Le coeur perdu – Paris

Warum gerade Kerzenzahl die Wirkung zerstört

Ein häufiger Fehler ist die umgekehrte Staffelung: vorne die kleine Kerze, hinten die große. Das funktioniert nur, wenn die Gruppe von vorne betrachtet wird. Steht sie auf einem Tisch, um den Menschen herumgehen, kippt die Wirkung. Prüfe die Anordnung deshalb aus zwei Blickwinkeln, bevor du sie endgültig aufstellst. Drehe die Gruppe notfalls um eine Vierteldrehung.

Ein häufiger Fehler betrifft die Form. Tassen mit stark konischer Wand oder enger Öffnung sehen gut aus, doch der Docht erhält zu wenig Sauerstoff. Die Flamme flackert, rußt und erlischt. Faustregel: Der Durchmesser der Öffnung sollte mindestens das Anderthalbfache der Wachstiefe betragen. Bei hohen Kannen oder Bechern empfiehlt es sich, einen zweiten Docht zu setzen oder das Gefäß nur halb zu befüllen. Wer das missachtet, wundert sich über eine Kerze, die nach zwei Stunden erstickt.

Typische Fehler: Farbe direkt ins kalte Wachs geben, ohne Umrühren erstarren lassen oder verschiedene Wachssorten mischen, ohne die Farbe anzupassen. Bienenwachs nimmt Farbstoffe anders auf als Paraffin, deshalb wirkt derselbe Zusatz in beiden Wachsen unterschiedlich. Auch Reste von Duftölen oder Stearin können die Farbaufnahme stören. Wer mehrere Kerzen aus einem Guss gießt, muss die Farbmischung vor jedem Nachgießen erneut aufrühren, sonst wird die letzte Kerze blasser.

Ein weiterer Fehler ist das vorschnelle Anzünden direkt nach dem Aufstecken. Wer die Kerze auf den Dorn drückt und sofort die Flamme hält, merkt nicht, dass der Boden bereits gespalten ist. Besser ist es, die Kerze vor dem Aufstecken kurz mit der Hand zu prüfen: Läuft der Boden kegelförmig zu, ist er für einen spitzen Dorn ungeeignet. Ein flacher oder leicht vertiefter Boden verteilt den Druck gleichmäßig. Passt die Kerze nicht von selbst, sollte man sie nicht mit Gewalt aufdrücken.

Die Anzahl der Stäbchen steuert die Intensität, nicht die Menge der Flüssigkeit. Drei bis fünf Stäbchen reichen für einen Raum bis zwanzig Quadratmeter. Mehr Stäbchen bedeuten schnellere Verdunstung und kürzere Standzeit. Wer den Duft nur abends möchte, legt überzählige Stäbchen beiseite. Wichtig ist, dass die Stäbchen aus Rattan oder Glasfaser bestehen und nicht aus lackiertem Holz. Lack verhindert das Aufsteigen der Flüssigkeit. Beim Einsetzen die Stäbchen langsam eintauchen und einmal wenden, damit beide Enden benetzt sind. Danach nicht mehr anfassen. Wer sie ständig dreht, zerstört die feinen Kapillaren an der Oberfläche.

Ein spitzer Dorn ist also kein Zeichen für sicheren Halt, sondern eine Sollbruchstelle im Kerzenfuß. Wer das beim Anzünden ignoriert, riskiert Wachsflecken, eine kippende Flamme und im schlimmsten Fall einen Brand auf der Unterlage. Die einfache Regel lautet: Kein Druck, keine Spitze, kein Schaden.

Zum Schluss ein Hinweis zum Aufstellen: Kerzen in Gruppen brauchen eine Unterlage, die groß genug ist. Stehen die äußeren Kerzen am Rand, wirkt die Gruppe abgeschnitten. Und brenne die Kerzen vor dem ersten Anzünden an – ungleiche Dochtlängen führen dazu, dass einzelne Kerzen schneller herunterbrennen und die schöne Staffelung nach einer Stunde verschwindet. Wer diese Punkte beachtet, bekommt eine Gruppe, die nicht nur dekorativ ist, sondern eine ruhige, gesetzte Wirkung entfaltet.

So wird die Farbe gleichmäßig eingearbeitet Wachs langsam im Wasserbad schmelzen, nicht über direkter Hitze. Farbflocken oder Chips vor dem Schmelzen mit einem Messer zerkleinern, damit sie sich schneller lösen. Die Farbmenge zunächst in einem kleinen Teil des geschmolzenen Wachses auflösen und diese konzentrierte Mischung dann unter das übrige Wachs rühren. Flüssigfarbe tropfenweise zugeben und mindestens zwei Minuten rühren. Bei Paraffin reichen 60 bis 70 Grad, bei Bienenwachs etwas mehr. Zu heißes Wachs verändert den Farbton und kann Flocken verbrennen.

Als Faustregel gilt: Wachs sollte beim Einrühren des Duftöls nicht heißer als etwa 65 °C sein. Viele Rezepte nennen höhere Werte, weil sich das Öl dann leichter verteilt. Das ist bequem, kostet aber Duftintensität. Wer bei 80 °C oder mehr einrührt, verliert einen erheblichen Teil der leichten Kopfnoten. Besser ist es, das Wachs auf 60 bis 65 °C abkühlen zu lassen, dann das Duftöl zuzugeben und zügig, aber nicht hektisch zu verrühren.

Ein dornhalter mit Spitze – also ein Kerzenhalter, dessen Dorn oder Zapfen oben spitz zuläuft – soll die Kerze eigentlich sicher halten. Beim Anzünden zeigt sich jedoch schnell, warum diese Bauform problematisch ist. Die Spitze dringt beim Aufstecken tief in den Kerzenboden ein und sprengt dort das Wachs. Wer die Kerze dann anzündet, merkt oft erst nach Minuten, dass der Docht nicht richtig brennt oder Wachs neben dem Halter auf die Unterlage tropft.

Die erste Regel lautet deshalb: ungerade Zahlen. Drei, fünf oder sieben Kerzen bilden eine Gruppe, die nicht sofort in zwei gleiche Hälften zerfällt. Bei einer geraden Zahl sucht das Auge automatisch eine Mitte, und wenn diese Mitte leer bleibt, wirkt die Anordnung unruhig. Bei einer ungeraden Zahl liegt der Schwerpunkt auf einer Kerze, die von selbst zur Hauptkerze wird. Das ist der Anker, um den sich alles andere dreht.

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