Ich stand neulich in einem typischen Berliner Altbau-Schlafzimmer. Die Mieterin wollte unbedingt einen begehbaren Kleiderschrank, aber der Raum war gerade mal zwölf Quadratmeter groß. Ihr größtes Problem: Wo sollen die Gäste übernachten, wenn die gesamte Fläche für Kleidung reserviert ist? Diese Frage höre ich ständig. Viele träumen von diesem Luxus, scheitern aber an der Quadratmeterzahl und der fehlenden Gästeschlafmöglichkeit. Die Lösung liegt in durchdachten Kombinationen, die ich in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich umgesetzt habe. Man muss nur anders denken und jeden Zentimeter doppelt nutzen. Besonders spannend wird es, wenn man offene Systeme mit geschlossenen Elementen mischt. Der begehbare Kleiderschrank muss ja nicht von der Stange sein. Ich zeige meinen Kunden oft, dass maßgeschneiderte Lösungen aus dem Schreinerhandwerk oft günstiger sind als gedacht, vor allem wenn man auf teure Marken verzichtet.
Natürlich muss man beim Kauf auf die Qualität achten. Ein billiger Dekospiegel mit welliger Oberfläche verzerrt das Bild und sieht schnell schäbig aus. Ich habe mich für ein Modell mit einer klaren Glasfläche und einem stabilen Rahmen aus Massivholz entschieden. Die Rückseite ist mit einer Schutzfolie versehen, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Gerade im Flur, wo Jacken und Schirme abgestellt werden, ist das wichtig. Der Spiegel hängt jetzt seit einem Jahr und hat keine Kratzer oder Flecken. Ich reinige ihn nur alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch und etwas Glasreiniger. Das reicht völlig, um ihn strahlen zu lassen. Ein guter Spiegel ist eine Investition, die sich lohnt.
Die Wahl der Farbe war einfach: ein helles Grau mit einem Hauch Blau für die Wände streichen, das an skandinavische Bäder erinnert. Die Decke blieb weiß, um den Raum optisch zu öffnen. Für die Fugen habe ich eine graue Fugenmasse genommen, die weniger schmutzempfindlich ist als weiße. Nach dem Streichen habe ich eine wasserabweisende Versiegelung aufgetragen, die ich alle zwei Jahre erneuern muss. Das verhindert Schimmel in den Ecken. Insgesamt dauerte der Anstrich nur einen Tag, aber das Trocknen der Grundierung dauerte sechs Stunden.
Ich rate immer dazu, auf eine hochwertige Matratze zu achten, auch wenn der begehbare Kleiderschrank im Vordergrund steht. Ein 16 cm dicker Matratzenaufsatz aus Kaltschaum auf einem Lattenrost sorgt für erholsamen Schlaf, egal ob für Gäste oder für einen selbst. Der Rest des Raums bleibt für Kleidung und Accessoires reserviert. Ein Beispiel aus einer kleinen Wohnung in Köln: Der begehbare Kleiderschrank war nur ein Meter breit, aber durch die Nutzung der Höhe von 250 Zentimetern entstanden drei Ebenen. Ganz oben lagerten Koffer, in der Mitte hingen Blusen, unten standen Schuhe. Das Bett mit einem Bettkasten darunter nahm die restliche Fläche ein. Der Gast auf einem 140 mal 200 Zentimeter großen Bett, das nachts bequem war. Die Kombination aus offenem Kleidersystem und Bettkasten funktioniert perfekt, weil man alles griffbereit hat, ohne dass es chaotisch wirkt.
Ein weiterer Punkt, den viele vergessen: Die Höhe der Armlehnen und die Sitztiefe. Ein Sofa fürs Wohnzimmer sollte nicht nur schick aussehen, sondern auch alltagstauglich sein. Ich mag Modelle mit einer tiefen Sitzfläche, auf der man die Beine hochziehen kann, ohne dass die Knie an die Lehne stoßen. Aber Vorsicht: Zu tiefe Sitze sind für kleinere Personen eine Qual, weil die Füße dann nicht auf dem Boden aufkommen. Messt vor dem Kauf die Beinlänge der Familienmitglieder oder nehmt einen Probesitzer mit in den Laden. Die Tapisseriekann dabei auch eine Rolle spielen. Eine Tapicerka welurowa ist samtig weich und verzeiht kleine Flecken besser als glatter Stoff – aber sie zieht Staub an wie ein Magnet.
Meine Wohnung hat nur 45 Quadratmeter, und das Wohnzimmer teile ich mir mit einer kleinen Essecke. Früher stand dort eine klobige Couch, die den ganzen Raum dominierte. Nachdem ich sie gegen eine schlanke Liege ausgetauscht hatte, fehlte noch etwas für die Tiefe. Genau da kam der Dekospiegel ins Spiel. Er hängt an der Wand gegenüber dem Fenster und reflektiert das Tageslicht direkt in den Raum. Jetzt wirkt der Bereich um die Liege herum nicht mehr so beengt. Ich habe sogar eine kleine Leseecke mit einem Sessel davor geschaffen, ohne dass es überladen aussieht. Die Spiegeloberfläche sorgt dafür, dass der Blick immer wieder in die Ferne schweift, obwohl die Wand nur zwei Meter entfernt ist. Ein einfacher Trick, der bei kleinen Grundrissen wahre Wunder bewirkt.
Wenn ich an mein erstes Wohnzimmer denke, kommt mir sofort die klobige Couch in den Sinn, die meine Großmutter mir vererbt hatte. Sie war bequem, aber sie fraß jeden Quadratzentimeter Platz. Heute, nach vielen Jahren und Umzügen, weiß ich: Ein Sofa fürs Wohnzimmer muss mehr können als nur gut aussehen. Es ist der Mittelpunkt des Raumes, der Ort für Filmabende, für das Sonntagsfrühstück und leider auch für das Chaos der Kinder. Deshalb rate ich meinen Kunden immer: Kauft nicht das erstbeste Modell, sondern plant genau, wie ihr lebt. Ein Sofa ohne durchdachte Funktion wird schnell zum Staubfänger oder zum Stolperstein in kleinen Räumen.
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