Le coeur perdu – Paris

4 Regeln, damit Äste im Garten zu Bodenpflege werden

Der richtige Zeitpunkt ist der späte Winter, etwa Ende Februar bis Anfang März, wenn kein starker Frost mehr droht. Dann ist der Baum in Ruhe, die Wunden heilen im Frühjahr schnell. Ein Sommerschnitt ist möglich, aber schwächer und eher eine Korrektur. Ein typischer Anfängerfehler ist der Herbstschnitt: Die offenen Wunden bleiben den ganzen Winter feucht, und der Baum verliert unnötig Kraft. Ebenso falsch ist es, in einem Jahr zu radikal auszulichten – der Baum antwortet mit umso mehr Wasserreisern.

Nach der Blüte entscheidet sich oft, ob eine Staude im nächsten Jahr wieder kräftig austreibt oder ob sie vergreist. Der wichtigste Grundsatz: Wer zur falschen Zeit schneidet, entfernt bereits angelegte Knospen für die nächste Saison. Deshalb ist es sinnvoll, Stauden in zwei Gruppen zu trennen – solche, die man direkt nach der Blüte zurückschneidet, und solche, die man bis zum Frühjahr stehen lässt.

Nach dem Schnitt sollte die Krone so offen sein, dass ein Vogel hindurchfliegen könnte, ohne die Blätter zu berühren. Dieses alte Bild ist praktischer als jede Theorie. Verteilt man die Arbeit auf zwei bis drei Jahre, bleibt der Baum ruhig und trägt gleichmäßig. Wer jedes Jahr nur wenig korrigiert, muss nie einen radikalen Rückschnitt riskieren – und erntet Äpfel, die groß, fest und aromatisch sind.

Am Ende bleibt ein einfacher Grundsatz: Je feiner das Häckselgut, desto schneller die Wirkung. Wer regelmäßig nachlegt, spart Kompost, Gießwasser und Dünger, weil der Boden Feuchtigkeit besser hält und Nährstoffe langsam freisetzt. Aus einem Haufen Äste wird so über die Jahre eine dauerhafte Bodenpflege, die nichts kostet außer etwas Zeit und Sorgfalt bei der Auswahl des Materials.

Diese Stauden bleiben bis zum Frühjahr unangetastet Anders sieht es bei Stauden aus, die im Herbst oder Spätwinter blühen oder deren Samenstände und Blätter den Garten über den Winter strukturieren. Dazu gehören Herbst-Anemonen, Fetthenne, Sonnenhut, Scheinsonnenhut, Lampenputzergras, Federborstengras und viele Ziergräser. Sie werden erst im zeitigen Frühjahr, etwa Ende Februar bis Anfang März, zurückgeschnitten. Wer sie bereits im Herbst kappt, nimmt den Pflanzen den natürlichen Winterschutz und beraubt sich gleichzeitig der Samenstände, die bei Frost und Schnee attraktiv aussehen und Vögeln als Nahrung dienen. Ein weiterer Fehler: Im Herbst werden oft Stauden bodennah abgeschnitten, deren Knospen bereits im oberen Triebbereich angelegt sind. Das führt im nächsten Jahr zu einem kümmerlichen Austrieb.

Vor dem ersten Schnitt steht die Leiter: Sie muss auf tragfähigem, ebenem Untergrund stehen, die Holme parallel zur Wand, der Winkel zur Wand etwa 75 Grad. Anlegeleitern werden gesichert, Stehleitern ganz ausgespreizt. Ein Blick auf die Sprossen: keine Risse, keine Verformung, keine Feuchtigkeit auf den Trittflächen. Rutschfeste Schuhe sind Pflicht, Sohlen mit hartem Profil greifen auf Aluminium schlecht. Beide Hände gehören zunächst an die Leiter, nicht an die Säge – erst wenn der Stand geprüft ist, wird das Werkzeug aufgenommen.

Zur ersten Gruppe gehören Stauden, die im Frühsommer oder Sommer blühen und ihre Knospen erst im Folgejahr im Frühjahr bilden. Dazu zählen beispielsweise Katzenminze, Salbei, Steppensalbei, Rittersporn, Frauenmantel und Storchschnabel. Schneidet man sie nach der ersten Blüte um etwa ein Drittel bis zur Hälfte zurück, regt das einen zweiten Flor an und verhindert, dass die Pflanze in Samenbildung investiert. Der Schnitt erfolgt mit einer scharfen Schere knapp über einem Blattpaar oder einer schlafenden Knospe. Wichtig: Nicht ins alte, verholzte Gewebe schneiden, sonst treibt die Staude dort oft nicht mehr aus. Ein leichter Rückschnitt bis auf 15 bis 20 Zentimeter über dem Boden ist bei vielen Sorten ausreichend.

Beim Zurückschneiden nach der Blüte kommt es auf wenige Handgriffe an. Zuerst werden verwelkte Blüten und Samenstände entfernt, damit die Pflanze keine Energie in die Samenbildung steckt. Danach folgt der eigentliche Rückschnitt, je nach Art bis zur Hälfte oder bis knapp über den Boden. Kranke oder abgestorbene Triebe werden immer komplett entfernt, am besten bis zum gesunden Gewebe. Ganz wichtig: Nicht bei praller Mittagssonne schneiden, sondern an einem kühleren, bewölkten Tag. Die Schnittstellen trocknen so langsamer aus und die Pflanze erholt sich besser.

Was beim Schnitt nach der Ernte konkret zu tun ist Zuerst werden alle abgeernteten, kranken und sich kreuzenden Triebe entfernt. Ein sauberer Schnitt erfolgt direkt am Astkragen, ohne Stummel stehen zu lassen. Werkzeug vorher desinfizieren, am besten mit Alkohol, besonders wenn der Baum bereits Gummifluss zeigt. Bei starkem Befall mit der Monilia-Fäule sollten die betroffenen Zweige bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und aus dem Garten entfernt werden, nicht auf den Kompost.

Astschnitt fällt bei jeder Gehölzpflege an, und die meisten Hobbygärtner fahren ihn zur Deponie oder verbrennen ihn. Dabei ist das Material zu wertvoll zum Wegwerfen: Richtig zerkleinert und aufgetragen versorgt es den Boden über Jahre mit Humus, Nährstoffen und Struktur. Häckseln und Mulchen sind dabei keine einmalige Aktion, sondern ein Kreislauf, der sich mit dem vorhandenen Werkzeug und etwas Geduld aufbauen lässt.

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