Le coeur perdu – Paris

Stumpfe Schere quetscht: So schärfst du richtig

Thuja ist ein Nadelgehölz, das auf radikale Rückschnitte empfindlich reagiert. Der Grund liegt im Aufbau der Pflanze: Junge Triebe wachsen aus Knospen, die entlang der Zweige sitzen. Altes Holz dagegen hat kaum schlafende Augen, aus denen nach einem Schnitt neue Triebe austreiben könnten. Wer bis ins mehrjährige Holz zurückschneidet, entfernt genau jene Bereiche, die nicht mehr regenerieren. Die Folge sind kahl bleibende Stellen, die auf Dauer die Form der Hecke zerstören.

Wer das Alter der Ruten falsch einschätzt, schneidet entweder die Ernte des laufenden Jahres weg oder lässt alte Ruten stehen, die nur noch schwach tragen und Krankheiten begünstigen. Prüfe deshalb vor jedem Schnitt die Rinde, die Knospen und die Verzweigung. Drei Merkmale reichen aus, um einjährige von zweijährigen Ruten sicher zu trennen — ohne Werkzeug, nur mit dem Blick.

Wer eine Hecke im Garten hat, steht jedes Jahr vor derselben Frage: Wann darf geschnitten werden und wann nicht? Das Bundesnaturschutzgesetz setzt hier klare Grenzen. Entscheidend ist der Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. September. In diesen sieben Monaten ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze stark zurückzuschneiden oder gar zu roden. Der Grund ist der Schutz brütender Vögel und anderer Tiere, die diese Strukturen als Lebensraum nutzen. Ein Verstoß kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, im Extremfall drohen Geldbußen. Wer also im Frühjahr oder Sommer mit der Heckenschere loslegt, sollte genau wissen, was erlaubt ist.

Worauf es beim Schnitt wirklich ankommt Geschnitten wird am besten im zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt, oder direkt nach der Blüte. Ein Rückschnitt im Hochsommer ist möglich, doch dann sollte die Schere nur leicht angesetzt werden. Wichtig ist der Winkel: Ein Schnitt knapp über einem nach außen zeigenden Auge fördert eine offene, gut belüftete Krone. Ein Schnitt zu weit über dem Auge hinterlässt einen Stummel, der vertrocknet und als Eingangspforte für Krankheiten dient. Wer mit dem Messer arbeitet, kann diesen Winkel kaum kontrollieren, weil die Klinge wegrutscht.

Ein weiteres sicheres Merkmal ist die Position an der Pflanze. Einjährige Ruten entspringen meist direkt dem Wurzelstock oder der Bodennähe. Zweijährige Ruten sitzen höher an der Basis und sind über den Winter stehen geblieben. Bei Sorten, die zweimal tragen, ist die Unterscheidung etwas schwieriger, weil auch einjährige Ruten im Herbst blühen können. Dann hilft nur der Blick auf den gesamten Entwicklungszyklus: Ruten, die im Frühjahr bereits kräftige Seitentriebe haben, sind zweijährig.

Wie ein tragfähiges Gerüst entsteht Ein Obstbaum braucht starke, gleichmäßig verteilte Leitäste, die das Gewicht einer vollen Ernte tragen. Junge Bäume erzieht man so, dass drei bis vier Hauptäste in verschiedene Himmelsrichtungen zeigen und in unterschiedlicher Höhe am Stamm ansetzen. Ein zu enger Winkel zwischen Stamm und Ast führt später zu Rissen unter der Last. Beim Pflanzschnitt werden konkurrierende Triebe entfernt, damit der Baum seine Kraft in das Gerüst steckt. Dieses Grundgerüst entscheidet über Jahrzehnte hinweg, ob die Krone stabil bleibt oder auseinanderbricht.

Der wichtigste Anhaltspunkt ist die Herkunft der Rute. Einjährige Ruten wachsen aus dem Boden oder aus der Basis der Pflanze und haben noch nie getragen. Zweijährige Ruten sind die, die im Vorjahr gewachsen sind, überwintert haben und in dieser Saison blühen und fruchten. Einjährige Ruten sind meist grün bis hellbraun, glatt und dünn. Zweijährige Ruten wirken grauer, oft rissig und holzig, mit einer deutlich festeren Rinde.

Beim Erhaltungsschnitt an älteren Bäumen geht es darum, vergreiste Fruchtäste zu verjüngen. Solche Äste erkennt man an kurzen, kahlen Enden und vielen Blütenknospen, die nur kleine Früchte hervorbringen. Leite den Ast auf einen jüngeren, kräftigen Seitenzweig ab, statt ins leere Holz zu schneiden. Achte darauf, dass über dem Schnitt immer eine nach außen zeigende Knospe steht, damit der Neuaustrieb nicht wieder nach innen wächst. Der beste Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist der späte Winter, solange kein starker Frost herrscht; kleine Korrekturen sind auch im Sommer möglich.

Was außerhalb der Schonzeit gilt und worauf man achten sollte Zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar ist der starke Rückschnitt grundsätzlich erlaubt. In dieser Zeit sind die meisten Vögel nicht mehr am Brüten, und die Hecke kann auf die gewünschte Höhe und Breite gebracht werden. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Auch im Winter können Tiere in den Gehölzen schlafen oder Schutz suchen. Ein Blick vor dem ersten Schnitt hilft, um keine Igel oder andere Kleintiere zu verletzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, schneidet an frostfreien Tagen und arbeitet mit scharfem Werkzeug, damit die Schnittstellen sauber bleiben und die Pflanze gut verheilt.

Einjährige und zweijährige Himbeerruten sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, verhalten sich aber völlig unterschiedlich. Wer im Frühjahr schneidet, ohne das Alter der Triebe zu kennen, entfernt entweder die falschen Ruten oder erntet gar nichts. Die Unterscheidung ist kein Rätselraten, sondern lässt sich an wenigen Merkmalen sicher festmachen.

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