Le coeur perdu – Paris

5 Dinge, die du über die sorbische Kultur im Spreewald wissen musst

Der Spreewald ist kein einzelner See, sondern ein verzweigtes Netz aus Fließen, Kanälen und kleinen Teichen zwischen Lübben, Burg und Cottbus. Wer hier angeln will, braucht zuerst einen gültigen Fischereischein. In Brandenburg gilt: Ohne bestandene Prüfung gibt es keinen Erlaubnisschein, auch nicht für Gastangler. Ausnahmen gelten nur für Kinder unter zehn Jahren in Begleitung eines Erwachsenen mit Schein sowie für einige wenige Gewässer mit Sonderregelung. Wer aus einem anderen Bundesland anreist, prüft vorab, ob der eigene Schein in Brandenburg anerkannt wird; das ist meist der Fall, aber nicht automatisch für Jahreskarten.

Was im Spreewald wirklich gegen Mücken hilft Am Wasser selbst hilft vor allem Bewegung. Wer im Boot sitzt oder rastet, wird deutlich häufiger gestochen als jemand, der in Bewegung bleibt. Wer eine Pause einlegt, sollte einen windigen Platz wählen, denn Wind erschwert den Mücken den Anflug. Ein einfacher Ventilator am Sitzplatz ist im Freien wirksamer als viele Hausmittel. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Aufstellen von Duftkerzen oder Räucherspiralen direkt am Körper: Der Rauch belastet die Atemwege und vertreibt die Mücken nur aus einem kleinen Bereich, während der Rest der Umgebung weiterhin befallen bleibt.

Der Spreewald ist ein aus Fließen, Wiesen und kleinen Dörfern. Wer mit dem Auto anreist, steht oft vor gesperrten Wegen oder Parkplätzen, die bereits am Vormittag voll sind. Die gute Nachricht: Mit Bahn, Bus und Fahrrad kommst du entspannter durch die Region. Die Anreise per Zug ist einfach. Nächster Fernbahnhof ist Cottbus, von dort fahren Regionalzüge in Richtung Lübbenau und Vetschau. Wer aus Berlin kommt, nimmt die RE2 oder RE7 und ist in etwa einer Stunde in Lübbenau. Achte darauf, dass nicht jeder Zug in allen Ortsteilen hält. Prüfe vorab die Verbindung, sonst stehst du am falschen Bahnhof und suchst vergeblich einen Bus.

Sprache, Bräuche und Küche richtig erleben Sorbisch lernen ist schwer, aber ein paar Worte öffnen Türen. „Dobry źeń” heißt guten Tag, „źěkuju” danke. In vielen Dörfern gibt es zweisprachige Gottesdienste und Veranstaltungen. Die wichtigsten Bräuche sind das Osterreiten, bei dem Männer in Zylindern auf geschmückten Pferden durch die Dörfer reiten, und das Zampern, ein Umzug im Februar. Wenn du daran teilnehmen willst, halte Abstand und dränge dich nicht in die Reihen. Die sorbische Küche ist deftig: denk an die berühmten Sauren Gurken aus dem Spreewald, aber auch an „Kartoffeln mit Quark und Leinöl” oder „Sorbische Hochzeitssuppe”. Bestelle in kleinen Gaststätten, nicht in großen Ausflugslokalen. Dort schmeckt es oft besser und du zahlst weniger.

Bekleidung schützt zuverlässiger als jedes Mittel auf der Haut. Lange, helle Hosen und langärmelige Hemden aus dicht gewebtem Stoff reduzieren die Angriffsfläche erheblich. Stechmücken orientieren sich an Kohlendioxid, Wärme und Hautgeruch; bedeckte Haut gibt weniger davon ab. Besonders wichtig sind die Knöchel und Handgelenke, weil Mücken dort leichter an unbedeckte Stellen gelangen. Ein dünner Baumwollstoff reicht nicht aus, da der Rüssel durch das Gewebe stechen kann. Wichtig ist außerdem, keine parfümierten Sonnencremes oder Deodorants zu verwenden, denn Duftstoffe locken zusätzlich an.

Fang mit den Dörfern an, nicht mit den Touristenzentren. Orte wie Lehde, Burg oder Werben haben eine sorbische Mehrheit. Dort siehst du die typischen Holzhäuser mit ihren geschnitzten Giebeln und den Storchennestern. Achte auf die Schilder: Steht der Ortsname zweimal, einmal deutsch und einmal sorbisch, bist du im sorbischen Kerngebiet. Ein häufiger Fehler ist, die Sorben für eine folkloristische Attraktion zu halten. Sie sind eine lebendige Gemeinschaft, keine Museumsausstellung. Frage, bevor du fotografierst, besonders bei Menschen in Tracht. Ein kurzes „Směju se wótrašować?” (Darf ich fotografieren?) wirkt Wunder, auch wenn du die Antwort nicht verstehst.

Für unbedeckte Haut haben sich ätherische Öle bewährt, allerdings mit Einschränkungen. Ein Gemisch aus Zitroneneukalyptusöl, Lavendelöl und einem Trägeröl wie Jojoba oder Mandelöl hält Mücken für etwa ein bis zwei Stunden fern. Das Gemisch muss häufiger nachgetragen werden als synthetische Mittel, besonders bei Schweiß oder nach dem Kontakt mit Wasser. Reines Öl auf die Haut zu geben, führt oft zu Reizungen; es sollte immer verdünnt werden, etwa zehn Tropfen ätherisches Öl auf 30 Milliliter Trägeröl. Zudem sollte vorher an einer kleinen Stelle getestet werden, ob die Haut reagiert.

Die Sorben sind eine slawische Minderheit, die seit über tausend Jahren in der Lausitz lebt. Im Spreewald machen sie etwa ein Drittel der Bevölkerung aus. Ihre Sprache, das Sorbische, ist mit Polnisch und Tschechisch verwandt, nicht mit Deutsch. Wer den Spreewald besucht, trifft überall auf sorbische Spuren: zweisprachige Ortsschilder, Trachten, Bräuche und eine eigene Küche. Dieser Leitfaden zeigt, wie du die Kultur respektvoll erlebst, ohne in typische Fallen zu tappen.

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