Le coeur perdu – Paris

Wenn der Untergrund stimmt, hält Vliestapete dauerhaft

Bevor montiert wird, sollte die Wand geprüft werden. Bei Mietwohnungen sind Bohrlöcher oft problematisch, weil sie beim Auszug verschlossen werden müssen. Eine Alternative sind selbstklebende Paneele oder solche, die mit Montagekleber befestigt werden. Kleber lässt sich später mit einem Spachtel und etwas Geduld entfernen, hinterlässt aber meist Rückstände. Wer sicher gehen will, wählt Paneele, die auf einem Trägerrahmen sitzen und nur an wenigen Punkten verschraubt werden. So bleiben die Löcher klein.

Für die Befestigung haben sich mehrere Methoden bewährt. Klemmhalter mit Klebepad funktionieren auf sauberen, staubfreien Flächen zuverlässig, lassen sich aber nur begrenzt wieder lösen. Schraubbare Halter oder Kabelkanäle sind stabiler, erfordern jedoch Eingriffe in die Möbeloberfläche. Klettbänder eignen sich zum Bündeln, während Kabelbinder nur für dauerhaft feste Verbindungen verwendet werden sollten. Ein typischer Fehler ist der Einsatz von Metallbindern an Stromkabeln: Sie können die Isolierung einschneiden. Ebenso problematisch ist das Verlegen direkt an Heizungen oder scharfen Kanten.

Vliestapete verzeiht mehr als Papier, aber nicht alles. Der Träger aus Zellstoff und Polyester quillt kaum, lässt sich trocken an die Wand bringen und wieder abziehen. Genau diese Eigenschaften verleiten dazu, den Untergrund zu unterschätzen. Wer sauber tapeziert, prüft zuerst die Wand: lose Putzschichten abschlagen, Risse mit Spachtelmasse schließen, saugende Flächen mit Tiefengrund vorstreichen. Frischer Kalkputz braucht je nach Schichtdicke mehrere Wochen Trockenzeit, sonst löst die Restfeuchte den Kleister von innen an.

Das Gefälle ist keine Kür, sondern die Grundlage Ein Gefälle von mindestens zwei Prozent, also zwei Zentimeter pro Meter, muss in die Unterkonstruktion eingebaut werden, nicht erst in die Diele. Wer die Träger waagerecht verlegt und hofft, das Wasser finde schon seinen Weg, wird nach dem ersten Regen Pfützen sehen. Das Gefälle verläuft immer vom Haus weg oder zu einer definierten Entwässerungslinie. Bei Terrassen an der Fassade ist die Richtung oft durch die Türschwelle vorgegeben: Die Oberkante der Diele muss deutlich unter der Schwelle liegen, damit Regenwasser nicht ins Gebäude läuft. Typischer Fehler: Gefälle eingeplant, aber nach dem Verlegen der ersten Dielen nicht mehr kontrolliert. Eine Wasserwaage mit Keil oder eine lange Richtlatte zeigt sofort, ob die Linie stimmt.

Ecken sind die häufigste Fehlerquelle. Die letzte Bahn vor der Ecke nicht um die Kante kleben, sondern knapp davor enden lassen. Die überstehende Breite messen, auf die neue Bahn übertragen und diese passgenau in die Ecke setzen. So bleibt der Ansatz lotrecht und die Ecke reißt nicht auf. Bei Außenecken die Tapete um die Kante führen, mit dem Cuttermesser bündig abschneiden und die Schnittkante leicht andrücken.

Nach dem Tapezieren zwei bis drei Tage bei normaler Raumtemperatur trocknen lassen, nicht heizen und nicht lüften wie verrückt. Erst dann zeigen sich Blasen oder offene Nähte. Kleine Blasen mit einer Spritze Kleister füllen und andrücken, gelöste Nähte mit Nahtkleber nacharbeiten. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt eine Wand, die auch nach Jahren keine Kanten wirft.

Der größte Fehler ist das komplette Verkleben von Fensterfugen mit Silikon oder Acryl. Dadurch wird die notwendige Zwangslüftung unterbunden, Feuchtigkeit staut sich, und nach kurzer Zeit bildet sich Schimmel an den Laibungen. Ein weiterer Fehler: Dichtungen über alte, verschmutzte Dichtungen kleben. Die neue Lippe liegt nicht sauber an, und der Effekt ist geringer als erwartet. Ebenfalls problematisch ist das Abdichten von Innentüren zu beheizten Räumen. Wer die Küchentür luftdicht verschließt, verlagert die Feuchtigkeit nur in andere Räume. Und schließlich: Zugluft wird oft mit Kälte verwechselt. Eine kalte Wand strahlt Kälte ab, ohne dass Luft strömt. Hier hilft kein Dichtband, sondern nur eine bessere Dämmung.

Die richtige Montage: Untergrund, Abstand, Ausrichtu

Die Randbefestigung wird oft vergessen. An den Stirnseiten und an der Wand braucht die Terrasse Bewegungsraum. Eine feste Verschraubung ohne Spiel führt dazu, dass sich die Dielen bei Hitze aufwölben oder bei Kälte auseinanderziehen. Ein Abstand von mindestens einem Zentimeter zur Wand und zu festen Bauteilen ist Pflicht. Auch der seitliche Abschluss sollte nicht starr mit der Unterkonstruktion verbunden werden. Wer hier spart, repariert später die gesamte Fläche.

Kleister richtig anrühren und gleichmäßig auftragen Für Vliestapete reicht die Wand einstreichen, die Bahn selbst bleibt trocken. Den Kleister nach Herstellerangabe anrühren, fünf bis zehn Minuten quellen lassen und nochmals kurz durchrühren. Zu dünn angerührt rutscht die Bahn, zu dick lässt sie sich nicht mehr schieben. Auftragen mit der Rolle großzügig und kreuzweise, damit keine trockenen Inseln bleiben. Besonders kritisch sind die Ränder: Dort trocknet der Kleister zuerst ab, deshalb zügig arbeiten und Bahn für Bahn in kleinen Abschnitten kleben.

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