Ein Passepartout wirkt nur dann, wenn es exakt sitzt. Wer das Innenmaß, die Überlappung und die Randbreite falsch ansetzt, bekommt entweder einen zu großen Spalt, durch den das Bild durchrutscht, oder einen zu engen Ausschnitt, der die Bildränder abschneidet. Die drei Maße hängen voneinander ab, und die Reihenfolge beim Messen entscheidet über das Ergebnis.
Ein Spotlight, das nur 10 oder 15 Zentimeter vom Rahmen entfernt sitzt, wirft einen deutlichen Schatten des Rahmens nach unten. Das Bild selbst erscheint dann dunkler als die Wand daneben. Besonders bei Rahmen mit breiter Leiste oder bei Passepartouts fällt dieser Fehler sofort auf. Ein weiterer typischer Irrtum ist der Glaube, ein einzelner starker Strahler reiche für ein großes Bild. Ab etwa 80 Zentimetern Breite benötigt man zwei Strahler, sonst entsteht in der Mitte ein dunkler Fleck. Auch der Abstand zur Wand selbst spielt eine Rolle: Ein Strahler, der zu nah an der Wand sitzt, erzeugt einen grellen Lichtkegel mit sichtbarer Kante.
Für Lampen und Spiegel gilt dasselbe Prinzip. Ein Spiegel über der Kommode ist unproblematisch, solange er bündig mit der Wand abschließt. Eine Pendelleuchte in der Raummitte muss so hoch hängen, dass auch große Personen darunter durchgehen, ohne den Kopf einzuziehen. Bei einer Deckenhöhe von 2,50 Metern ist eine Unterkante bei 2,10 Metern ein guter Wert. Wer unsicher ist, hängt die Leuchte zunächst provisorisch auf und geht die Strecke mehrmals ab, bevor gebohrt wird.
Ein Bild an einer Rigipsdecke aufzuhängen ist kein Hexenwerk, aber die Decke verzeiht weniger Fehler als eine Betondecke. Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern mit Kartonummantelung und tragen punktuell nur begrenzte Lasten. Wer das ignoriert, riskiert ausgerissene Dübel, Risse im Plattenstoß oder ein herunterfallendes Bild. Entscheidend ist, vor dem Bohren zu wissen, was hinter der Platte liegt: eine Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzlatten, dahinter Hohlraum, dahinter möglicherweise Dämmung.
Gipskarton ist kein Mauerwerk. Wer eine Schraube einfach hineindreht, bekommt Halt, der nach ein paar Wochen nachgibt. Das Material ist ein Verbund aus Kartonschichten und einem Gipskern, der unter Punktlast nachgibt. Bilder und Spiegel hängen aber nicht gleichmäßig – sie ziehen an einem einzigen Punkt. Genau dort versagt der einfache Dübel.
Der Haken oder die Aufhängung ist der unsichtbare Schwachpunkt. Ein einfacher Nagel oder eine Schraube hält nur, wenn sie im Mauerwerk oder in einem Balken sitzt. In Gipskarton braucht es einen geeigneten Dübel, sonst zieht das Gewicht des Behangs die Aufhängung heraus. Der Aufhänger selbst sollte nicht aus demselben dünnen Faden bestehen wie das Muster. Ein geflochtenes Band oder eine doppelte Kordel verteilt die Last besser und verhindert, dass sich der Stab in der Mitte durchbiegt.
Der Stab trägt das gesamte Gewicht. Zu dünn gewählt, biegt er sich unter der Last nach unten, und die oberste Reihe zieht sich zusammen. Bewährt haben sich runde Holzstäbe mit etwa zwei bis drei Zentimetern Durchmesser, glatt geschliffen und unbehandelt. Lack oder Wachs lassen die Kordel rutschen, weil die Knoten keinen Halt finden. Wer einen Ast aus dem Garten nimmt, sollte ihn vorher trocknen lassen und die Rinde dort entfernen, wo die Kordel aufliegt.
Die richtige Bohrung entscheidet, nicht der Dübel Das Loch muss exakt zum Dübeldurchmesser passen. Ein zu großes Loch lässt den Dübel durchrutschen, ein zu kleines sprengt die Kartonoberfläche auf. Bohren ohne Schlag, mit niedriger Drehzahl und einem scharfen Holzbohrer – nicht mit dem Steinbohrer. Der Bohrer darf nicht durch die Platte ins Leere stoßen, sonst franst die Rückseite aus und der Dübel findet keinen Halt mehr. Ein Tiefenanschlag oder ein Stück Klebeband auf dem Bohrer verhindert das.
Vor dem Einsetzen den Bohstaub absaugen. Ein Staubsauger mit Fugendüse reicht. Bleibt Späne im Loch, sitzt der Dübel nicht fest. Beim Eindrehen der Schraube nicht mit Gewalt arbeiten: Der Dübel spreizt sich hinter der Platte, und man spürt den Widerstand deutlich. Wer zu fest dreht, reißt den Karton von innen auf – der Halt ist dann zerstört, ohne dass man es von außen sieht.
Zum Schluss die überstehenden Fäden nicht einfach abschneiden. Sie lassen sich aufribbeln, zu einem Kamm kämmen oder mit einem Tropfen Textilkleber sichern. Wer den Behang später abhängt, sollte ihn nicht an einer einzelnen Schlaufe aufbewahren, sondern gerollt um den Stab, damit die Knoten ihre Form behalten.
Bei Spiegeln kommt ein zweites Problem hinzu: Sie hängen nicht frei, sondern liegen oft plan an der Wand. Ein zu weit aus der Wand stehender Dübel drückt den Spiegel nach vorn, und die Halterung verliert den Kontakt. Spiegel benötigen daher flache Aufhänger oder eine Klemmleiste, die die Last auf mehrere Punkte verteilt. Wer einen schweren Spiegel mit zwei Dübeln befestigt, sollte zusätzlich prüfen, ob die Wand überhaupt für die Last ausgelegt ist. Trockenbauwände haben Ständerprofile aus Metall; ein Dübel direkt neben einem Profil hält besser als mitten in der Platte. Ein kurzer Blick hinter die Wand – etwa durch eine Steckdose – zeigt die Lage der Profile.
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