Für den Wandabschluss gilt: Die Sockelleiste muss satt anliegen, aber nicht in den Putz gedrückt werden. Bei unebenen Wänden helfen flexible Dichtlippen an der Oberkante, die kleine Spalten überbrücken. Nach dem Verschrauben werden die Schraubenköpfe mit passenden Abdeckkappen oder farblich angepasstem Wachs verschlossen. Wer später Kabel tauschen will, sollte auf Leisten mit werkzeuglos zu öffnender Abdeckung achten – das spart viel Ärger. Am Ende zählt nicht die perfekte Optik allein, sondern dass der Kanal dauerhaft zugänglich bleibt und die Kabel nicht unter Spannung stehen.
Altbauwände sind selten im Winkel. Wer Sockelleisten verlegt, kämpft mit schiefen Ecken, unebenen Flächen und Kabeln, die im Weg liegen. Entscheidend ist, ob Sie Ecken auf Gehrung schneiden oder stumpf stoßen. Auf Gehrung (45 Grad) sieht sauberer aus, aber nur, wenn der Winkel exakt 90 Grad beträgt. Bei Altbau messen Sie den Winkel mit einer Schmiege oder digitalen Winkelschraublehre. Teilen Sie den gemessenen Winkel durch zwei – das ist der Sägeanschlag. Ein Gehrungsschnitt mit der Kappsäge oder Gehrungslade funktioniert nur, wenn die Leiste plan aufliegt. Bei zu kurzen Stücken kippt die Säge – dann lieber mit der Feinsäge und Gehrungslade arbeiten.
Vorhänge bieten den variabelsten Schutz, brauchen aber die richtige Montage. Eine Gardinenstange direkt über der Fensterlaibung lässt den Stoff bis zum Boden fallen und schluckt viel Licht. Besser ist eine Deckenmontage mit Schienen, die den Vorhang knapp vor dem Glas führen. Für bodentiefe Fenster eignen sich Vorhänge mit Bleiband im Saum, damit sie nicht schwingen. Wer tagsüber Licht will, kombiniert einen leichten, halbtransparenten Vorhang mit einem blickdichten Store, der nur bei Bedarf zugezogen wird. Typischer Fehler: zu schmale Vorhänge, die im geschlossenen Zustand auseinanderklaffen und genau den Einblick freigeben, den sie verhindern sollen. Faustregel: Die Stoffbreite sollte mindestens das Eineinhalbfache der Fensterbreite betragen.
Am Ende kontrollieren Sie jede Ecke mit dem Fingernagel: Kein Spalt darf größer als 0,5 mm sein. Drücken Sie die Leiste an die Wand, markieren Sie die Bohrlöcher, und setzen Sie Dübel nur in festes Mauerwerk. Bei Altbau mit Lehmputz oder Hohlräumen verwenden Sie Injektionsmörtel oder längere Dübel. Nach dem Anbringen versiegeln Sie Fugen zur Wand mit Acryl, das überstreichbar ist. So bleibt die Leiste auch nach Jahren an Ort und Stelle – ohne Risse, ohne Spalten.
Vor dem Streichen wird die Wand entstaubt, entfettet und bei saugendem Untergrund mit einer passenden Grundierung versehen. Diese Grundierung ist kein optionaler Schritt, sondern die Haftbrücke. Ohne sie saugt der Putz das Bindemittel der Farbe auf, die Oberfläche wird fleckig und kreidet später. Bei stark saugenden Flächen kann ein zweiter Grundierauftrag nötig sein. Erst wenn die Grundierung trocken ist, beginnt der Deckanstrich.
Gearbeitet wird in zusammenhängenden Bahnen von oben nach unten, ohne zwischendurch abzusetzen. Die Rolle wird nicht in Zickzack über die Wand gezogen, sondern in geraden Bahnen mit leichtem Überlappungsbereich. Zwei dünne Schichten ergeben eine gleichmäßigere Oberfläche als eine dicke. Zwischen den Anstrichen muss die Farbe vollständig durchtrocknen, sonst wird die zweite Schicht die erste wieder anlösen und Schlieren hinterlassen. Kanten, Ecken und Bereiche um Schalter und Handläufe werden zuerst mit dem Pinsel vorgestrichen, dann folgt die Rolle auf der großen Fläche.
Treppenhäuser sind die härtesten Flächen im Haus: enge Kurven, Handlaufhöhe, Kinderwagen, Schuhe, Einkaufstaschen. Wer hier streicht, braucht keine dekorative Farbe, sondern einen Anstrich, der mechanische Belastung wegsteckt, ohne sofort zu glänzen, abzuplatzen oder Streifen zu zeigen. Die entscheidenden Fehler passieren fast nie beim Rollen, sondern davor: bei der Untergrundprüfung, der Farbwahl und der Frage, ob überhaupt eine Grundierung nötig ist.
Altbauwände sind oft wellig. Prüfen Sie mit einer langen Wasserwaage oder Richtlatte, wo Unebenheiten sind. Dünne Leisten (unter 12 mm) brechen leicht, wenn Sie sie über eine Wölbung zwingen. Besser: Leiste anpassen, indem Sie die Rückseite mit einem Hobel oder Schleifpapier abschrägen. Bei starken Unebenheiten (über 5 mm) unterfüttern Sie mit Keilen oder Montagekleber. Kleber statt Schrauben ist bei Altbau oft die bessere Wahl, weil Sie keine Dübel in bröseligem Mauerwerk setzen müssen. Verwenden Sie einen lösungsmittelfreien Montagekleber und fixieren Sie die Leiste mit Malerkrepp, bis er abbindet.
Zuerst wird geprüft, was der alte Anstrich kann. Ein Tropfen Wasser auf die Wand zeigt nach wenigen Minuten, ob die Fläche wasserabweisend ist. Perlt das Wasser ab, sitzt eine Dispersionsfarbe oder ein Lack obenauf, der keine Feuchtigkeit durchlässt. Dann darf keine mineralische Farbe darüber, sonst platzt sie in Platten ab. Kreidet die Wand beim Wischen mit dem Finger, ist die alte Schicht zu schwach gebunden und muss abgewaschen oder abgeschliffen werden. Kleine Risse und Löcher werden mit einem spachtelbaren, schwindarmen Füllstoff geschlossen, nicht mit einfachem Fertigspachtel aus der Tube, der beim Trocknen zurückspringt.
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