Entscheidend ist, dass die Regale nicht in den Türbereich hineinragen und die Tür sich weiterhin vollständig öffnen und schließen lässt. Messen Sie zuerst die lichte Höhe zwischen Türrahmen und Decke, danach die lichte Breite der Wand über dem Rahmen. Notieren Sie auch, wie weit die Tür nach innen aufschwingt – dieser Radius darf nicht durch Regalböden oder Konsolen blockiert werden.
Bei den Ecken ist Sorgfalt wichtiger als Tempo. Stoßen zwei Platten auf Gehrung, bleibt die Kante sauber, wenn Sie sie mit einem scharfen Cutter und einer Gehrungslade zuschneiden. Ein einfacher Stoß mit sichtbarer Fuge wirkt billig und arbeitet. Verspachteln Sie Fugen nur mit flexiblem Material; starre Spachtelmasse reißt bei Temperaturschwankungen. Übliche Fehler sind zu dicke Platten, vergessene Hinterlüftung und das Verschließen der Fensterfuge. Wer diese Punkte beachtet, bekommt eine ruhige, schlichte Laibung, die zum Altbau passt, ohne die Bausubstanz zu beschädigen.
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