Vor dem Einbau muss das alte Loch gründlich von losen Spänen und Staub befreit werden. Ein Staubsauger mit schmaler Düse oder Druckluft eignet sich dafür besser als ein Pinsel, der die Fasern nur hin- und herschiebt. Anschließend den Durchmesser messen und den passenden Dübel wählen: zu klein und er findet keinen Halt, zu groß und er sprengt die Platte. Bei vielen Systemen wird der Dübel mit einem Gummihammer oder einer Zange eingedreht, bis er bündig mit der Oberfläche abschließt. Erst danach die Scharnierschraube eindrehen, ohne sie zu überdrehen.
Wasserglas zieht Wasser aus der Umgebungsluft an, weil Silikate hygroskopisch sind. Bei hoher Luftfeuchtigkeit geben die verklebten Fasern die Feuchtigkeit an das darunterliegende Holz weiter. Das Holz quillt auf, die gestauchten Zellwände richten sich teilweise wieder auf und drücken die Delle nach außen. Dieser Vorgang läuft langsam ab und ist nie vollständig, aber sichtbar. Die Voraussetzung ist, dass die Holzfasern durch die Delle gestaucht wurden und nicht herausgerissen oder gebrochen sind.
Pflege auftragen und einarbeiten Verwenden Sie eine Lederpflege, die für den jeweiligen Ledertyp geeignet ist. Bei glattem, pigmentiertem Leder reicht eine milde Pflegeemulsion. Bei Anilin- oder Nubukleder brauchen Sie ein spezielles Produkt, sonst dunkelt die Oberfläche fleckig nach. Geben Sie die Pflege nicht direkt auf den Sessel, sondern auf ein weiches, fusselfreies Tuch. Verteilen Sie sie in dünnen Schichten mit kreisenden Bewegungen und lassen Sie jede Schicht einige Minuten einziehen. Zu viel Pflege auf einmal setzt sich in den Poren ab und erzeugt genau den matten Schleier, den Sie vermeiden wollen.
Nach dem Auftragen sollte man das Leder nicht sofort polieren. Zuerst muss die Pflege zehn bis zwanzig Minuten einwirken. Danach nimmt man ein trockenes, fusselfreies Tuch und reibt mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen. Der Druck erzeugt Wärme, die das Wachs gleichmäßig verteilt, und genau diese Verteilung sorgt für den seidigen Glanz. Zu starkes Reiben an einer Stelle kann das Leder jedoch aufrauen. Besser mehrmals sanft über die gesamte Fläche gehen als einmal kräftig.
Jetzt kommt der wichtigste Schritt: auspolieren. Mit einem frischen, trockenen Tuch – am besten Leinen oder Baumwolle – kräftig und schnell über die Fläche reiben. Der Druck erzeugt Wärme, das Wachs schmilzt und dringt in die Poren. In gerader Richtung zur Maserung arbeiten, nicht kreisen. Das Tuch regelmäßig wenden, sonst verteilt man den gelösten Schmutz wieder. Bei stark strukturiertem Holz eine weiche Bürste zu Hilfe nehmen. Nach dem Auspolieren mindestens eine Stunde ruhen lassen, bevor etwas darauf gestellt wird.
Die Selbstheilung dauert je nach Tiefe der Delle und Luftfeuchtigkeit mehrere Tage bis Wochen. Bei trockener Heizungsluft im Winter kann sie ganz ausbleiben. In diesem Fall hilft es, den Raum einige Tage lang feucht zu halten, ohne die Platte direkt zu nässen. Ein Hygrometer zeigt, ob die Luftfeuchtigkeit überhaupt ausreicht. Liegt sie dauerhaft unter vierzig Prozent, ist eine Rückbildung unwahrscheinlich.
Wann ein Einbaudübel wirklich Sinn ergibt Ein Einbaudübel ist eine Metall- oder Kunststoffhülse mit Innen- und Außengewinde, die in das vorhandene Scharnierloch eingesetzt wird. Er verteilt die Zugkraft auf eine größere Fläche und verhindert, dass die Schraube erneut durch die Späne bricht. Sinnvoll ist er, wenn das ursprüngliche Loch noch etwa seine Form hat, der Durchmesser nicht deutlich größer als der Dübel ist und das umliegende Material trocken sowie fest ist. Ist das Loch bereits zu einem ovalen Krater ausgerissen oder bröselt die Platte beim Anfassen, hält auch der beste Dübel nicht dauerhaft.
Wenn der Glanz nach zwei Durchgängen nicht zurückkommt, liegt es meist an einer zu aggressiven Reinigung. Dann hilft nur, das Leder mit einer milden Seifenlösung erneut zu behandeln, gründlich zu trocknen und die Pflege dünner, aber häufiger aufzutragen. Ein Sessel braucht nach einer Reinigung etwas Zeit, bis er wieder gleichmäßig aussieht. Mit Geduld und der richtigen Reihenfolge kommt der matte Glanz zuverlässig zurück.
Typische Fehler sind das sofortige Abschleifen der Delle oder das Auftragen von Füllmasse. Beides zerstört die verklebten Fasern und macht eine Rückbildung unmöglich. Auch das Aufbringen von heißem Wasser führt oft zu einer fleckigen Oberfläche, weil sich das Wasserglas ungleichmäßig anlöst. Wer ungeduldig ist, drückt die Delle mit einem harten Gegenstand nach oben und bricht damit die Fasern endgültig ab.
Der erste Durchgang dient dem Abtragen, nicht dem Glätten. Bei festem Lack oder mehreren Schichten beginnt man mit Körnung 80, in hartnäckigen Fällen mit 60. Alte Wachs- oder Ölreste lassen sich oft schon mit 100 oder 120 entfernen. Wichtig ist, das Schleifpapier regelmäßig zu wechseln. Ein zugesetztes Blatt schmirgelt nicht mehr, sondern poliert den Schmutz in die Holzfasern. Nach dem ersten Durchgang sollte die Fläche gleichmäßig matt sein, ohne glänzende Reste in Ecken und Profilen.
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