Prüfen Sie das Ergebnis, indem Sie tatsächlich durch den Flur gehen – nicht stehen bleiben, nicht zurücktreten. Nehmen Sie den Bereich nur im Augenwinkel wahr. Wenn der Rahmen dort als ruhiger Block erscheint und nicht als schwebender Fleck, sitzt die Höhe richtig. Für Menschen mit einer Körpergröße unter 1,70 Metern empfiehlt sich die untere Grenze des Bereichs, für größere Personen die obere. In Haushalten mit stark unterschiedlichen Größen ist die Mitte die beste Kompromisslinie, nicht das Maximum.
Beim Ausmessen werden die Werte am besten schriftlich festgehalten. Notiert wird das lichte Rahmenmaß, die Randbreite pro Seite, das daraus berechnete Innenmaß und die Überlappung. Erst danach wird geschnitten. Ein weiterer typischer Fehler ist, die Diagonale zu vernachlässigen. Ein Passepartout, das nicht rechtwinklig ist, fällt erst auf, wenn das Bild eingelegt wird. Deshalb nach dem Schneiden beide Diagonalen messen: Sie müssen gleich lang sein. Auch die Dicke des Kartons spielt eine Rolle, denn ein zu dicker Karton passt nicht in jede Rahmennut. Wer diese vier Werte kontrolliert, vermeidet Ausschuss und muss das Passepartout nicht zweimal kaufen.
Direkt in die Unterkonstruktion oder mit Dübel arbeit
Die Randbreite bestimmt den optischen Abstand zwischen Bild und Rahmen. Sie wird nicht am Bild gemessen, sondern am fertigen Passepartout von der Innenkante bis zur Außenkante. Für kleine Bilder reichen oft vier bis sechs Zentimeter, bei größeren Formaten dürfen es acht bis zehn Zentimeter sein. Eine Faustregel: Je kleiner das Motiv, desto schmaler der Rand. Ein zu breiter Rand lässt ein kleines Bild verloren wirken. Ein zu schmaler Rand drückt das Motiv an den Rahmen. Wer unsicher ist, schneidet zunächst einen Streifen Karton in der geplanten Breite und legt ihn auf das Bild. So lässt sich die Wirkung prüfen, bevor das Passepartout zugeschnitten wird.
Zuerst das Innenmaß. Es ist die lichte Öffnung, durch die das Bild sichtbar bleibt. Miss das Motiv an der Stelle, die später tatsächlich gezeigt werden soll, nicht das ganze Blatt. Bei Drucken mit weißem Rand entscheidet man bewusst, ob dieser Rand sichtbar sein soll oder nicht. Ein häufiger Fehler: Man nimmt die Papiergröße als Innenmaß. Dann liegt das Motiv entweder zu knapp oder es entsteht ein unruhiger Übergang. Notiere Höhe und Breite getrennt und prüfe mit dem Winkel, ob die Ecken wirklich rechtwinklig sind. Schon ein Millimeter Abweichung fällt später auf.
Überlappung: warum das Bild größer sein muss als die Öffnung Die Überlappung ist der Teil des Bildes, der hinter dem Passepartout verschwindet. Sie sorgt dafür, dass das Bild nicht verrutscht und keine Ränder sichtbar werden. Üblich sind zwei bis fünf Millimeter pro Seite. Bei ungeraden Bildkanten oder handgeschnittenen Fotos sollte die Überlappung eher größer ausfallen. Das Bild wird also immer etwas größer zugeschnitten als das Innenmaß. Ein häufiger Fehler ist, das Bild exakt auf das Innenmaß zu schneiden. Dann rutscht es beim Einlegen zur Seite, und an einer Kante blitzt der Trägerkarton hervor. Wer die Überlappung einplant, hat später Spielraum beim Ausrichten.
Die Aufhängung ist entscheidend. Ein einzelner Nagel oder Haken belastet die oberste Kordel einseitig. Besser ist eine Leiste oder ein Rundstab, der die gesamte Breite trägt. Befestige den Behang dort mit lockeren Schlaufen, nicht mit festen Knoten. So kannst du ihn später nachjustieren, ohne das Geflecht aufzutrennen. Wenn der Behang direkt an der Wand hängt, klebe Filzgleiter auf die Rückseite der Knoten. Das verhindert Scheuern und Abfärben.
Zum Schluss eine Kontrolle vor dem endgültigen Zuschnitt: Lege das Motiv unter das Passepartout und prüfe, ob alle vier Ecken gleichmäßig überdeckt sind. Schiebe das Bild leicht hin und her, bis es mittig sitzt, und markiere die Position mit Klebeband auf der Rückseite. Erst dann schneiden. So bleiben Nachjustierungen möglich, und das Ergebnis sitzt beim ersten Versuch.
Ein Passepartout wirkt nur dann sauber, wenn die Maße stimmen. Wer es selbst zuschneidet, muss drei Werte kennen: das Innenmaß, die Überlappung und die Randbreite. Alle drei hängen voneinander ab, und ein Fehler an einer Stelle verschiebt das Bild im Rahmen. Die folgende Anleitung zeigt, wie man die Werte ermittelt, ohne teures Material zu verbrauchen.
Beim Spannen arbeitest du von der Mitte nach außen. Halte den Behang mit einer Hand am oberen Rand fest und ziehe mit der anderen Hand eine Kordel sanft nach unten. Wiederhole das für jede zweite Kordel, dann für die dazwischenliegenden. So verteilt sich die Spannung gleichmäßig. Achte auf die Querstränge: Sie dürfen sich nicht verdrehen. Verdrehte Querstränge sind der häufigste Grund, warum ein Behang schief wirkt, obwohl die Längskordeln korrekt sitzen. Drehe sie mit den Fingern vorsichtig zurück, bevor du weiter spannst.
Überlappung: der unsichtbare Halt Die Überlappung ist der Teil des Motivs, der unter dem Passepartout verschwindet. Sie hält das Bild in Position und verdeckt unsaubere Kanten. Üblich sind zwei bis fünf Millimeter pro Seite. Bei dünnem Papier oder welligem Material eher mehr, bei grafischen Arbeiten mit exakter Kante eher weniger. Zu viel Überlappung schneidet das Motiv an, zu wenig lässt den Rand durchblitzen. Miss die Überlappung nicht am fertigen Passepartout ab, sondern rechne sie vom Innenmaß zum Außenmaß des Motivs hinzu. Ein typischer Fehler ist, die Überlappung nur oben und unten zu berücksichtigen. Sie muss an allen vier Seiten gleich sein, sonst wirkt das Bild verschoben.
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