Le coeur perdu – Paris

4 Faktoren, die bestimmen, wie oft Kreidefarbe gestrichen wird

Anschnitt planen: Was oben, unten und seitlich wegfallen da

Waagerechte Streifen an der Wand gehören zu den am meisten diskutierten Mitteln, um einen Raum niedriger oder breiter erscheinen zu lassen. Die Wirkung hängt jedoch weniger von der Streifenrichtung allein ab als von Kontrast, Streifenbreite und dem Verhältnis zur Decke. Wer einfach quer über die Wand malt, riskiert einen unruhigen, gedrückten Eindruck. Wer die Parameter bewusst steuert, kann die Raumhöhe gezielt beeinflussen.

Zunächst sollte man die vorhandenen Materialien im Raum analysieren. Böden, Möbel und Vorhänge geben vor, ob ein kühlerer oder wärmerer Greige-Ton passt. Ein grauer Eichenboden verträgt einen kühleren Greige, während ein warmer Nussbaumton einen wärmeren Greige verlangt. Ein häufiger Fehler ist, Greige nur nach dem Farbfächer im Laden auszuwählen. Dort wirkt die Farbe oft anders als zu Hause. Besser ist es, mehrere Muster nebeneinander an die Wand zu kleben und mindestens zwei Tage lang zu prüfen, wie sie bei Sonnenlicht, Bewölkung und abends mit Lampen wirken. Ein weiterer typischer Fehler: zu viele verschiedene Greige-Töne in einem Raum mischen. Das führt zu einem unruhigen Gesamtbild. Besser ist es, bei einer Wandfarbe zu bleiben und Akzente über Textilien oder Accessoires zu setzen.

Zunächst gilt es, die Funktion des Flurs zu klären. Ein schmaler Korridor wirkt breiter, wenn die Stirnwand deutlich dunkler oder farbiger ist als die Längswände. Der Blick läuft dann nach vorn, statt an den Seiten entlangzuschrammen. Umgekehrt kann eine dunkle Längswand den Raum optisch verkürzen – das ist gewollt, wenn der Flur endlos wirkt. Planen Sie vor dem Kauf der Farbe eine einfache Skizze mit Wandmaßen und markieren Sie, welche Wand Blickfang sein soll. Nur eine Wand bekommt den starken Ton, alle anderen bleiben ruhig und hell.

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Ein häufiger Fehler ist das Streichen ohne Rücksicht auf Deckenfarbe und Licht. Eine dunkle Decke zusammen mit waagerechten dunklen Streifen verstärkt den Druck nach unten erheblich. Wer dennoch waagerechte Streifen möchte, sollte die Decke hell halten und den oberen Wandbereich frei lassen. Auch die Lichtführung spielt eine Rolle: Streiflicht von oben oder indirektes Licht an der Decke mildert den Effekt, während punktuelles Licht von unten die Streifen betont und den Raum erscheinen lässt. Vor dem Streichen lohnt es sich, die geplante Streifenbreite mit Kreppband an der Wand abzukleben und bei Tageslicht sowie bei Abendbeleuchtung zu prüfen.

Der wichtigste Faktor ist die Saugfähigkeit des Untergrunds. Rohes Holz, ungestrichener Putz oder Gipskarton saugen das Bindemittel der ersten Schicht stark auf. Diese Schicht wirkt dann eher wie eine Grundierung und deckt kaum. Auf solchen Flächen sind drei Anstriche die Regel, nicht die Ausnahme. Anders sieht es auf alten, gut haftenden Lack- oder Dispersionsfarbflächen aus: Hier reichen oft zwei Schichten, sofern die Farbe deckt und der Untergrund gleichmäßig ist.

Ein weiterer Punkt ist die Farbe selbst. Dunkle Töne auf hellem Untergrund decken fast nie in zwei Schichten. Rot, Blau oder Schwarz brauchen oft drei bis vier Anstriche, besonders wenn der Untergrund weiß oder cremefarben ist. Umgekehrt kann ein heller Ton auf einem mittleren Untergrund mit zwei Schichten auskommen. Wer sicher planen will, streicht eine kleine Testfläche und zählt die Durchgänge, bis der Untergrund nicht mehr durchscheint.

Am Ende bleibt eine einfache Regel: Plane zwei Anstriche für gut deckende Farben auf vorbereiteten Flächen, drei für saugende oder dunkle Untergründe und vier, wenn ein kräftiger Ton auf hellem Grund decken soll. Wer dünn aufträgt, sauber zwischen den Lagen arbeitet und den Untergrund vorher richtig behandelt, braucht selten mehr als diese Zahl.

Typische Fehler sind zu lange Trockenzeiten zu ignorieren oder zu früh nachzustreichen. Kreidefarbe trocknet an der Oberfläche schnell, ist aber darunter noch weich. Wird die nächste Schicht zu früh aufgetragen, vermischen sich die Lagen und die Deckkraft leidet. Besser ist es, die angegebene Trockenzeit einzuhalten und bei niedriger Luftfeuchtigkeit eher länger zu warten. Auch das Anschleifen zwischen den Schichten wird oft vergessen: Ein leichter Zwischenschliff mit feinem Papier entfernt Pinselspuren und sorgt für eine glattere Oberfläche.

Kreidefarbe ist kein Produkt mit einer einzigen Rezeptur. Hinter dem Begriff stehen Farben mit unterschiedlichem Pigmentgehalt, unterschiedlicher Bindemittelbasis und unterschiedlichem Glanzgrad. Deshalb lässt sich die Zahl der nötigen Anstriche nicht pauschal mit zwei oder drei angeben. Wer ein sauberes, deckendes Ergebnis will, muss die Farbe, den Untergrund und die gewünschte Optik zusammen betrachten. In der Praxis zeigt sich: Die meisten Fehler entstehen nicht durch zu wenige Anstriche, sondern durch falsche Vorbereitung und zu dicke Schichten.

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