Le coeur perdu – Paris

Wenn die Naht sitzen soll, markieren Sie die Zugabe vor dem Zuschnitt

Eine lockere Wicklung auf der Spule ist eine der häufigsten Ursachen für Schlaufen und Perücken beim Nähen. Wer regelmäßig mit der Nähmaschine arbeitet, kennt das Problem: Der Faden wickelt sich nicht gleichmäßig auf, sondern liegt kreuz und quer, bildet Schlingen und verheddert sich. Die Folgen sind unschöne Stiche, Fadenbrüche und Frust. Dabei lässt sich das vermeiden, wenn man einige grundlegende Regeln beachtet.

80er-/90er-Gebäude energieeffizient sanieren: Unser nachhaltiges Zuhause - Folge 3 | KfWNun die Hose auf die markierte Länge kürzen. Wichtig: Die Zugabe für die Naht nicht vergessen. Der Originalsaum wird später wieder angenäht, deshalb muss die Hose um die Saumzugabe länger bleiben. Ein typischer Fehler ist, die Hose genau auf die endgültige Länge zu kürzen. Dann wird der Saum angesetzt und die Hose ist plötzlich zu kurz. Besser ist es, die Hose zunächst etwas länger zu lassen und den Saum provisorisch mit Stecknadeln zu befestigen. Anprobieren, Länge prüfen, erst dann festnähen.

Stoffe verzeihen keine groben Fehler. Wer eine Naht setzt oder eine Falte legt, muss vorher wissen, wo sie verlaufen soll. Die Wahl des Markierwerkzeugs entscheidet darüber, ob die Linie später verschwindet oder dauerhaft sichtbar bleibt – und ob der Stoff dabei Schaden nimmt. Drei Hilfsmittel haben sich im Alltag bewährt: Kreide, Trickmarker und Kopierpapier. Jedes hat seine Berechtigung, aber keines funktioniert auf jedem Material gleich gut.

Arbeiten Sie immer von der Mitte einer Seite aus zu den Ecken, nicht umgekehrt. So verteilt sich eventueller Zug gleichmäßig. Fixieren Sie den Saum mit Stecknadeln senkrecht zur Kante, damit sie unter der Nadel leicht herausgezogen werden können. Nähen Sie mit einer Stichlänge von etwa 2,5 Millimetern und einer normalen Nadel; bei fester Baumwolle und vier Lagen Stoff an der Ecke ist eine Nadelstärke von 80 bis 90 sinnvoll. Reduzieren Sie den Nähfußdruck, sonst schiebt der Transporteur den oberen Stoff vor und die Kante wirft Falten.

Warum der Originalsaum mehr ist als nur eine Kante Der Originalsaum ist kein normales Stoffende. Bei Jeans ist er oft doppelt eingeschlagen und mit einer Kettelnaht oder Ziernaht versehen, die nach dem Waschen eine charakteristische Wellenform annimmt. Wer diesen Saum abschneidet und durch einen neuen ersetzt, bekommt eine Hose, die auf den ersten Blick wie selbst gemacht aussieht – die Kante ist zu dick, zu dünn oder die Farbe passt nicht. Deshalb ist es besser, den Originalsaum zu retten. Das erfordert Geduld, aber das Ergebnis ist eine Hose, die aussieht, als wäre sie nie gekürzt worden.

Bei einer Tischdecke für einen großen Tisch entscheidet nicht der Saum über die Wirkung, sondern die Ecke. Große Flächen verzeihen keine ungenauen Kanten: Schon ein Millimeter Versatz pro Seite summiert sich auf mehrere Zentimeter am Rand. Wer zuerst die Kanten begradigt und erst danach näht, spart sich das Auftrennen. Legen Sie den Stoff auf einen großen Tisch oder Boden, spannen Sie ihn leicht mit Stecknadeln auf einer Unterlage und prüfen Sie mit einem langen Lineal und dem Fadenlauf, ob alle vier Seiten rechtwinklig zueinander stehen. Der Webfaden ist die verlässlichste Linie, nicht ein Maßband am Rand.

Am Ende steht eine Hose, deren Kante aussieht wie gekauft. Der Originalsaum ist erhalten, die Länge stimmt, und die Naht ist kaum sichtbar. Das gelingt aber nur, wenn man die genannten Schritte einhält und sich Zeit lässt. Wer unsicher ist, übt zuerst an einem alten Stoffstück. Die Mühe lohnt sich, denn eine perfekt gekürzte Hose mit Originalsaum ist ein Ergebnis, das man bei keiner Schneiderei besser bekommt.

Wenn die Decke sehr groß und schwer ist, rollen Sie den bereits genähten Teil auf, statt ihn über den Tisch zu ziehen. Das Gewicht zieht sonst am Stoff und verzieht die Kante während des Nähens. Bei leichten Stoffen hilft ein dünnes, wasserlösliches Klebeband als Führung entlang der Saumkante, das sich nach dem Nähen entfernen lässt. Prüfen Sie am Ende alle vier Ecken auf gleiche Höhe und gleichen Winkel, denn nur so liegt die Decke gerade auf dem Tisch und wirft keine Wellen.

Zum Übertragen eignen sich Kreide, Seifenstift oder ein wasserlöslicher Stift. Bei dunklem Stoff nimmt man helle Kreide, bei hellem Stoff einen grauen oder blauen Stift. Ein Trick: Die Linie nur kurz und dünn ziehen, dann verschwindet sie beim Bügeln oder Waschen von selbst. Wer mit Nadel und Faden arbeitet, kann Heftfäden entlang der Zugabe legen, die nach dem Nähen entfernt werden. Ein Bügeleisen mit Dampf fixiert die Kreidelinie, wenn man sie vorher leicht andrückt.

Womit die Zugabe auf den Stoff kommt Am genauesten arbeitet man mit einer Schablone aus Pappe oder Kunststoff. Ein Streifen in der gewünschten Breite, an einer Kante gerade abgeschnitten, wird parallel zur Schnittkante angelegt, und mit einem dünnen Stift zieht man die Linie. Alternativ lässt sich ein Nahtzugabe-Füßchen an der Nähmaschine nutzen, das beim Nähen die Kante führt – das ersetzt aber nicht das Anzeichnen auf dem Stoff. Wer viel zuschneidet, nutzt einen Rollschneider mit Lineal, bei dem der Abstand zur Kante direkt eingestellt wird. Für Rundungen ist ein Kurvenlineal hilfreich, für Ecken ein Geodreieck.

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