Der Schnitt entscheidet über den Erfolg. Ein Steckling sollte acht bis zwölf Zentimeter lang sein, einen weichen, nicht blühenden Trieb haben und mit einem scharfen, sauberen Messer geschnitten werden. Eine Schere quetscht das Gewebe, die offene Wunde wird schneller braun. Der Schnitt verläuft knapp unter einem Blattknoten, denn dort sitzen die schlafenden Augen, aus denen die Wurzeln austreiben. Die unteren Blätter entfernt man vollständig, damit sie nicht im Wasser faulen und Bakterien nähren. Von den oberen Blättern bleiben zwei bis drei stehen.
Der zuverlässigste Test ohne Hilfsmittel ist der Finger-Test. Stecke den Zeigefinger bis zum zweiten Fingerglied, also etwa fünf bis sechs Zentimeter tief, in die Erde. Fühlt sich der Boden dort feucht an und bleibt Erde am Finger haften, ist genug Wasser vorhanden. Ist es trocken und rieselt die Erde ab, fehlt Wasser. Bei sehr lockeren Substraten oder tiefwurzelnden Pflanzen reicht der Finger nicht aus – dann gräbst du mit einem Löffel oder einem flachen Stein etwa zehn Zentimeter tief und prüfst die Feuchtigkeit in dieser Tiefe. Ein häufiger Fehler ist, nach dem Gießen sofort zu testen. Warte mindestens eine halbe Stunde, sonst misst du nur die frisch durchfeuchtete Oberfläche.
Weiße, watteartige Klümpchen in den Blattachseln und an den Triebspitzen sind kein Staub und kein Kalk. Es handelt sich fast immer um Wollläuse, genauer um Schmierläuse aus der Familie der Pseudococcidae. Sie sitzen bevorzugt in geschützten Winkeln, wo sie schwer zu sehen sind: zwischen Blattstiel und Stängel, an jungen Austrieben, an der Unterseite der Blätter und an den Wurzeln im Topf. Wer nur die sichtbaren Tiere abwischt, verliert den Kampf, weil Larven und Eier in Ritzen und im Substrat überleben.
Was nach dem Abtupfen passiert und warum es oft scheite
Nach ein bis drei Wochen zeigen sich an der Schnittstelle kleine weiße Höcker. Das ist Kallusgewebe, aus dem die ersten Wurzeln brechen. Jetzt heißt es: nicht anfassen, nicht umsetzen, nicht düngen. Dünger im Wasser verbrennt die zarten Wurzelspitzen und bringt Algen zum Wachsen. Erst wenn mehrere kräftige Wurzeln von drei bis fünf Zentimetern Länge vorhanden sind, wird umgetopft. Wer zu lange wartet, bekommt lange, dünne Wasserwurzeln, die sich beim Einpflanzen abbrechen und den Steckling stark zurückwerfen.
Sitzt Kalk oder hartnäckiger Belag auf den Blättern, hilft destilliertes oder zumindest enthärtetes Wasser. Man benetzt ein weiches Mikrofasertuch, drückt es fast trocken aus und tupft die Stelle nur ab, statt zu reiben. Anschließend lässt man die Pflanze an einem luftigen, schattigen Ort vollständig abtrocknen. Wassertropfen, die in praller Sonne auf dem Blatt liegen bleiben, wirken wie Brenngläser und hinterlassen braune Flecken. Wer mehrere Pflanzen behandelt, wechselt das Tuch zwischen den Töpfen, um Pilzsporen nicht zu verteilen.
Gewicht, Klang und Topfmaterial als verlässliche Signale Topfpflanzen verraten ihren Wasserbedarf über das Gewicht. Hebe den Topf vorsichtig an, bevor du gießt, und danach noch einmal. Ein frisch gegossener Topf ist deutlich schwerer. Mit der Zeit bekommst du ein Gefühl dafür, wie schwer ein Topf im vollgesogenen und wie leicht er im trockenen Zustand ist. Das funktioniert besonders gut bei Töpfen bis etwa zehn Liter Volumen. Bei größeren Gefäßen hilft der Klangtest: Klopfe mit dem Knöchel gegen die Außenwand. Klingt es dumpf und voll, ist Feuchtigkeit vorhanden. Klingt es hell und hohl, fehlt Wasser. Dieser Test ist bei Ton- und Terrakottatöpfen zuverlässiger als bei Kunststoff, weil Ton Feuchtigkeit anders weiterleitet.
Ein häufiger Fehler ist der zu frühe Wechsel in die Erde. Wasserwurzeln sind anders aufgebaut als Wurzeln in Substrat, sie müssen sich erst umstellen. Nach dem Eintopfen hält man das Substrat zwei Wochen gleichmäßig feucht und stellt die Pflanze für ein paar Tage schattig. Ein weiteres Problem sind zu viele Stecklinge in einem Glas. Sie berühren sich, verletzen die zarten Wurzeln und verbreiten Fäulnis. Pro Glas gehört nur ein Trieb. Wer diese Punkte beachtet, hat aus einem unscheinbaren Trieb bald eine eigene Pflanze, die kräftiger wächst als jedes gekaufte Exemplar.
Ein Steckling im Wasserglas ist die einfachste Methode, um Pflanzen zu vermehren, aber sie hat einen Haken: Nicht jede Art bildet im Wasser brauchbare Wurzeln. Wer das übersieht, wartet wochenlang auf ein Wunder, das ausbleibt. Deshalb steht am Anfang die Auswahl der Mutterpflanze. Geeignet sind Arten mit weichem bis halbreifem Trieb, etwa Fuchsien, Strauchbasilikum, Minze, Efeu oder Zimmerlinde. Harte, verholzte Triebe von Rosen oder Flieder bewurzeln im Glas kaum, sie brauchen Substrat und hohe Luftfeuchtigkeit.
Die richtige Wassermenge lässt sich ohne Messgerät erstaunlich zuverlässig bestimmen, wenn man ein paar einfache körperliche und bodenkundliche Signale beachtet. Zunächst muss klar sein, worum es geht: um die Wassermenge für Zimmerpflanzen, Balkonkästen, Hochbeete oder Gartenbeete. Für alle gilt dieselbe Grundregel: Nicht die Oberfläche entscheidet, sondern die Wurzelschicht. Wer nur die obersten zwei Zentimeter prüft, gießt meist zu viel, weil diese Schicht schneller trocknet als der Bereich, in dem die Wurzeln tatsächlich Wasser aufnehmen.
If you have any sort of questions pertaining to where and ways to make use of mehr lesen, you could contact us at our own webpage.