Le coeur perdu – Paris

Schrägband aus Streifen: Kante oder Einfassung?

Streifen verbinden und zum Band formen Reicht ein Streifen nicht aus, werden mehrere Teile verbunden. Die Enden rechts auf rechts im rechten Winkel übereinanderlegen und diagonal nähen. Anschließend die Nahtzugabe auf etwa drei Millimeter kürzen, die Ecken nicht abschneiden. Wird gerade genäht statt diagonal, entsteht eine dicke Stelle, die sich beim Aufnähen als Beule abzeichnet. Nach dem Zusammennähen die Nahtzugaben auseinanderbügeln, nicht auf eine Seite klappen.

Design your hallway - with a new coat of paint, wall panels and wallpaperZum Übertragen der Zugabe auf den Stoff: Lineal an die Stoffkante legen, gewünschte Breite abmessen, mit kurzen Strichen markieren, dann verbinden. Bei Rundungen das Lineal senkrecht zur Kante halten, sonst wird die Zugabe an der Kurve schmaler. Nach dem Anzeichnen die Linie mit einem Heftfaden oder Stecknadeln sichern, bevor genäht wird. So bleibt die Zugabe dort, wo sie hingehört.

Zuerst den Riss sichern, nicht vernähen Bevor irgendetwas genäht wird, muss der offene Faden fixiert werden. Ein Tropfen flüssiger Textilkleber oder ein kleiner Tropfen klarer Nagellack auf dem letzten intakten Stich verhindert, dass die Naht weiter aufgeht. Den Stoff dabei flach auf den Tisch legen, nicht in der Hand halten, sonst verzieht sich die Naht. Wichtig: nicht auf den Faden selbst kleben, sondern auf den Stoff direkt neben dem letzten festen Stich. Wer den Kleber zu großzügig aufträgt, bekommt später eine harte, sichtbare Stelle, die beim Bügeln unangenehm auffällt.

Alternativ lässt sich die Stelle mit einem Zickzack-Stich auf der Maschine sichern. Dafür den Stoff so unter die Nadel legen, dass der Riss in der Mitte liegt, und mit kurzer Stichlänge über die offene Stelle nähen. Das ist schneller als Handnähen, aber nur bei festen, nicht dehnbaren Stoffen sinnvoll. Bei Jersey oder Strickwaren reißt die Zickzack-Naht schnell wieder aus, weil sie die Bewegung des Materials nicht mitmacht. Dort besser mit der Hand arbeiten und den Faden elastisch lassen.

Ein eingerissener Saum ist selten ein großes Problem, solange man ihn sofort bearbeitet. Der Riss entsteht meist an der Stelle, wo der Faden durchgerieben ist oder die Naht am Stoffübergang zu stark belastet wurde. Wandert der Riss erst einmal weiter, reißt der Faden Stich für Stich auf, und aus einer kleinen Öffnung wird ein langer Schlitz. Deshalb gilt: nicht ignorieren, nicht mit der Schere nachhelfen, sondern die Stelle stabilisieren, bevor der nächste Zug daran zerrt.

Zum Anzeichnen eignen sich Kreide, Seifenstift oder ein wasserlöslicher Stift. Kreide ist bei dunklen Stoffen gut sichtbar, hinterlässt aber manchmal Spuren. Seifenstift verschwindet beim Bügeln, kann aber auf empfindlichen Stoffen Flecken hinterlassen. Ein wasserlöslicher Stift ist präzise, darf aber nicht zu lange auf dem Stoff bleiben. Für exakte Linien mit Nahtzugabe gibt es Schablonen aus Kunststoff – sie werden an die Stoffkante gelegt und die Linie mit dem Stift nachgezogen. Alternativ lässt sich die Zugabe mit einem Nahtzugabe-Fuß an der Nähmaschine direkt beim Nähen führen. Das ist schneller, aber weniger genau bei Kurven.

Die Nahtzugabe ist der Abstand zwischen der Nahtlinie und der Stoffkante. Sie wird nicht geschätzt, sondern markiert. Wer sie nur mit dem Auge abschätzt, produziert krumme Kanten und unterschiedlich breite Säume. Die Zugabe gehört immer auf die linke Stoffseite, denn dort verläuft die Naht später. Auf der rechten Seite ist sie unsichtbar und würde nur stören.

Briefecken an vier Ecken sauber ausarbeit

Nach der Reparatur den Saum vorsichtig bügeln, ohne direkt auf die Naht zu drücken. Bei empfindlichen Stoffen ein feuchtes Tuch dazwischen legen. Erst wenn die Stelle flach und stabil liegt, ist der Riss wirklich gestoppt. Zeigt sich nach dem ersten Tragen wieder eine Öffnung, war die Sicherung zu schwach oder der Stoff ist an der Stelle bereits zu dünn. Dann hilft nur noch ein Flicken von innen oder das Kürzen des Saums oberhalb der Schadstelle.

Welche Zugabe wohin gehört Für die meisten Nähte an Kleidung gilt: 1,5 cm Zugabe. Das reicht, um die Naht zu versäubern und flach zu bügeln. Bei feinen Stoffen oder stark ausfransenden Geweben sind 1 cm oft zu knapp – hier besser 1,5 bis 2 cm einplanen. Für Säume an Hosen und Röcken werden 3 bis 4 cm Zugabe angezeichnet, damit der Saum später verlängert werden kann. Bei Ärmelsäumen reichen 2 cm, bei Kinderkleidung eher 3 cm, weil Kinder wachsen. Taschenbeutel und Belege erhalten 1 cm, da sie nach dem Wenden keine breite Kante zeigen sollen. An Ecken und Rundungen wird die Zugabe vor dem Wenden auf 0,5 cm zurückgeschnitten – nicht vorher, sonst franst der Stoff aus.

Eine Ausnahme bilden Nahtverdeckungen und französische Nähte. Bei der französischen Naht werden zwei Zugaben von je 1,5 cm benötigt, die ineinander eingeschlagen werden. Wer hier nur 1 cm anzeichnet, bekommt keine saubere Kante. Also vor dem Zuschnitt prüfen, welche Nahtart geplant ist.

Beim Annähen das Band mit der offenen Kante an die Stoffkante legen und knapp neben der Bügelfalte steppen. Auf der Rückseite muss die zweite Bügelfalte exakt über der Naht liegen. Ein häufiger Fehler ist, das Band zu straff zu ziehen. Dadurch kräuselt sich die Kante, obwohl der Stoff flach aufliegt. Besser mit gleichmäßigem Druck nähen und das Band leicht führen, ohne es zu dehnen.

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