Le coeur perdu – Paris

Dusch-Nische mauern: Was passiert, wenn die Abdichtung fehlt

Eine Dusch-Nische in Trockenbau nachzurüsten ist weniger eine Frage des handwerklichen Geschicks als der Reihenfolge. Wer zuerst Fliesen kauft und dann plant, zahlt doppelt. Zuerst wird die Nischentiefe festgelegt: 80 bis 100 cm Breite und mindestens 90 cm Tiefe sind üblich, damit man sich beim Duschen nicht an den Wänden stößt. Der Wandaufbau besteht aus CW-Profilen, die an Boden und Decke verankert werden, dazwischen liegen UW-Anschlussprofile. Bei einer Nische wird die Rückwand aus zwei Lagen Gipskarton oder einer Lage Zementplatte gebildet; im Nassbereich ist imprägnierter Gipskarton nur dann zulässig, wenn die Fläche vollflächig abgedichtet wird. Ein häufiger Fehler: Profile werden nur mit einem Schuss Montageschaum fixiert. Das hält nicht, weil die Fliesen später Gewicht bringen.

Bevor montiert wird, sollte die Wand geprüft werden. Bei Mietwohnungen sind Bohrlöcher oft problematisch, weil sie beim Auszug verschlossen werden müssen. Eine Alternative sind selbstklebende Paneele oder solche, die mit Montagekleber befestigt werden. Kleber lässt sich später mit einem Spachtel und etwas Geduld entfernen, hinterlässt aber meist Rückstände. Wer sicher gehen will, wählt Paneele, die auf einem Trägerrahmen sitzen und nur an wenigen Punkten verschraubt werden. So bleiben die Löcher klein.

Für die Stoffmenge zählt der Faltenfaktor, nicht die Fensterbreite. Bei Faltenband liegt er meist zwischen 1,8 und 2,5, bei Kräuselband ähnlich; Ösen und Schlaufen brauchen weniger, weil die Falten schon in der Aufhängung entstehen. Ein typischer Fehler ist, den Faktor auf die Schienenbreite statt auf die zu überdeckende Fläche zu rechnen. Schwere Stoffe verlangen mehr Gleiter und bei Schienen einen stabilen Träger alle fünfzig bis sechzig Zentimeter. Wer unsicher ist, montiert eine Zwischenstütze mehr — das verhindert Durchhängen und Knacken beim Zuziehen.

Steckdosen und Schalter vor dem Tapezieren abschalten und die Abdeckungen entfernen. Die Tapete wird grob ausgeschnitten, dann mit einem Cuttermesser kreuzweise eingeschnitten und um die Dose herum sauber angedrückt. Erst wenn die Tapete trocken ist, den Überstand bündig abschneiden und die Abdeckung wieder montieren. Wer zu früh schneidet, zieht Fasern heraus und erzeugt ausgefranste Ränder.

Vliestapeten verzeihen viel, aber nicht alles. Der größte Fehler passiert bereits vor dem ersten Bahnenzuschnitt: Der Untergrund wird nur grob vorgestrichen, obwohl Vlies die Wandfehler nicht kaschiert, sondern betont. Jede Unebenheit, jede alte Farbkante und jeder Riss zeichnet sich nach dem Trocknen ab. Deshalb gilt: Wände zuerst mit einem Tiefengrund streichen, der saugende Untergründe schließt und die Haftung verbessert. Bei Raufaser oder alter Tapete besser spachteln, schleifen und grundieren, statt einfach darüber zu kleben.

Nach dem Trocknen der Abdichtung folgt das Fliesen. Im Nassbereich sind Fliesen mit niedriger Wasseraufnahme sinnvoll, also Feinsteinzeug statt poröser Keramik. Der Kleber wird als Dünnbettmörtel mit einer Zahnkelle aufgetragen, die Fliesen werden vollflächig eingedrückt, nicht nur punktuell. Eine offene Fuge zwischen Fliese und Wanne oder Bodenablauf wird mit Silikon verschlossen, nicht mit Fugenmörtel, weil sich dort Bewegungen ergeben. Ein typischer Fehler ist das Fliesen über eine noch feuchte Abdichtung; die Haftung leidet, und Feuchtigkeit schließt sich ein.

Typische Fehler: zu wenig Kleister auf der Wand, Bahnen zu früh aneinandergepresst und der Untergrund nicht grundiert. Auch Zugluft während des Trocknens lässt Nähte aufgehen. Lieber bei geschlossenem Fenster und normaler Raumtemperatur trocknen lassen. Wer diese Punkte beachtet, bekommt eine saubere, dauerhaft haftende Vliestapete ohne sichtbare Nähte.

Befestigung ohne Bohren: Was trägt und was nic

Der Kleister für Vliestapeten wird direkt auf die Wand aufgetragen, nicht auf die Tapetenbahn. Das ist der zentrale Unterschied zu Papiertapeten. Entscheidend ist eine gleichmäßige Schicht in der Breite der Bahn plus etwa zehn Zentimeter Zugabe an den Rändern. Zu dünn aufgetragen hält die Tapete nicht, zu dick quillt der Kleister an den Nähten heraus und hinterlässt Ränder. Nach dem Auftragen die Bahn sofort ansetzen, andrücken und mit einer Tapezierbürste oder einem Rakel glatt streichen – von der Mitte nach außen, damit keine Luftblasen bleiben.

Ansatz und Ecken: Hier entscheidet sich das Ergebnis Der Ansatz, also die Stoßkante zwischen zwei Bahnen, ist die empfindlichste Stelle. Bahnen immer stumpf stoßen, nie überlappen. Nach dem Andrücken die Naht mit einem Nahtroller nachfahren, aber erst, wenn der Kleister leicht angezogen hat. Zu früh gerollt, quillt Kleister heraus; zu spät gerollt, sitzt die Naht bereits fest. In Ecken wird nicht auf Stoß gearbeitet: Die letzte Bahn vor der Ecke wird um die Kante geführt, die neue Bahn überlappt diese um wenige Zentimeter und wird anschließend bündig nachgeschnitten. So entstehen keine offenen Kanten.

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