Le coeur perdu – Paris

Wer falsch auslichtet, verliert die halbe Ernte

Typische Fehler sind ein zu tiefer Schnitt direkt über dem Wurzelhals, ein Schnitt in der Vegetationszeit und das gleichzeitige Zurücksetzen aller Triebe bei jungen oder geschwächten Pflanzen. Auch der Schnitt an einem Standort mit Staunässe oder tiefem Schatten kostet viele Gehölze die Kraft zum Neuaustrieb. Wer düngt und wässert, fördert die Regeneration, sollte aber auf zu viel Stickstoff verzichten, weil das weiches, krankheitsanfälliges Holz produziert.

Radikalschnitt: Wenn die Pflanze von Grund auf neu aufgebaut wird Der Radikalschnitt entfernt alte, kranke oder überalterte Triebe bis auf wenige Augen oder bis zum Boden. Er ist nötig, wenn ein Gehölz vergreist ist, kaum noch austreibt oder durch falschen Schnitt eine undurchdringliche Krone gebildet hat. Der klassische Zeitpunkt dafür ist das Spätwinter- bis zeitige Frühjahr, solange die Pflanze in Winterruhe ist und kein Saftdruck besteht. Ein Fehler wäre, im Herbst radikal zu schneiden: Die Pflanze kann Wunden nicht mehr schließen, und Frost dringt in offenes Holz. Bei stark blutenden Arten wie Ahorn oder Birke wartet man besser bis nach dem Laubaustrieb, sonst läuft der Saft tagelang aus.

Ein häufiger Fehler ist der Radikalschnitt an falschen Stellen: Man kürzt alle Triebe auf dieselbe Höhe. Das führt zu einem Besenwuchs mit dichten, unnatürlichen Verzweigungen. Besser ist es, Triebe unterschiedlich lang zu lassen und auf nach außen zeigende Augen zu schneiden. Bei Sträuchern entfernt man zuerst die ältesten Bodentriebe, dann erst die mittlere Etage. So bleibt Licht im Inneren, und die Pflanze treibt gleichmäßig aus.

Schneide mit einer scharfen Säge oder Astschere glatt und ohne Quetschungen, etwa zehn bis zwanzig Zentimeter über dem Boden. Arbeite mit leicht schräger Schnittführung, damit Wasser ablaufen kann, und lasse keine Stummel von mehr als einer Handbreite stehen. Bei mehrstämmigen Sträuchern setzt du nicht alle Triebe gleichzeitig auf den Stock, sondern lässt ein bis zwei starke Triebe stehen. Diese dienen als Saftleiter und sichern den Neuaustrieb, falls der eigentliche Stumpf schwächelt.

Zuverlässig verzeihen den radikalen Schnitt vor allem Sträucher, die von Natur aus auf Stockausschlag ausgelegt sind. Dazu gehören Hasel, Kornelkirsche, Hartriegel, Holunder, Weide, Pappel, Erle, Esche, Bergahorn, Eiche und Hainbuche. Auch Forsythie, Deutzie, Weigelie, Bluthartriegel und Sommerflieder treiben willig aus dem alten Holz neu durch. Bei diesen Arten ist der Neuaustrieb kräftig und meist schon im ersten Jahr wieder ansehnlich, weil sie über viele schlafende Augen im Stammgewebe verfügen.

Der wichtigste Schnitt beginnt im Winter, sobald die Reben vollständig in Vegetationsruhe sind. Man schneidet den einjährigen Trieb des Vorjahres auf ein kräftiges, gut ausgereiftes Auge zurück. Das Auge sollte an der Basis des Triebes sitzen, also nah am alten Holz. Schwache, dünne oder grüne Triebspitzen werden vollständig entfernt. Der Schnitt erfolgt etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Auge, damit dieses nicht austrocknet, aber auch nicht zu viel altes Holz stehen bleibt. Ein zu langer Zapfen aus vielen Augen produziert viele kleine Trauben und erschöpft die Rebe.

Zuerst weichen alle Triebe, die nach innen wachsen. Diese sogenannten Wasserreiser stehen steil nach oben, treiben kaum Blüten und verdunkeln das Kroneninnere. Man erkennt sie daran, dass sie fast senkrecht aus einem stärkeren Ast schießen und wenig Seitenverzweigung zeigen. Schneide sie direkt am Ansatz ab, ohne einen Stummel zu lassen. Ebenso entfernt man Äste, die sich kreuzen oder aneinander reiben, denn jede Wunde ist eine Eintrittspforte für den Obstbaumkrebs.

Beim Sägen gilt: erst auf der Unterseite anritzen, dann von oben durchsägen, damit die Rinde nicht einreißt. Größere Wunden über drei Zentimeter glatt nachschneiden und mit einem Wundverschluss behandeln. Stehen mehrere starke Äste zur Debatte, verteilt man die Eingriffe über zwei bis drei Jahre. So bleibt genügend Laub für die Photosynthese und der Baum erholt sich zwischen den Schnitten.

Nach dem Justieren folgt die Kontrolle im Alltag. Die Waage an verschiedenen Stellen der Auflage belasten und beobachten, ob der Zeiger gleichmäßig ausschlägt. Wer die Krone nur einmal ausrichtet und dann nie wieder prüft, wird früher oder später wieder falsche Werte bekommen. Staub, Temperaturschwankungen und kleine Erschütterungen verschieben die Balance mit der Zeit. Eine kurze Kontrolle vor jeder wichtigen Messung kostet wenig und verhindert teure Fehlentscheidungen.

Beim „Auf den Stock setzen” wird ein Gehölz bis auf wenige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten, sodass nur der Stumpf stehen bleibt. Der Strauch oder Baum verliert dabei seine gesamte oberirdische Struktur und muss aus dem Wurzelstock oder aus schlafenden Augen neu austreiben. Genau darin liegt das Risiko: Nicht jede Art besitzt genügend Reserven oder schlafende Knospen, um einen derart massiven Eingriff zu verkraften. Wer den falschen Kandidaten wählt, steht am Ende vor einem kahlen Stumpf, der nie wieder grün wird.

In case you loved this article and you would love to receive much more information concerning Nachhaltige Renovierung i implore you to visit the site.

Lascia un commento

Il tuo indirizzo email non sarà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *

0
    CARRELLO
    Il tuo carrello è vuoto!Torna allo shop