Le coeur perdu – Paris

Wer den Schrank nur lüftet, verliert den Kampf gegen den Muff

Grundsätzlich gilt: In den ersten drei Monaten sollte eine neue Matratze häufiger gewendet werden, weil sich das Material noch setzt. Ein Wechsel alle zwei bis vier Wochen ist hier sinnvoll. Danach reicht es, die Matratze alle drei bis sechs Monate zu drehen. Bei Kaltschaum und Latex ist der Rhythmus etwas großzügiger als bei Federkern, der empfindlicher auf einseitige Belastung reagiert.

So geht das Wenden und Drehen richtig Vor dem Umsetzen die Matratze abziehen und lüften. Zwei Personen sind von Vorteil, weil eine Matratze schnell sperrig wird. Beim Wenden die Matratze auf die Kante stellen, dann über die Längsseite kippen. Nicht über die Ecken ziehen, das beschädigt den Bezug. Beim Drehen die Matratze flach auf dem Bettrahmen belassen und zu zweit um 180 Grad rotieren. Wer allein arbeitet, schiebt sie in kleinen Schritten, statt sie zu heben. Nach dem Auflegen prüfen, ob die Matratze bündig im Rahmen liegt und nicht übersteht.

Typische Fehler sind das Wenden einer einseitigen Matratze und das Drehen ohne System. Wer immer nur die gleiche Seite nach oben legt, verstärkt die Kuhlen genau dort, wo Schulter und Hüfte aufliegen. Ein weiterer Fehler ist das Wenden nasser oder feuchter Matratzen. Feuchtigkeit im Kern führt zu Schimmel, besonders bei dichten Bezügen. Vor dem Wenden also immer prüfen, ob die Matratze trocken ist. Auch das Drehen um 90 Grad ist bei den meisten Modellen sinnlos, weil dann die Länge nicht mehr zum Bett passt.

Nimm eine Taschenlampe und leuchte die Flechtung schräg ab. So siehst du Risse, lose Enden und Stellen, an denen sich Schmutz tief in die Zwischenräume gesetzt hat. Lockere Fasern werden mit einer stumpfen Nadel vorsichtig zurückgeschoben, nicht abgezogen. Kleine Ausbrüche lassen sich mit einem Tropfen verdünntem Holzleim fixieren, der über Nacht aushärtet. Erst wenn die Struktur hält, beginnt die eigentliche Reinigung. Wer diesen Schritt überspringt, reißt beim Wischen ganze Stränge heraus.

Eine Matratze hält länger, wenn sie regelmäßig gewendet oder gedreht wird. Doch viele werfen beide Begriffe durcheinander. Wenden bedeutet, die Matratze umzudrehen, sodass die Unterseite nach oben zeigt. Drehen heißt, sie um 180 Grad zu rotieren, sodass der Kopf- und Fußbereich die Position tauscht. Welche Bewegung sinnvoll ist, hängt vom Aufbau der Matratze ab. Einseitige Modelle mit fester Liegefläche dürfen nicht gewendet werden, wohl aber gedreht. Wendematratzen mit zwei nutzbaren Seiten vertragen beides.

Ein muffiger Schrank riecht nicht einfach nur unangenehm. Der Geruch ist ein Signal, dass dort etwas wächst, das ohne Gegenmaßnahme nicht verschwindet. Meist sind es Schimmelpilze oder Bakterien, die sich in feuchten Ecken, auf Rückwänden oder in Textilien eingenistet haben. Wer nur die Tür öffnet und ein paar Stunden wartet, bekämpft das Symptom, nicht die Ursache. Die Feuchtigkeit bleibt, der Geruch kommt zurück, oft schneller als erwartet.

Die richtige Größe und Klebetechnik entscheiden Ein häufiger Fehler ist die zu kleine Auflagefläche. Ein Filzgleiter mit fünf Zentimetern Durchmesser unter einem Möbelbein, das nur zwei Zentimeter breit ist, knickt seitlich weg. Besser ist ein Gleiter, der etwas größer als das Bein ist und dessen Klebefläche vollständig aufliegt. Beim Aufkleben muss die Unterseite des Beins sauber und trocken sein. Staub, Fett oder Wachs verhindern, dass der Kleber hält. Nach dem Anbringen das Möbelstück einige Stunden nicht bewegen, damit der Kleber aushärten kann.

Ein Lattenrost mit flexiblen Leisten unterstützt die Wirkung des Wendens. Starre Unterböden aus Spanplatten lassen die Matratze schneller einsinken. Wer zusätzlich eine Auflage aus Schaumstoff nutzt, sollte diese ebenfalls regelmäßig drehen. Nach dem Wenden die Matratze einige Stunden liegen lassen, bevor sie wieder bezogen wird. So kann sich der Kern entspannen. Kuhlen entstehen nicht nur durch fehlendes Wenden, sondern auch durch zu weiche Unterlagen und dauerhaft gleiche Belastung.

Der Rhythmus richtet sich nach Nutzung und Material. Bei einer Matratze mit zwei Liegeseiten ist ein Wechsel alle zwei bis drei Monate üblich. Wer stark schwitzt oder viel Gewicht auf eine Stelle bringt, sollte kürzer takten, etwa alle vier bis sechs Wochen. Einseitige Matratzen dreht man ebenfalls alle zwei bis drei Monate, damit die Schulter- und Hüftzone nicht dauerhaft belastet wird. Ein fester Termin im Kalender hilft, den Rhythmus nicht zu vergessen. Wer erst nach einem Jahr reagiert, hat meist schon sichtbare Kuhlen.

Ein einfacher Merksatz: Wenden nur, wenn beide Seiten nutzbar sind. Drehen immer dann, wenn eine Seite oben bleibt. Wer diesen Rhythmus einhält, verlängert die Nutzungsdauer deutlich und schläft gleichmäßiger. Nach zwei bis drei Monaten ist der nächste Termin fällig. Wer sich unsicher ist, schaut in die Pflegehinweise des Herstellers. Dort steht, ob die Matratze gewendet werden darf oder nur gedreht. Wer diese Angabe ignoriert, riskiert Schäden, die sich nicht reparieren lassen.

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