Le coeur perdu – Paris

Wenn die Blätter hängen: zu nass oder zu trocken?

Blattbild und Wurzelkontrolle richtig lesen Die Blätter liefern weitere Hinweise. Bei Trockenheit rollen sich die Ränder oft nach innen, die Blätter werden schlaff, trocken und fallen schließlich ab; die Spitzen können braun und knusprig werden. Bei Staunässe werden die Blätter eher gelb, weich und glasig, manchmal bilden sich braune oder schwarze Flecken. Entscheidend ist der Verlauf: Trockenschäden breiten sich meist von den ältesten, unteren Blättern nach oben aus, während Nässeschäden oft zuerst junge Triebe und die Basis erfassen. Verfärbungen allein sind jedoch kein Beweis, denn auch Nährstoffmangel sieht ähnlich aus.

Die Klopftest-Methode und ihre Grenzen Eine zuverlässige Prüfung ist der Klopftest: Ein weißes Blatt Papier unter einen verdächtigen Trieb halten und leicht gegen die Blattunterseite klopfen. Fallen feine, bewegliche Punkte auf das Papier und kriechen sie nach einigen Sekunden auseinander, ist der Befall bestätigt. Achtung: Bei trockener Zimmerluft vertrocknen die Tiere schnell und bewegen sich nicht mehr, was den Test verfälscht. Deshalb den Test an mehreren Trieben wiederholen und das Papier nicht in der prallen Sonne halten. Verwechslungsgefahr besteht mit Thripsen, deren Larven ebenfalls klein und hell sind, aber länglich und deutlich schneller unterwegs.

Ein verstecktes Reservoir schadet nicht nur den Wurzeln. Es zieht Trauermücken an, die ihre Eier in feuchte Erde legen. Auch Schimmel an der Topfwand und unangenehme Gerüche sind typische Folgen. Besonders empfindlich sind Sukkulenten, Kakteen und Kräuter wie Rosmarin oder Thymian. Sie brauchen trockene Phasen und reagieren schnell mit Wurzelfäule, wenn der Boden nie abtrocknet. Bei ihnen sollte man den Übertopf nur kurzzeitig nutzen und den Innentopf nach dem Gießen sofort wieder herausnehmen.

Um den Befall zu stoppen, sollte die oberste Erdschicht zwischen zwei Wassergaben vollständig abtrocknen. Das bedeutet nicht, die Pflanze verdursten zu lassen, sondern seltener, dafür durchdringend zu gießen und überschüssiges Wasser sofort aus dem Untersetzer zu entfernen. Bei empfindlichen Pflanzen kann man die Erde mit einer Schicht Sand oder Kies abdecken, damit die Weibchen keine Eier mehr ablegen können. Das bekämpft nicht die bereits vorhandenen Larven, verhindert aber neuen Befall.

Spinnmilben siedeln sich bevorzugt dort an, wo es warm, trocken und luftig ist – also an Zimmerpflanzen über Heizkörpern, an Gewächshaustomaten oder an Kübelpflanzen unter Dachvorsprüngen. Wer erst reagiert, wenn die Pflanze kahl ist, hat meist schon Wochen verloren. Die ersten Hinweise sind unscheinbar: ein feiner Silberglanz auf der Blattoberseite, kleine helle Punkte, die wie Staub wirken, aber nicht abgewischt werden können. Diese Sprenkelung entsteht, weil die Tiere einzelne Zellen aussaugen. Das Blatt verliert dort Chlorophyll, die Stelle hellt auf und wirkt später wie ausgestochen.

Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) gehört zu den wenigen Zimmerpflanzen, die man wochenlang ignorieren kann, ohne dass sie sofort eingeht. Sie speichert Wasser in ihren fleischigen Wurzeln und verzeiht sowohl Trockenheit als auch wechselnde Lichtverhältnisse. Genau deshalb steht sie seit Jahrzehnten auf Fensterbrettern in Büros, Küchen und Fluren. Wer sie dennoch umbringt, macht meist einen von drei typischen Fehlern: zu viel Wasser, zu dunkler Standort oder zu häufiges Umtopfen.

Ein weiterer typischer Fehler ist die Behandlung nur einer Pflanze. Spinnmilben wandern über Blätter, die sich berühren, über Rankhilfen und über das Gießwasser. Stehen mehrere Pflanzen dicht beieinander, müssen alle kontrolliert und bei Befall mitbehandelt werden. Nach einer Behandlung nicht sofort aufgeben: Die Eier überleben viele Mittel, deshalb sind Wiederholungen im Abstand von etwa fünf bis sieben Tagen nötig, bis zwei bis drei Durchgänge ohne Neufund abgeschlossen sind. Zwischen den Anwendungen die Blattunterseiten mit der Lupe prüfen, nicht nur die Oberseite.

Der Standort darf hell bis halbschattig sein, direkte Mittagssonne verträgt die Grünlilie nicht. Ein Platz hinter einem Vorhang oder auf einem Ostfenster ist ideal. Braune Blattspitzen haben meist zwei Ursachen: zu kalkhaltiges Wasser oder zu trockene Luft. Wer hartes Leitungswasser hat, kann abgekochtes oder gefiltertes Wasser verwenden. Regelmäßiges Besprühen hilft nur kurzzeitig; langfristig wirkt ein Standort mit höherer Luftfeuchtigkeit besser.

Gedüngt wird sparsam: von März bis September alle vier Wochen mit einem flüssigen Zimmerpflanzendünger in halber Konzentration. Im Winter braucht die Pflanze keine Nährstoffe. Umtopfen ist nur nötig, wenn die Wurzeln den Topf sprengen oder oben aus der Erde wachsen. Ein zu großer Topf führt zu Staunässe, weil die Erde in der Mitte nicht abtrocknet. Als Substrat eignet sich normale Zimmerpflanzenerde mit etwas Sand oder Perlite für die Drainage.

Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Bei Trockenheit gießen Sie langsam und durchdringend, bis Wasser unten austritt, und wiederholen das nach etwa zehn Minuten, damit das Substrat alles aufnehmen kann. Bei Staunässe entfernen Sie das Wasser sofort, tauschen Sie das Substrat gegen eine luftige Mischung und schneiden Sie abgestorbene Wurzeln ab. Gießen Sie danach erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Ein häufiger Fehler ist das Gießen nach starrem Kalender: Prüfen Sie lieber den tatsächlichen Bedarf, denn er hängt von Topfgröße, Substrat, Temperatur und Licht ab.

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