Rhododendren blühen am üppigsten, wenn sie regelmäßig, aber richtig geschnitten werden. Ein Verjüngungsschnitt ins alte Holz kostet die Pflanze viel Kraft und fällt oft ein bis zwei Jahre mit der Blüte aus. Wer dagegen jedes Jahr nur leicht eingreift, hält den Strauch kompakt, ohne den Blütenansatz zu zerstören. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt und in der Schnitttiefe, nicht in der Häufigkeit.
Zuverlässige Kandidaten sind Hasel, Weide, Erle, Esche, Linde, Hainbuche, Holunder, Hartriegel, Feldahorn und die meisten Strauchrosen. Diese Arten bilden nach dem Schnitt kräftige Jungtriebe und lassen sich so verjüngen. Ein radikaler Rückschnitt ist bei ihnen auch eine Methode, um überalterte Hecken wieder dicht zu bekommen oder um Futterholz für Tiere und Reisig für den Garten zu gewinnen.
Die trapezförmige Hecke ist keine Modeerscheinung, sondern eine Kulturmaßnahme, die den natürlichen Lichtbedarf der Pflanzen berücksichtigt. Sie kostet beim ersten Schnitt etwas mehr Überlegung, zahlt sich aber über Jahre aus: gleichmäßiger Wuchs, weniger kahle Stellen und eine Form, die auch nach starkem Rückschnitt schnell wieder dicht wird. Wer die Neigung einmal mit einer Schnur oder Schablone festgelegt hat, kann sie bei jedem weiteren Schnitt übernehmen und spart so Zeit und Kraft.
Ein letzter Punkt betrifft das Werkzeug: Eine scharfe, saubere Gartenschere schneidet glatte Wunden, die schnell verheilen. Quetschungen durch stumpfe Klingen sind Eintrittspforten für Pilze. Nach dem Schnitt hilft eine Mulchauflage aus Laubkompost, damit der Strauch neue Triebe kräftig ausbilden kann. Wer diese Regeln befolgt, muss nicht jedes Jahr radikal eingreifen, sondern nur den natürlichen Wuchs lenken.
Der beste Zeitpunkt liegt im Spätwinter, etwa von Ende Januar bis Anfang März, solange der Strauch noch nicht austreibt. Ein Schnitt im Herbst ist möglich, aber riskant: Bei starkem Frost können die Wunden schlecht verheilen, und die offenen Stellen laden Pilzsporen ein. Wer im Sommer schneidet, entfernt gleichzeitig Blätter und Früchte und schwächt die Pflanze unnötig. Ausnahme: Einzelne kranke oder abgebrochene Triebe dürfen jederzeit raus.
Unabhängig von der Sorte gilt: Kranke, abgestorbene oder zu dünne Ruten kommen immer weg. Pro laufendem Meter sollten nicht mehr als acht bis zehn kräftige Ruten stehen bleiben; der Rest wird bodennah entfernt. Nach dem Schnitt gehört der Bestand ausgelichtet, damit Luft und Licht an die Blätter kommen. Wer im Frühjahr düngt, wartet damit bis nach dem Schnitt, sonst fördert man das Wachstum von Ruten, die ohnehin entfernt werden.
Himbeeren tragen entweder einmal oder zweimal pro Jahr. Diese Eigenschaft entscheidet, wann und wie stark geschnitten wird. Wer beiden Gruppen gleich behandelt, verliert entweder die Herbst- oder die Sommerernte. Die Unterscheidung ist keine Geschmacksfrage, sondern eine biologische Notwendigkeit: Einmal tragende Sorten bilden die Früchte nur an zweijährigen Ruten, zweimal tragende Sorten liefern im Herbst an einjährigen und im darauffolgenden Sommer an denselben, nun zweijährigen Ruten.
Typische Fehler sind der Schnitt im Sommer, der die Pflanze schwächt und Vögel stört, sowie das Zurücksetzen von Nadelgehölzen wie Fichte, Kiefer oder Thuja. Diese Arten treiben aus altem Holz kaum oder gar nicht wieder aus und bleiben nach einem Radikalschnitt dauerhaft kahl. Auch Obstbäume auf schwach wachsenden Unterlagen verzeihen den Stock nicht; sie bilden zwar Wasserschosse, aber keine tragbare Krone mehr. Ein weiterer Fehler ist das Belassen langer Stummel, die nicht mehr austreiben und absterben.
Am Ende bleibt eine einfache Regel: Die Leiter wird nach dem Schnitt aufgestellt, nicht der Schnitt nach der Leiter. Wer vor dem ersten Ansatz prüft, ob beide Hände frei arbeiten können und der Oberkörper zwischen den Holmen bleibt, schneidet sicher. Wer erst beim Strecken merkt, dass es zu weit ist, hat den Fehler schon gemacht.
Johannisbeeren tragen am besten an ein- und zweijährigem Holz. Ältere Ruten verzweigen sich kaum noch, bleiben im Ertrag zurück und tragen häufig nur kleine Beeren. Wer den Strauch jedes Jahr auslichtet, hält ihn jung und verhindert, dass sich eine undurchdringliche Basis aus altem Holz bildet. Der Schnitt ist deshalb keine Frage des Ob, sondern des Wann und Wie viel.
Der häufigste Fehler bei zweimal tragenden Sorten ist der Schnitt im Sommer. Wer im Juli Ruten entfernt, zerstört die Anlage für die Herbstfrüchte. Ein weiterer Fehler: Alle Ruten gleichzeitig tief abschneiden, obwohl nur die alten Ruten entfernt werden sollen. Das führt zu einem Jahr ohne Sommerernte und zu einem dichten, krankheitsanfälligen Bestand. Wichtig ist außerdem, beim Schneiden saubere, scharfe Werkzeuge zu verwenden und die Schnittstellen nicht zu quetschen.
Bei roten und weißen Johannisbeeren gilt dasselbe Prinzip, bei schwarzen ist der Schnitt etwas strenger: Sie reagieren empfindlicher auf altes Holz und danken regelmäßiges Auslichten mit deutlich größeren Früchten. Wer den Strauch im Blick behält und jedes Jahr ein paar alte Ruten entfernt, hat dauerhaft gesunde Pflanzen und volle Ernten.
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