Ein weiteres Problem ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Höhe und Tiefe. Ein Schrank in der Schräge benötigt eine vordere Kante, die meistens höher ist als die hintere. Vergessen Sie nicht, die Tiefe des Schrankkorpus zu berücksichtigen: Die Rückwand steht nicht an der tiefsten Stelle der Schräge, sondern wird meist um einige Zentimeter abgerückt, um eine Belüftung zu ermöglichen. Messen Sie also nicht nur die lichte Höhe an der Wand, sondern auch die Höhe an der gewünschten Position der Vorderkante. Ein typischer Fehler ist, die Höhe an der Wand zu nehmen und den Schrank dann zu hoch zu bauen – er passt vorne nicht durch die Öffnung.
Die Montage der Unterkonstruktion beginnt mit der Markierung der Höhe an den Wänden. Eine Laserwasserwaage erspart hier viel Zeit – markieren Sie alle 60 Zentimeter einen Punkt, denn im Abstand von 40 Zentimetern werden später die Tragprofile montiert. Die Tragprofile (CD-Profile) werden im Raster von 40 Zentimetern eingehängt, Hauptprofile quer dazu. Die Profile müssen festsitzen, aber nicht verkanten – jeder Hänger sollte nach dem Einhängen nachjustiert werden. Ein typischer Fehler ist das zu straffe Anziehen der Hängerfedern: Das erzeugt Spannungen in der Konstruktion, die später zu Knackgeräuschen in der fertigen Decke führen. Arbeiten Sie mit einem Raster, das exakt zur Plattenbreite passt: Übliche Gipskartonplatten sind 125 Zentimeter breit – bei einem Achsabstand von 40 Zentimetern ergeben sich drei volle Felder plus 5 Zentimeter Rest. Planen Sie die Stöße so, dass sie auf einem Profil aufliegen, und versetzen Sie die Stöße der zweiten Lage um mindestens 20 Zentimeter gegenüber der ersten.
Spots und andere Einbauleuchten unterbrechen die Trockenbaudecke – und genau dort entstehen oft die größten Probleme. Vor dem Einputzen der Decke müssen Sie die Leuchtenpositionen exakt ausmessen und die Zuleitungen verlegen. Wichtig ist, dass die Kabel nicht auf der Rohdecke lose liegen, sondern in Wellrohren geführt werden, die Sie an der Unterkonstruktion befestigen. Für Spots in der abgehängten Decke benötigen Sie Ausschnitte mit passendem Durchmesser – üblich sind 6,8 oder 8 Zentimeter für LED-Spots. Verwenden Sie eine Lochsäge mit Führungsbohrer, damit der Schnitt sauber wird. Bedenken Sie: Die Wärmeentwicklung der Leuchten – auch bei LED – muss abgeführt werden können. Halten Sie einen Mindestabstand von 10 Zentimetern zur Dämmung ein. Für eine gleichmäßige Lichtverteilung planen Sie Spots im Abstand von 80 bis 100 Zentimetern zur Wand und 120 bis 150 Zentimeter zueinander – je nach Raumgröße und gewünschter Helligkeit. Der größte Fehler wäre, die Leuchtenöffnungen nachträglich auszuschneiden, ohne die Position der Unterkonstruktion zu kennen – Sie riskieren, ein Profil zu treffen. Markieren Sie deshalb auf der Beplankung die Profilachsen mit dünnen Linien, die später vom Putz verdeckt werden.
Eine abgehängte Decke aus Trockenbau ist mehr als nur ein optischer Trick, um Höhenunterschiede zu kaschieren. Sie schafft Platz für Elektrik, Lüftung oder Akustik – und sie kann die Raumakustik spürbar verbessern. Bevor Sie mit der Planung beginnen, prüfen Sie die Deckenhöhe: Schon eine Abhängung von 10 bis 15 Zentimetern kostet Raumhöhe, die in Altbauten mit 2,40 Metern oft knapp ist. Messen Sie also nicht nur die lichte Höhe, sondern auch die Ebenheit der Rohdecke. Ein entscheidender Punkt ist die Wahl der Unterkonstruktion: Gerade bei unebenen Betondecken sollten Sie auf verstellbare Abhängungen mit Federzug setzen. Diese ermöglichen einen exakten Höhenausgleich von bis zu mehreren Zentimetern, ohne dass Sie einzelne Profile mühsam mit Unterlegscheiben justieren müssen. Planen Sie außerdem von Anfang an die späteren Einbauten wie Leuchten oder Lautsprecher – die Position der Zuführungskabel muss festgelegt werden, bevor die Beplankung beginnt.
Nach dem Verschrauben der Platten folgt die Oberflächenbehandlung, die oft unterschätzt wird. Fugen und Schraubköpfe müssen verspachtelt werden – verwenden Sie dafür ein Gewebeband, das in die erste Spachtelschicht eingebettet wird. Lassen Sie jede Schicht gründlich trocknen, bevor Sie die nächste auftragen. Bei der Wahl der Spachtelmasse achten Sie auf die Verarbeitungszeit: Fertigspachtel aus der Eimern ist einfach zu verarbeiten, trocknet aber langsamer als Pulver. Nach dem Schleifen prüfen Sie die Fläche mit einer langen Wasserwaage auf Wellen – Unebenheiten zeigen sich erst beim seitlichen Lichteinfall. Besonders kritisch sind die Übergänge zwischen den Platten und die Ecken, wo oft Materialreste übersehen werden. Ein Tipp: Streichen Sie vor dem Spachteln die Platten mit Tiefengrund, damit die Spachtelmasse gleichmäßig haftet. Und arbeiten Sie immer von der hellen Seite des Raumes zum Fenster – so erkennen Sie Unebenheiten frühzeitig. Wenn Sie die Decke streichen wollen, nehmen Sie eine Acrylfarbe mit seidenmattem Glanzgrad – diese verzeiht kleine Unebenheiten besser als Hochglanz.
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