Le coeur perdu – Paris

Wenn der Mietvertrag keine Bohrlächer erlaubt: Teppichfliesen lose verlegt

Bevor überhaupt ein Schnitt gesetzt wird, muss der Untergrund sauber und trocken sein. Lose Teile, alte Kleberreste oder Unebenheiten verfälschen jede Messung. Bei Türzargen wird der Belag nicht bis an das sichtbare Holz herangeführt, sondern mit einem kleinen Spalt von ein bis zwei Millimetern versehen, damit sich das Material bei Temperaturschwankungen ausdehnen kann. Dieser Spalt wird später mit einer passenden Leiste oder einem Dichtprofil verdeckt. In Nischen, etwa um Heizungsrohre oder Mauervorsprünge, ist es sinnvoll, zuerst eine Pappschablone anzufertigen. Diese Schablone lässt sich leichter korrigieren als der teure Belag.

Typische Fehler sind zu hohe Temperaturen und zu langes Einwirken. Ein Bügeleisen auf höchster Stufe verbrennt die Korkoberfläche und hinterlässt dunkle Flecken, die nicht mehr zu entfernen sind. Ebenso falsch ist es, die Stelle mit einem scharfen Gegenstand auszuhebeln oder mit einem Hammer zu bearbeiten. Kork ist nachgiebig, aber nicht formstabil. Mechanischer Druck von oben verschlimmert die Verformung, weil die darunterliegende Trägerschicht gestaucht wird.

Vor dem Streichen die Wand grundieren. Eine Grundierung gleicht die Saugfähigkeit aus und sorgt dafür, dass die neue Farbe gleichmäßig deckt. Ohne diesen Schritt entstehen Flecken und die Farbe haftet nicht dauerhaft. Die Grundierung trocknet je nach Produkt mehrere Stunden, erst danach wird gestrichen.

Teppichfliesen sind im Mietwohnzimmer dann die richtige Wahl, wenn der Untergrund eben, trocken und dauerhaft zugänglich bleibt. Sie bestehen meist aus einem Trägergewebe mit Kurzflor und einer rutschhemmenden Unterseite, manche Modelle haben zusätzlich eine harte Rückenplatte. Für lose Verlegung eignen sich Fliesen mit glatter, dichter Unterseite besser als weiche, stark strukturierte Ware, weil sie weniger wandern. Bitumen-Rücken sind schwer und liegen satt, PVC-Rücken sind leichter und lassen sich schneller zuschneiden. Wer Allergiker im Haushalt hat, sollte auf waschbare Oberflächen achten, denn loser Teppich nimmt Staub anders auf als verklebter.

Beim Streichen an der Decke unbedingt eine Schutzbrille tragen. Farbe, die von oben tropft, kann die Augen reizen. Auch die Atemwege schützen, wenn in geschlossenen Räumen gearbeitet wird. Lüften ist wichtig, aber Zugluft vermeiden, sonst trocknet die Farbe zu schnell und bildet Risse. Die Raumtemperatur sollte zwischen 15 und 25 Grad liegen. Bei kühleren Temperaturen trocknet Dispersionsfarbe langsamer und haftet schlechter. Wer im Winter streicht, heizt den Raum vorher auf und lüftet nur kurz stoßweise.

Beim Streichen in einer Mietwohnung entscheidet nicht die Farbe über den Ärger, sondern die Vorbereitung. Wer Decken und Wände ohne gründliche Abdeckung bearbeitet, riskiert Farbspritzer auf Böden, Möbeln und Heizkörpern. Zuerst alle Möbel aus dem Raum räumen oder in die Mitte schieben und mit Folie abdecken. Den Boden vollständig mit Malervlies auslegen, besonders an den Rändern, wo Tropfen gern landen. Steckdosen und Lichtschalter abkleben, ebenso Türrahmen und Fußleisten. Ein häufiger Fehler: nur die Wand selbst abkleben, aber die Decke vergessen – Farbe läuft beim Rollen an der Decke entlang und tropft nach unten.

Nach dem Streichen alle Klebebänder entfernen, solange die Farbe noch leicht feucht ist. Sonst reißt sie beim Abziehen an den Rändern aus und hinterlässt unschöne Kanten. Fußleisten und Türrahmen vorsichtig abziehen, am besten im 45-Grad-Winkel. Farbspritzer auf dem Boden sofort mit einem feuchten Tuch aufnehmen, nicht trocknen lassen. Beim Auszug aus der Mietwohnung ist wichtig: Nur die vereinbarten Flächen streichen. Wer ohne Absprache die Decke in einer anderen Farbe streicht, riskiert Ärger mit dem Vermieter. In vielen Mietverträgen ist festgelegt, dass nach dem Auszug in Weiß oder RAL 9010 gestrichen werden muss. Vor dem Kauf der Farbe also einen Blick in den Vertrag werfen.

Erst die Decke, dann die Wände – und immer mit System Die Reihenfolge spart Arbeit: zuerst die Decke streichen, danach die Wände. So können Farbspritzer von der Decke auf die Wände fallen, ohne dass sie später sichtbar bleiben. Für die Decke eine Deckenrolle mit Verlängerungsstange verwenden, für die Wände eine normale Rolle. Immer in Bahnen arbeiten: eine Bahn von oben nach unten, dann die nächste leicht überlappend. Nicht zu viel Farbe aufnehmen, sonst läuft sie die Wand hinunter. Zwischen zwei Anstrichen mindestens vier Stunden warten, bei feuchter Luft länger. Ein typischer Anfängerfehler ist es, zu schnell zu streichen und die Farbe zu dünn aufzutragen – dann scheint der Untergrund durch und man braucht einen dritten Anstrich.

Damit nichts verrutscht, kommen an den Wänden und in stark begangenen Zonen doppelseitige Klebebänder zum Einsatz. Diese Bänder haften auf dem Untergrund, nicht auf der Fliese, und lassen sich beim Auszug mit einem Spachtel lösen. Ein häufiger Fehler ist vollflächiges Kleben mit Teppichband: Das hält zwar besser, hinterlässt aber Rückstände, die der Vermieter beanstanden kann. Wer ganz ohne Hilfsmittel auskommen will, wählt Fliesen mit hohem Eigengewicht und verlegt sie schwimmend, muss dann aber mit kleinen Fugen rechnen.

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