Schädlinge treten selten auf. Gelegentlich zeigen sich Schildläuse an den Blattunterseiten oder Wollläuse in den Blattachseln. Beide lassen sich mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen abnehmen. Spinnmilben deuten auf zu trockene Luft und gleichzeitig zu warmen Standort hin – hier hilft es, die Blätter ab und zu mit lauwarmem Wasser abzuwischen, ohne die Pflanze zu besprühen, denn stehendes Wasser auf den Blättern fördert Pilzbefall.
Die häufigste Ursache ist dauerhaft feuchte Erde. Trauermücken legen ihre Eier bevorzugt in die obersten zwei bis drei Zentimeter Substrat, und die brauchen durchgehende Feuchtigkeit. Ein weiterer Verstärker ist torfhaltige, verdichtete Blumenerde, die lange Wasser hält. Wer zusätzlich regelmäßig mit stark verdünntem Flüssigdünger gießt und dabei die Oberfläche nie abtrocknen lässt, baut praktisch eine Zuchtstation. Auch frisch gekaufte Pflanzen aus dem Handel sind oft schon mit Larven oder Eiern besetzt. Beim Umtopfen verteilt man sie dann auf alle Töpfe im Haus.
Nach dem Umtopfen braucht die Pflanze eine Eingewöhnungszeit. Stelle sie für ein paar Tage an einen etwas schattigeren Platz und gieße erst, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Dünge nicht sofort – frisches Substrat enthält meist genug Nährstoffe für mehrere Wochen. Wer diese Punkte beachtet, erkennt rechtzeitig, wann der Topf zu klein geworden ist, und handelt, bevor die Pflanze dauerhaft geschwächt wird.
Das sicherste Indiz ist der Wurzelballen selbst. Hebe die Pflanze vorsichtig aus dem Topf, indem du den Topf seitlich drückst und die Pflanze am Wurzelhals hältst. Sind die Wurzeln so dicht, dass kaum noch Erde sichtbar ist, oder wachsen sie in Kreisen am Topfrand entlang, ist der Platz erschöpft. Besonders kritisch wird es, wenn feine Wurzeln aus den Abzugslöchern unten heraustreten. Das ist kein Zeichen von Gesundheit, sondern von Enge.
Nach dem Reinigen sollte die Pflanze nicht sofort in pralle Sonne gestellt werden. Feine Wasserreste auf der Oberfläche bündeln das Licht und können in kurzer Zeit Brandflecken verursachen. Stellen Sie die Sukkulente für ein bis zwei Tage an einen hellen, aber schattierten Platz, bis die Blätter vollständig abgetrocknet sind. Bildet die Pflanze neue Blätter, erkennt man die Wachsschicht als zarten, hellen Film. Dieser Aufbau dauert je nach Art mehrere Wochen. In dieser Zeit ist jede Berührung zu vermeiden, auch wenn die Versuchung groß ist, den vermeintlichen Belag abzuwischen.
Ein häufiger Fehler ist der komplette Austausch der Erde, ohne die Ursache zu beseitigen. Neue Erde aus dem Sack ist nicht steril und kann erneut Larven enthalten. Wer nach dem Umtopfen weiter täglich gießt, hat in zehn Tagen dieselbe Situation. Ebenso falsch ist es, befallene Töpfe direkt neben gesunde zu stellen. Die Fliegen wandern innerhalb von Stunden weiter. Töpfe mit starkem Befall isoliert man besser, bis die Oberfläche zwei Wochen trocken geblieben ist und keine neuen Tiere mehr auftauchen. Fruchtfliegen in der Küche werden übrigens oft mit Trauermücken verwechselt; sie kommen aus Obst und nicht aus der Erde.
Ein weiterer typischer Fehler ist der Einsatz von Gelbtafeln in zu großer Zahl direkt neben lichtbedürftigen Pflanzen. Die Tafeln können Blätter beschatten und das Wachstum hemmen. Außerdem werden nützliche Insekten wie Schlupfwespen mitgefangen, wenn sie zur biologischen Bekämpfung eingesetzt werden. Wer Nützlinge nutzt, sollte Gelbtafeln sparsam und zeitlich versetzt aufstellen. Bei starkem Befall kann es sinnvoll sein, die betroffene Pflanze umzutopfen und die alte Erde zu entsorgen. Danach frisches, nicht vorgedüngtes Substrat verwenden und die Sandschicht sofort auftragen.
Wähle einen Topf, der im Durchmesser zwei bis vier Zentimeter größer ist als der alte. Ein zu großer Topf hält die Erde zu lange feucht und lässt die Wurzeln faulen. Fülle unten eine Schicht Substrat ein, setze den Ballen so hinein, dass die Oberkante der Erde etwa einen Fingerbreit unter dem Topfrand liegt. Der Wurzelhals – die Stelle, an der Stängel und Wurzeln ineinander übergehen – darf nicht tiefer sitzen als vorher. Fülle ringsum in kleinen Portionen auf und drücke das Substrat mit den Fingern leicht an, damit keine Hohlräume entstehen. Klopfe den Topf zwischendurch auf die Unterlage, das verteilt die Erde gleichmäßig.
Trauermücken tauchen selten zufällig auf. Wer sie plötzlich in Scharen an Fenstern und über Blumentöpfen sieht, hat meist schon seit Wochen die Bedingungen für ihre Vermehrung geschaffen. Die erwachsenen Tiere selbst richten keinen Schaden an, sie stechen nicht und beißen nicht. Gefährlich sind die Larven, die im Substrat leben und dort feine Wurzeln sowie junge Triebe fressen. Genau deshalb reicht es nicht, nur die sichtbaren Fliegen wegzufangen. Wer die Larven nicht stoppt, bekommt innerhalb weniger Wochen die nächste Generation.
Beim Umtopfen entscheidet nicht der neue Topf über den Erfolg, sondern der Moment, in dem die Pflanze aus dem alten Gefäß kommt. Wer den Wurzelballen mit Gewalt herauszieht, beschädigt feine Saugwurzeln, und die Pflanze braucht Wochen, um das auszugleichen. Ein Umtopftermin ist dann richtig, wenn der Ballen gut durchwurzelt ist, aber noch nicht völlig verfilzt. Prüfe vorher, ob Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen oder ob sich der Topf beim Gießen nur noch langsam füllt – beides sind klare Signale.
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