Der Astring-Schnitt gilt als Königsweg beim Baumschnitt, weil die Wunde am Astkragen am schnellsten überwallt. Der Astkragen ist die ringförmige Verdickung an der Astbasis, in der das Holzgewebe des Astes in den Stamm übergeht. Genau dort liegen teilungsfähige Zellen, die eine Wunde zügig mit Kallus verschließen. Wer diesen Wulst stehen lässt und den Ast sauber ansetzt, spart dem Baum Jahre der Abschottung. Der häufigste Fehler ist jedoch nicht der zu flache, sondern der zu tiefe Schnitt mitten in den Kragen hinein.
Ein häufiger Fehler ist ein zu zaghafter Rückschnitt. Bleiben zu viele Augen stehen, bildet die Rebe zahlreiche Triebe, die sich gegenseitig beschatten. Die Folge sind kleine, saure Beeren und ein erhöhtes Risiko für Pilzkrankheiten. Ebenso problematisch ist es, ins alte Holz zu schneiden, das keine Augen mehr hat. Solche Stellen treiben oft gar nicht mehr aus. Wer unsicher ist, schneidet zunächst eine einzige Rute zurück und beobachtet im Sommer, wie die Rebe darauf reagiert.
Kälte verengt die Blutgefäße in der Haut. Weniger Durchblutung bedeutet weniger Sauerstoff und weniger Nährstoffe am Wundrand. Gleichzeitig arbeiten die Zellen, die für den Verschluss und den Aufbau neuen Gewebes zuständig sind, bei niedrigen Temperaturen langsamer. Wer im Herbst also eine offene Stelle hat, sollte sie nicht einfach sich selbst überlassen, sondern aktiv für Wärme sorgen – etwa durch einen Verband, der die Stelle bedeckt, statt sie der kühlen Luft auszusetzen.
Die Armlänge täuscht. Ein ausgestreckter Arm verschiebt den Körperschwerpunkt um mehrere Zentimeter nach außen, und mit der Säge in der Hand kommt Hebelkraft hinzu. Die Folge: Die Leiter beginnt zu kippen, lange bevor der Körper sichtbar aus dem Gleichgewicht gerät. Ein brauchbarer Richtwert: Der Werkzeugkopf sollte sich nie weiter als eine Unterarmlänge seitlich vom Holm entfernt befinden. Lässt sich der Schnitt nur mit gestrecktem Arm erreichen, ist der Standort falsch, nicht die Säge. Wer regelmäßig von Leitern sägt, gewöhnt sich an, die Säge mit beiden Händen zu führen, wo es die Säge zulässt; bei Einhandführung bleibt die freie Hand am Holm.
Himbeeren werden oft als einjährige oder zweijährige Ruten beschrieben, doch die Unterscheidung ist im Beet nicht immer offensichtlich. Entscheidend ist nicht das Alter der Pflanze als Ganzes, sondern das Alter der einzelnen Rute. Eine Rute, die in diesem Jahr aus dem Boden austreibt, ist einjährig. Eine Rute, die im Vorjahr gewachsen ist und überwintert hat, ist zweijährig. Verwechselt man beide, schneidet man im falschen Moment und erntet entweder gar nichts oder nur an den falschen Trieben.
Ein typischer Fehler ist der radikale Rückschnitt aller Ruten im Frühjahr. Bei zweijährigen Sorten entfernt man damit die gesamte Ernte. Ein anderer Fehler: einjährige Ruten anbinden wie zweijährige und dabei die Spitzen einkürzen. Das kostet die besten Knospen. Besser ist es, einjährige Ruten nur locker zu führen und erst nach der Ernte im Folgejahr zu schneiden. Bei manchen Sorten, die zweimal tragen, ist die Unterscheidung noch kniffliger – hier hilft nur genaues Hinsehen und das Notieren, welche Rute wann ausgetrieben ist.
Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von Unkrautvernichtern direkt an der Fassade. Die Wirkstoffe dringen in den Putz ein und können später Ausblühungen oder Flecken verursachen. Besser ist wiederholtes Ausreißen der jungen Triebe alle zwei Wochen während der Wachstumsperiode. Wer den Efeu nur abschneidet, ohne die Haftwurzeln zu entfernen, bekommt innerhalb weniger Monate neue Triebe aus den verbliebenen Resten.
Ein sicheres Merkmal ist der Standort der Rute. Einjährige wachsen direkt aus dem Wurzelstock oder aus dem Boden, zweijährige entspringen weiter oben an der Basis oder aus dem alten Holz. Prüft man das im Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor sich Knospen zeigen, fällt die Zuordnung leichter. Achtet darauf, ob die Rute im Vorjahr schon da war – wer sich nicht sicher ist, markiert neue Triebe im Herbst mit einem Bindfaden oder einem kurzen Stück Draht. So verwechselt man sie im Frühjahr nicht.
Zweijährige Ruten tragen – aber nur einmal Zweijährige Ruten haben den Winter hinter sich und bilden im Sommer Seitentriebe, an denen Blüten und später Früchte sitzen. Man erkennt sie an der verholzten, braungrauen Basis. Die Rinde ist rau, oft leicht abblätternd. Die Blätter sind kleiner und sitzen dichter. Solche Ruten sterben nach der Ernte ab und müssen danach bodennah entfernt werden. Wer sie stehen lässt, blockiert den Platz für neue einjährige Triebe und fördert Pilzkrankheiten, weil alte Ruten schlechter abtrocknen.
Um den Bewuchs in Schach zu halten, ohne die Fassade zu beschädigen, reicht eine Kombination aus konsequentem Rückschnitt, feuchtem Ablösen und einer Kontrolle der Fugen vor jedem Eingriff. Wer diese Reihenfolge einhält, verliert weder Putz noch Mörtel. Wer sie ignoriert, zahlt später für die Sanierung.
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