Die richtige Rolle entscheidet mehr als die reine Muskelkraft. Eine zu große Rolle zwingt zu weiten Armen, eine zu kleine zu feinen, verkrampften Bewegungen über Kopf. Sinnvoll ist eine Rollengröße, bei der die Hand über der Schulter bleiben kann, ohne dass der Ellbogen stark nach außen wandert. Beim Auftragen über Kopf sollte die Rolle nur so weit geführt werden, dass Farbe oder Material gleichmäßig abgegeben wird. Wer zu viel Material aufnimmt, drückt es beim Streichen nach unten weg – es tropft auf Gesicht, Arme und Boden.
Feuchtigkeit ist der häufigste Grund für misslungene Verlegungen. In Bädern und Küchen kann Feuchtigkeit durch die alten Fliesen in den neuen Belag ziehen. Lege eine Plastikfolie auf die Fliesen, klebe die Ränder ab und warte 24 Stunden. Bildet sich Kondenswasser, ist der Untergrund zu feucht. Dann hilft nur eine Sperrschicht oder das Abschlagen der alten Fliesen. Auch der Kleber spielt eine Rolle: Verwende einen flexiblen Fliesenkleber, der für den Untergrund und die Fliesengröße geeignet ist.
Ein häufiger Fehler ist das Arbeiten auf unaufgeräumten Flächen. Kabel, Schutt und Werkzeuge liegen wild durcheinander, dadurch steigt die Unfallgefahr und die Konzentration sinkt. Vor dem Start sollte ein fester Platz für jedes Werkzeug festgelegt werden – zum Beispiel eine Werkzeugkiste oder ein Wandregal. Nach jedem Arbeitsschritt wird aufgeräumt. Das kostet nur wenige Minuten, spart aber später langes Suchen. Besonders scharfes Werkzeug wie Cuttermesser oder Stemmeisen gehört immer mit der Schneide nach unten oder in eine Schutzhülle.
Der erste Test ist der Klang. Klopfe jede Fliese mit dem Knöchel oder einem Holzstiel ab. Klingt es dumpf, sitzt die Fliese hohl und trägt nicht. Solche Stellen müssen entfernt und mit Mörtel neu aufgebaut werden. Prüfe außerdem, ob sich einzelne Fliesen bewegen oder Risse haben. Ein weiterer Test: Klebe ein Stück starkes Klebeband auf die Fliese und ziehe es ruckartig ab. Bleibt die Fliese sitzen, ist die Haftung in Ordnung. Löst sie sich, taugt der Untergrund nicht.
Stark saugende Untergründe sind der häufigste Grund. Kalkputz, Gipskarton ohne Anstrich und alte, kreidende Dispersionsfarben ziehen dem Kleister das Wasser förmlich aus der Bahn. Die Tapete trocknet zu schnell an, der Kleister kann nicht mehr verfilzen, und die Nähte platzen auf. Hier gehört eine Tiefengrundierung auf die Wand, satt und gleichmäßig aufgerollt. Nach dem Trocknen fühlt sich die Fläche fest und leicht gesperrt an, nicht mehr staubig oder mehlig.
Ein weiterer Fall sind stark saugende oder unebene Wände mit Reparaturstellen. Frisch verspachtelte Flächen saugen anders als der alte Putz daneben. Ohne Grundierung trocknet die Tapete über den Spachtelstellen anders ab, und die Bahnen stoßen sichtbar an. Hier hilft es, die gesamte Wand gleichmäßig zu grundieren, nicht nur die Flickstellen. So entsteht eine einheitliche Saugfähigkeit, und der Kleister trocknet überall gleich schnell.
Vor dem Kleistern muss die Wand vorbereitet sein. Lose Farbreste, Staub und Sandputz werden entfernt, Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgeglichen. Saugfähige Untergründe wie Gipskarton oder Kalkputz werden mit einer Grundierung behandelt, damit der Kleister nicht sofort einzieht. Bei stark saugenden Wänden reicht ein einfacher Tiefengrund. Nach dem Trocknen der Grundierung kann der Kleister gleichmäßig mit einer Rolle oder Bürste aufgetragen werden.
Vor dem Streichen sollte die reparierte Stelle grundiert werden. Viele Farben decken unterschiedlich stark, und Spachtelmasse saugt anders als die alte Wandfarbe. Ohne Grundierung entstehen Flecken oder ein matter Rand. Beim Streichen dann nicht nur tupfen, sondern die Farbe mit einer kleinen Rolle oder einem Pinsel gleichmäßig verteilen. Wer nur die Stelle überstreicht, sieht später oft einen Unterschied im Glanzgrad. Besser ist es, die gesamte Wandfläche oder mindestens einen größeren Bereich zu streichen, damit die Reparatur nicht auffällt.
Abtropfschutz, der wirklich verhindert statt nur zu sammeln Ein Abtropfschutz gehört an die Rolle, nicht an den Boden. Eine Abtropfschiene direkt unter der Rolle fängt den ersten Tropfen ab, bevor er fällt. Wer stattdessen nur Folie oder Pappe auslegt, reagiert erst nach dem Tropfen. Beim Arbeiten über Kopf hilft es, die Rolle nach jedem Zug leicht nach oben abzustreifen, statt sie seitlich auszudrücken. Läuft Material an der Rolle herunter, ist zu viel aufgenommen oder der Winkel stimmt nicht. Ein kurzer Blick auf die Rolle nach jedem Zug zeigt sofort, ob sie noch kontrolliert abgibt oder bereits übersättigt ist.
Beim Verlegen selbst gibt es typische Fehler. Zu wenig Kleber oder eine falsche Zahnung der Kelle führen zu Hohlräumen. Arbeite mit einer Gummispachtel und drücke die neue Fliese mit einer leichten Drehbewegung an. Kontrolliere regelmäßig mit einer Wasserwaage. Fugen nicht zu früh verfugen, sonst wird der Kleber nicht fest. Und: Bei Fußbodenheizung muss der Kleber flexibel sein und die Heizung vorher abgeschaltet werden.
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