Überdüngung erkennt man nicht am Dünger, sondern an der Pflanze. Typisch sind welke, schlaffe Blätter, obwohl die Erde feucht ist, braune oder schwarze Blattspitzen, die sich vom Rand nach innen ausbreiten, und ein weißlicher Krustenbelag auf der Erdoberfläche oder am Topfrand. Bei manchen Pflanzen welken die Triebe plötzlich, bei anderen stoppt das Wachstum, obwohl Licht und Temperatur stimmen. Ein sicheres Zeichen ist auch, wenn nach dem Düngen innerhalb weniger Tage die Blätter abfallen.
Die Häufigkeit hängt von drei Dingen ab: Jahreszeit, Wachstumsphase und Topfgröße. Von März bis September, wenn die Pflanze neue Blätter oder Triebe schiebt, reicht in der Regel alle zwei bis vier Wochen eine Düngergabe. Im Winter, bei Wachstumsruhe und kühlerem Stand, wird gar nicht oder höchstens alle sechs bis acht Wochen gedüngt. Kleine Töpfe brauchen häufiger Nachschub, große Töpfe seltener, weil mehr Substrat vorhanden ist.
Schädlinge treten selten auf. Gelegentlich zeigen sich Schildläuse an den Blattunterseiten oder Wollläuse in den Blattachseln. Beide lassen sich mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen abnehmen. Spinnmilben deuten auf zu trockene Luft und gleichzeitig zu warmen Standort hin – hier hilft es, die Blätter ab und zu mit lauwarmem Wasser abzuwischen, ohne die Pflanze zu besprühen, denn stehendes Wasser auf den Blättern fördert Pilzbefall.
Die einfachste Methode ist eine harte Bürste mit Naturborsten oder ein stumpfes Messer. Man setzt an einer befallenen Stelle an und führt die Bürste in kurzen, festen Strichen über die Rinde, immer in Richtung der Rindenstruktur, nicht quer. Bei empfindlicher Rinde, etwa an jungen Bäumen, nimmt man statt der Bürste einen Holzspatel oder einen Kunststoffschaber. Zwischen den Zügen die Bürste in Seifenlauge ausspülen, damit gelöste Läuse nicht erneut anhaften. Nach dem Abkratzen die Rinde mit klarem Wasser abspülen und die Reste auffangen. Wichtig: Nicht bis aufs blanke Holz arbeiten. Bleibt eine dünne, intakte Rindenschicht stehen, ist das ausreichend.
Zimmerpflanzen brauchen Nährstoffe, aber fast jede Überdüngung entsteht nicht durch zu viel Dünger auf einmal, sondern durch falsche Gewohnheiten: Düngen nach Kalender statt nach Wachstum, Gießen mit Restwasser aus der Düngerlösung oder Nachdüngen, obwohl die Erde noch voll ist. Wer die folgenden Punkte beachtet, vermeidet die typischen Fehler.
Wie viel Dünger tatsächlich nötig ist Die Dosierung auf der Packung ist ein Ausgangswert, kein Gesetz. Bei flüssigem Dünger gilt: lieber schwächer ansetzen als angegeben, dafür regelmäßig. Eine halbe Dosis alle zwei Wochen ist fast immer besser als die volle Dosis in kurzen Abständen. Bei Langzeitdünger in Form von Kügelchen oder Stäbchen wird nur einmal pro Wachstumsperiode eingearbeitet; Nachlegen führt fast zwangsläufig zur Überdüngung. Vor dem Düngen immer gießen, damit die Wurzeln nicht direkt mit der konzentrierten Lösung in Berührung kommen.
Ein häufiger Fehler ist das Düngen direkt nach dem Umtopfen. Frische Erde enthält meist vorgedüngte Nährstoffe, die für mehrere Wochen reichen. Ein zweiter Fehler ist Dünger nach Gefühl ohne Messbecher oder Dosierhilfe. Ein dritter: Düngen bei kranker Pflanze, Schädlingsbefall oder Staunässe, weil die Wurzeln dann keine Nährstoffe aufnehmen können und die Salze zusätzlich schaden. Wer diese drei Punkte vermeidet, hat das Wichtigste bereits richtig gemacht.
Für die Rückseiten der Blätter gilt besondere Sorgfalt. Hier sitzen die meisten Spaltöffnungen und oft auch Schädlinge wie Spinnmilben. Ein zweiter, trockener Lappen entfernt nach dem Abwischen die restliche Feuchtigkeit. Wer unsicher ist, ob die Pflanze die Prozedur verträgt, testet an einem einzelnen Blatt und beobachtet zwei Tage lang. Zeigen sich Flecken oder welken die Ränder, war der Lappen zu nass oder das Mittel zu aggressiv. Bei Kakteen und Sukkulenten reicht ein trockener Pinsel, da Feuchtigkeit in den Rillen sonst Fäulnis auslöst.
Wie oft gereinigt werden sollte, hängt von Standort und Blattbeschaffenheit ab. In trockenen, beheizten Räumen mit viel Staub reicht ein Durchgang alle zwei Wochen. In feuchteren Räumen oder bei Pflanzen mit ledrigen Blättern genügt es, alle vier bis sechs Wochen zu säubern. Bei stark behaarten oder geriffelten Blättern wie denen von Usambaraveilchen setzt sich Staub schneller fest, doch hier ist Vorsicht geboten: Diese Pflanzen vertragen weder Wasser noch Druck auf der Blattoberfläche. Ein weicher Pinsel oder ein trockener, fusselfreier Lappen genügt.
Für den Notfall gibt es noch die Gewichtsprobe mit der Hand. Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Wenn du eine Flasche oder ein Gefäß hochhebst, kannst du das Gewicht grob einschätzen. Ein halber Liter fühlt sich etwa so schwer an wie ein volles Pfund Mehl. Diese Methode ist ungenau, aber brauchbar, wenn es auf zehn oder zwanzig Milliliter nicht ankommt. Wer regelmäßig ohne Messgerät arbeitet, entwickelt mit der Zeit ein sicheres Gefühl für Mengen. Bis dahin helfen Löffel, genormte Gefäße und etwas Geduld.
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